﻿Eisenchlorid

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Eisenhut

de fer, engl. Acetate of iron) wird in reinem
Zustande durch Auflösen von Eisenhydroxyd
in Essigsäure dargestellt und kommt in Form
seiner wäßrigen Lösung als dunkelbraunrote
Flüssigkeit, Liquor ferri acetici, in den
Flandel. Ein technisches Präparat, das sog.
holzessigsaure oder holzsaure Eisen
(Eisenbeize, Eisenbrühe, Schwarz-
beize, lat. Ferrum pyrolignosum) findet als
Beize in der Färberei und Druckerei Anwen-
dung. Etwaige Zusätze von Eisenvitriol er-
kennt man an dem Auftreten eines Nieder-
schlages mit Baryumchlorid. — Zoll: S. Tarif
Nr. 309.

Eisenchlorid (Eisensesquichlorid, An-
derthalbchloreisen, Eisenp er chlorid,
Ferrichlorid, lat. Ferrum sesquichloratum,
frz. Perchlorure de fer, engl. Sesquichloride of
iron). Im wasserfreien Zustande bildet diese
aus Eisen und Chlor bestehende Verbindung
grünlich-schwarze, metallisch glänzende Kri-
stallblättchen, die bei durchfallendem Lichte
granatrot erscheinen. Man erhält sie auf
trockenem Wege durch Sublimation und
nannte dieses Präparat daher früher auch
Eisenblumen oder Eisensublimat (lat.
Ferrum sesquichloratum sublimatum,
Flores martis). Aus der Luft ziehen die Kri-
stalle Feuchtigkeit an und zerfließen zu einer
dunkelbraunen Flüssigkeit, dem sog. Eisenöl
(lat. Oleum martis, Liquor stypticus
Lofi). Im Handel findet sich hauptsächlich
eine konzentrierte wässerige Eisenchlorid-
lösung (lat. Liquor ferri sesquichlorati),
eine dickflüssige, dunkelbraune Flüssigkeit
vom spez. Gew. 1,480 bis 1,484, die beim
Verdünnen mit Wasser eine gelbe Farbe an-
nimmt. Außerdem führt man ein kristallisier-
tes wasserhaltiges E., das zum Unterschiede
von dem durch Sublimation kristallisierten
wasserfreien E. Ferrum sesquichloratum cri-
stallisatum genannt wird. Verwendung finden
die genannten Präparate in der Medizin, als
blutstillende Mittel, ferner in der Chemie, in
der Technik, z. B. als Beize und als Des-
infektionsmittel. — Zollfrei.

Eisenchlorür (Eisenmonochlorid, Ein-
fachchloreisen, Ferrochlorid, lat. Fer-
rum chloratum, frz. Chlorure de fer, engl.
Chloride of iron), eine Verbindung von Eisen
mit weniger Chlor, als das Eisenchlorid, bildet
im wasserfreien Zustande weiße Kristalle,
findet sich aber im Handel gewöhnlich nur
wasserhaltig in durchsichtigen, bläulichweißen
Kristallen, die ihrer Zerfließlichkeit wegen in
gut verschlossenen Gefäßen aufbewahrt wer-
den müssen. Eine Lösung des E. in Wasser
wird Liquor ferri chlorati genannt. —
Zollfrei.

Eisenchromat (chromsaures Eisen) ent-
steht beim Vermischen von Eisenchlorid-
lösung mit Kaliumdichromat als ein gelbes
Pulver, welches in der Malerei (Sid er ingelb)
Anwendung findet. Wegen seines Verhaltens
in der Hitze wird es in der Porzellanmalerei
zu braunen Tönen benutzt. — Zollfrei.

Eisenholz (frz. Bois de fer, engl. Iron-
wood). Diesen Namen führen im Handel ver-

schiedene, durch ungewöhnliche Härte sich
auszeichnende Hölzer. Fast jedes heiße Land
hat seine besonderen Arten solcher hart-
holzigen Bäume aufzuweisen, die zu den Clu-
siaceen, Lauraceen, Rubiaceen und Sapota-
ceen gehören. Die im Handel vorkommenden
Hölzer sind gewöhnlich dunkelfarbig, so
schwer, daß sie in Wasser sinken, und so
hart, daß sie sich nur mit den besten Instru-
menten bearbeiten lassen. Vorheriges Ein-
legen in heißes Wasser macht sie jedoch ge-
fügiger. Sie dienen zu verschiedenen kleinen
Handwerkszeugen, zu Walzen und Drechsler-
waren. Der in der botanischen Nomenklatur
als der echte oder wahre bezeichnete Eisen-
holzbaum (Metrosideros vera) ist auf den Mo-
lukken zu Hause. Im übrigen benennt man
als Bezugsländer Ostindien, Kotschinchina,
Java, Sumatra, Madagaskar, Süd- und West-
afrika, Mittel- und Südamerika und die west-
indischen Inseln, ferner Australien, das reich
an sehr harten Holzarten sein soll. — Zoll:
S. Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Eisenhut (Sturmhut, lat. Aconitum). Von
dieser zu den Ranunculaceen gehörigen
Giftpflanze gibt es viele verschiedene Arten, die
man gewöhnlich in gelb- und blaublühende
gruppiert. Nur von den letzteren werden die
Blätter und die Knollen medizinisch verwendet.
Die Eisenhutblätter, auch Eisenhut-
kraut (lat. Herba aconiti, frz. Herbe d’aco-
nit, engl. Leaves of aconite) genannt, werden
kurz vor oder während der Blüte, womöglich
von wildwachsenden Pflanzen, Aconitum Na-
pellus, gesammelt und getrocknet. Die Blät-
ter sind handförmig in fünf Lappen (die
oberen Blätter nur in drei) geteilt, welche
wiederum eine Teilung in je drei Lappen
zeigen. Die obere Seite der Blätter ist leb-
haft grün und glänzend, die untere matt und
heller, der Geruch nur sehr schwach, der
Geschmack scharf und brennend. Sie sind
sehr giftig und enthalten als charakteristische
Bestandteile Akonitin (s. d.), Napellin
und Akonitsäure. — Die Akonitknollen
(Mönchswurz, Fuchswurz, Teufelswurz,
lat. Tubera aconiti, frz. Racine d’aconit,
engl. Aconite root) haben eine rübenförmige
Gestalt, sind 5 cm lang und bis zu 2,5 cm
dick, ziemlich glatt, nur wenig gefurcht und
innen weißgrau. Auf dem Querschnitte sieht
man eine starke, dunkelpunktierte Rinde und
zwischen dieser und dem Holzkörper bei
den Knollen von Aconitum Napellus eine in 5
bis 8 spitzige Strahlen und spitze Buchten
auslaufende sternförmige Linie. Bei anderen
Akonitumarten sind diese Strahlen und Buch-
ten mehr stumpf und abgerundeter. Die
Wurzelfasern werden bei der Einsammlung
entfernt. Die Knollen sind geruchlos, haben
aber einen bitteren und scharfen Geschmack
und werden ihres großen Akonitingehaltes
wegen gewöhnlich zur Darstellung dieses gif-
tigen Alkaloids benutzt. Aus den Wurzel-
knollen bereitet man Extractum und Tinc-
tura aconiti. In neuerer Zeit sind auch ja-
panische Akonitknollen unter dem Namen
.Tsaou-woo in den Handel gekommen,