﻿Eisen

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Eisen

aus dem Eisenoxyd etwas E. zu bilden, das
dann zu dem jetzt vom Kohlenstoff befreiten
Schmiedeeisen hinzutritt. Schließlich kann
reines E. auch durch elektrische Zersetzung
einer mit Salmiak gesättigten Eisenvitriol-
lösung gewonnen werden. — Das reine E.
ist in kompaktem Zustande fast silberweiß,
sehr geschmeidig und politurfähig und bei be-
ginnender Weißglut schweißbar, wird aber
bei steigender Temperatur wieder spröde und
schmilzt erst im heftigsten Gebläsefeuer. Vom
Magneten wird es angezogen und durch
Umleiten eines elektrischen Stromes selbst
zu einem Magneten, verliert diese Eigenschaft
aber mit dem Aufhören des Stromes. Reines

E.	rostet nicht in trockener Luft und in
luftfreiem Wasser, wohl aber, wenn Luft und
Feuchtigkeit vereint darauf einwirken, be-
sonders wenn überdies Säuren, wie Kohlen-
säure zugegen sind. Die Erscheinungen des
Röstens sind, wie hier kurz erwähnt sei,
noch nicht geklärt, wenigstens nicht in ihren
Ursachen, werden aber neuerdings auf elek-
trische Vorgänge zurückgeführt. Die dem
reinen E. innewohnenden Eigenschaften wer-
den durch den mehr oder weniger großen
Gehalt des technischen E. an Kohlenstoff
modifiziert. Man unterschied bis zum Jahre
1876 hauptsächlich nach dem Kohlenstoff-
gehalte folgende Gruppen von Eisensorten:

E.	von 0,1—0,4, höchstens 0,6 o/o Kohlenstoff
wurde und wird noch heute als Schmiede-
eisen (frz. Fer, engl. Soft iron) bezeichnet.
Es soll sich rotglühend leicht mit dem
Hammer bearbeiten, weißglühend schweißen
lassen. Wird es glühend in kaltes Wasser ge-
taucht, so darf keine Veränderung der ur-
sprünglichen Weichheit eintreten. Ferner
nahm man früher an, daß frischer Bruch
ein sehniges oder hakiges Gefüge zu zeigen
habe, und daß das E. in größeren Massen
sich nicht schmelzen ließe. E. mit 0,4 oder
0,6—2°/o Kohlenstoff hieß Stahl (frz. Acier,
engl. Steel). Er soll sich schmieden, schwei-
ßen, schmelzen und härten lassen. (Die
Schweißbarkeit nimmt mit wachsendem
Kohlenstoffgehalte ab, die Schmelzbarkeit
zu.) Das Hauptmerkmal für Stahl ist und
bleibt die Härtbarkeit. Glühender Stahl in
Wasser getaucht nimmt bedeutend an Härte
zu- Der Bruch soll immer ein feinkörniges
Gefüge haben und möglichst gleichmäßig
sein. E. m;t 2—5o/0 Kohlenstoff hieß und
heißt noch Roheisen (frz. Fer fonde, engl.
Pig iron), läßt sich nicht schmieden und
schweißen, schmilzt aber leicht. — Wenn ge-
legentlich der Weltausstellung in Philadelphia
1876 beschlossen wurde, von dieser älteren
‘-'nteilung abzugehen, so lag dies einerseits
aran daß einige der genannten Merkmale
es Schmiedeeisens, Unschmelzbarkeit und
se niger oder hakiger Bruch, nicht mehr für
?s Eisen mit niedrigem, 0,6% nicht über-
s eigendem Kohlenstoffgehalte zutrafen, und
xp ®rsehs die angegebenen Grenzzahlen für
ohlenstoff auch sonst oft infolge des Ein-
usses gewisser Zusätze zum Teil stark ver-
wischt wurden. Schmiedeeisen wird jetzt im

großen in flüssigem Zustande erhalten, und
der Bruch dieses Produktes erscheint stahl-
artig und feinkörnig.

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eider finden sich, besonders im Auslande,
cltener in Deutschland, noch andere Be-
eichnungen im Gebrauch. Erwähnt sei, daß
er Name Schweißeisen früher nur Schweiß-
:hmiedeeisen und ebenso Flußeisen nur
lußschmiedeeisen, nicht auch die entspre-
henden Stahlsorten bezeichnete. Schlimmer
:t, daß zuweilen alles Flußeisen, also auch
lußschmiedeeisen als Stahl bezeichnet wird,
i welchem Falle das Flußschmiedeeisen als
'eicher von dem Flußstahl als dem harten
tahl unterschieden wird. Dementsprechend
fird zuweilen alles Schweißeisen, auch der
ichweißstahl, als Eisen schlechthin bezeichnet.