﻿Eichenholz

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Einkorn

pulveratae, frz. Cafd. de gland, engl. Roasted
acom seed), welcher an verschiedenen Orten
fabriziert wird und in Form eines schön hell-
braunen Pulvers mit Milch und Zucker viel-
fach als Ersatzmittel des Kaffees verwendet
wird. Er dient skrofulösen und schwächlichen
Kindern, namentlich wenn sie an Diarrhöen
leiden, als Nahrungsmittel. An seiner Stelle
gibt man häufig den aus Eichelextrakt, Zucker
und Kakao hergestellten Eichelkakao, der
wohlschmeckender ist. — Frische, geschälte
und gedarrte E. sind zollfrei, gebrannte, ge-
röstete und gemahlene s. Tarif Nr. 62. Eichel-
kakao: 80 M.

Eichenholz (frz. Bois de cMne, engl. Wood
of oak) bildet unter den einheimischen Höl-
zern das wichtigste Nutzholz. Man hat bei
uns zwei Arten von Eichen, die Steineiche
oder Wintereiche (Quercus sessiliflora)
mit fast stiellosen, sitzenden Frächten, und die
Stieleiche oder Sommereiche (Quercus
pedunculata) mit langgestielten Eicheln.
Die erstere liebt die Berge, während die
zweite gewöhnlich in feuchten Flußniede-
rungen vorkommt. Das Holz beider Arten,
welche nur geringe Verschiedenheiten zeigen,
ist sehr hart und zähe, schwer, von hell-
gelblichbrauner Farbe, leicht kenntlich an
seinen großen Poren und Spiegeln und sehr
widerstandsfähig gegen Nässe und Fäulnis.
Die Verwendung des E. als Möbel- und Bau-
holz, namentlich für Wasserbauten, zum
Schiffsbau und zu Fässern für Spiritus, Wein
und Bier ist bekannt. Eichenholz wird in
großen Mengen aus Ungarn und Serbien in
Deutschland eingeführt. — Zoll: S. Tarif
Nr. 74 ff. und Nr. 615 ff.

Eichenmistel (lat. Viscum quercinum, frz.
Gui, engl. Misletoe) ist eine Schmarotzer-
pflanze, die auf verschiedenen Laub- und
Nadelhölzern wuchert, und deren Äste und
lederartige, gelbgrüne Blätter teilweise in der
Volksmedizin benutzt werden. Aus den Bee-
ren stellt man Vogel- und Fliegenleim her.
— Zoll: Eichenmistel zollfrei. Vogelleim:
5 M.

Eichenrinde (lat. Cortex quercus, frz.
Ecorce de chfene, engl. Oak bark) wird für
medizinische Zwecke von jungen Zweigen und
Stämmchen genommen und als zusammen-
ziehendes Mittel in Pulverform und Ab-
kochung innerlich und äußerlich zu Bädern
hei Menschen und Vieh angewandt. Als ger-
bendes Mittel ist sie unter dem Worte Lohe
besprochen. — Zollfrei.

Eier (lat. Ova, frz. Oeufs, engl. Eggs).
Als Handelsartikel kommen Eier von ver-
schiedenen Tieren in Betracht. Von den E.
er Vögel spielen die wichtigste Rolle die
, uhnereier (s. d.), die nicht nur ein be-
eu, ei\“er Artikel des Kleinhandels, sondern
auc i des Exports und Imports verschiedener
an er sind. Geringere Bedeutung haben die
aßSet.ler uru* Enteneier, da sie zwar
groti, aber weniger schmackhaft sind. Da-
gegen bilden die Kibitzeier und die Möven-
ei er einen nicht unwichtigen Artikel des
elikatessenhandels. Straußeneier, die

größten aller bekannten E., kommen zu-
weilen als Merkwürdigkeit nach Europa.
Im nördlichen Teile Südamerikas spielt der
Handel mit Schildkröteneiern und dem
daraus gewonnenen öl eine große Rolle
(s. Schildkröten), während die E. mancher
Fische als Kaviar (s. d.) in den Handel
kommen. Von den E. der Insekten bilden
nur die Seidenraupeneier oder Grains
einen Handelsartikel. Die sog. Ameiseneier
(s. d.) des Handels sind keine Eier, sondern
Larven. — Zoll: E. von Geflügel s. Tarif
Nr. 136; eingemachte usw. s. Nr. 137; ein-

gesalzener Fischrogen s. Nr. 118.

Eiergräupchen, kleine runde Graupen aus
Nudelteig, Erzeugnisse der Nudelfabriken,
werden zur Bereitung von Suppen verwendet
(s. Teigwaren). — Zoll: S. Tarif Nr. 200.

Eieröl (lat. Oleum ovorum, frz. Huile
d’oeufs, engl. Eggs oil), das aus dem hart-
gekochten Dotter der Hühnereier durch Aus-
pressen oder Extraktion mit Petroläther er-
haltene öl, ist von dicklicher Konsistenz,
gelber Farbe und mildem Geschmack. Es
enthält neben den Glyzeriden verschiedener
Fettsäuren als charakteristische Bestandteile
Cholesterin und den Eifarbstoff Luteln. E.
wird in der Sämischgerberei benutzt und fand
früher beschränkte medizinische Anwendung.
— Zoll: S. Tarif Nr. 132.

Eigelb, der innere, auch Dotter genannte
Teil des Vogeleis, stellt ein äußerst kompli-
ziertes Gemisch der verschiedensten Stoffe
dar. Es enthält neben ca. 52% Wasser, 16%
Vitellin, 1,5% Nuklein, 20—23% Fette (Pal-
mitin, Stearin, Olein), 0,4% Cholesterin, 1,2%
Glyzerinphosphorsäure, 7,2 % Lezithin, 0,3%
Zerebrin, 0,5% Farbstoff (Lutein) und 1 bis
1,5% Salze. Zum Nachweise des Eigelbs in
Nahrungsmitteln (Eiernudeln, Eierkognak)
dient das Cholesterin, Luteln und besonders
die Bestimmung der alkohollöslichen Phos-
phorsäure nach Juckenack. Neuerdings
wird Eigelb in großen Mengen als Abfall-
produkt der Albuminfabrikation gewonnen
und, durch Trocknen oder Zusatz von Koch-
salz, Borsäure, Fluornatrium konserviert, in
den plandel gebracht. Zur Herstellung von
Nahrungsmitteln sind die mit unzulässigen
Konservierungsmitteln versetzten Präparate
nicht zu verwenden. — Zoll: S. Tarif Nr. 137.

Eigonpräparate werden nach einem paten-
tierten Verfahren von der chemischen Fabrik
Helfenberg durch Einwirkung von Jod und
Brom auf Eiweiß dargestellt und als Ersatz
der Brom- und Jodalkalien medizinisch an-
gewandt. — Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Eikonogen, ein photographischer Entwick-
ler, besteht aus dem Natriumsalz der Amido-
betanaphtolbetamonosulfosäure. — Zollfrei.

Einkorn (Blick, Dinkelkorn, Eimen,
Flicken, Feinkorn, St. Peterskorn,
Schwabenzungen, Spelz- und deutscher
Reis, frz. Petit dpeautre, engl. Spelt), eine
ein- und zweijährige, nur auf geringem Boden
in Gebirgsgegenden der Schweiz, in Süd-
deutschland und Österreich gebaute Weizen-
art, Triticum monococcum, liefert ein