﻿Eisenjodür__________________H7_________________Eisensulfid

welche außer Akonitin noch ein anderes Alka-
loid, das.Japakonitin, enthalten. — Zollfrei.

Eisenjodür (Ferrojodid, Jodeisen, lat.
Ferrum jodatum, frz. Jodure de fer, engl. Iron
jodide) wird durch Glühen von Eisenfeile mit
überschüssigem Jod und nachfolgendem Um-
kristallisieren der Schmelze aus Wasser in
Form blaßgrünlicher Kristallkrusten erhalten.
Diese Kristalle sind wasserhaltig. Das wasser-
freie Salz bildet ein weißes Pulver, welches
■an der Luft leicht Feuchtigkeit anzieht und
dabei grün und braun wird. Das Salz ist,
^ie seine wäßrige Lösung (Liquor ferri
jodati), leicht zersetzlich und wird daher zur
Erhöhung der Haltbarkeit oft mit Rohrzucker,
Milchzucker oder Zuckersirup versetzt. Die
dann erhaltenen Präparate, Ferrum joda-
tum und Sirupus ferri jodati, finden in
analoger Weise wie die wäßrige Lösung zur
Erzielung kombinierter Eisen- und Jodwirkung
medizinische Anwendung. — Zollfrei.

Eisenmennige, natürliches, feingemahlenes
Eisenoxyd (Blutstein), oder auch unreines
Eisenoxyd mit ca. 30°/o Beimengungen, wird
anstatt der gewöhnlichen Mennige zum An-
streichen von Eisenkonstruktionen verwendet.
— Zoll: Eisenmennige s. Tarif Nr. 329, mit
Öl angerieben s. Nr. 335/6.

Eisenoxyd (frz. Oxyde de fer, engl. Oxyd
of iron). DasEisenoxyd(Eisensesquioxyd,
lat. Ferrum oxydatum) wird gewöhn-
lich als Nebenprodukt bei der Bereitung des
Nordhäuser Vitriolöls aus Eisenvitriol erhalten
und auch unter den Namen Englischrot,
Polierrot, Colcothar, Caput mortuum,
Totenkopf in den Handel gebracht. In der
Natur kommt es als Blutstein (Hämatit,
Glaskopf, lat. Lapis haematitis) oder
Roteisenstein vor und bildet ebenfalls
einen Handelsartikel. Man benutzt sowohl
dieses natürliche, als auch das künstliche E.
als Poliermittel für Glas, Stahl und Gold-
waren. Für letztere verwendet man jedoch
am liebsten ein durch Glühen von oxalsaurem
Eisenoxydul erhaltenes, sehr zartes E. Ein
durch Glühen von gefälltem Eisenoxydhydrat
erhaltenes E. wurde früher als Ferrum oxy-
datum fuscum oder Crocus martis ape-
ritivus medizinisch verwendet. Das jetzige
Ferrum oxydatum fuscum ist Eisen-
oxydhydrat(Eisenhydroxyd, lat.Ferrum
hydricum), ein braunes, in Wasser unlös-
liches Pulver. Eine in Wasser lösliche Modi-
fikation desselben, das dialysierte E. (lat.
Ferrum oxydatum dialysatum), eine
dunkelbraungelbe Flüssigkeit von nur sehr
schwachem Eisengeschmack, wird als leicht
assimilierbares Eisenpräparat medizinisch ver-
wendet. Ein anderes medizinisches Eisenoxyd-
praparat, das Ferrum oxydatum saccha-
ratum solubile (Eisenzucker, Eisen-
sac?.ha,rat)> besteht aus Zucker und Eisen-
oxycüiydrat. Unter dem Namen Ferrum oxy-
ulatum nigrum oder Äthiops martialis
isenmoor) wurde früher auch Eisenoxy-
uioxyd, ein feines, schwarzes Pulver, medi-
zinisch verwendet. — Alle diese Präparate sind
zoiltrei. Als Arzneimittel: S. Tarif Nr. 388.

Eisenpulver. In der Medizin wie im che-
mischen Laboratorium finden zwei Arten des
feinverteilten metallischen Eisens Verwen-
dung. 1. Feingepulvertes Schmiede-
eisen (lat. Ferrum pulveratum, F. limatum
seu Limatura ferri, frz. Fer pulverisö, engl.
Iron powdered) ist ein äußerst feines, schwe-
res, graues Pulver von metallischem Glanz,
das in gut verschlossenen Flaschen auf-
bewahrt werden muß. Es soll frei von
Rost sein, sich in verdünnter Salzsäure voll-
ständig lösen und dabei nur Wasserstoffgas,
nicht aber Schwefelwasserstoffgas entwickeln,
Spuren des letzteren Gases fehlen jedoch fast
nie. Das Präparat wird durch Zerstoßen des
Schmiedeeisens und Reiben unter Druck her-
gestellt und kommt meist aus Tirol, wo ein
passendes Eisen zur Verfügung ist. 2. Durch
Wasserstoffgas reduziertes Eisen (lat. Fer-
rum hydrogenio reductum, F. reductum, frz.
Fer röduit par l’hydrogöne, engl. Reduced
iron) ist ein graues, glanzloses Pulver, das aus
reinem Eisenoxyd hergestellt wird. Falls man
zur Gewinnung des Eisenoxydes Eisensulfat
benutzt, so enthält das Endprodukt gewöhnlich
noch Schwefel. Frei von Schwefel läßt sich
das Präparat nur gewinnen, wenn Eisenchlo-
rid als Ausgangsmaterial verwendet wurde.
Das reduzierte Eisen enthält in der Regel
infolge unvollständiger Reduktion noch Eisen-
oxyduloxyd. Ist der Gehalt daran sehr hoch,
so sieht das Pulver schwarz statt grau aus.
Das reduzierte Eisen soll sich in Bromwasser
vollständig lösen. Für medizinische Zwecke
müssen die E. frei von Schwefel sein, weil
das Präparat sonst, sobald es in den Magen
gelangt, das übelriechende Schwefelwasser-
stoffgas entwickeln würde. Das Ferrum re-
ductum ist ein gut verdauliches Eisenpräparat.
Im Laboratorium dient E. als starkes Reduk-
tionsmittel. -— Zoll: S. Eisen.

Eisensalmiak (Ammonium eis enchlorid,
lat. Ammonium chloratum ferratum, frz. Mu-
riate fer ammoniacal, engl. Ammoniachloride
of iron), ein morgenrotfarbiges, in Wasser
leicht lösliches Kristallpulver, besteht aus
Eisenchlorid und Salmiak und wird gegen
Bleichsucht, Rhachitis und Epilepsie medizi-
nisch verwendet. — Zollfrei.

Eisenschvvärze, eine zum Schwarzfärben
benutzte Mischung von Eisenvitriol und Blau-
holzextrakt mit Galläpfeln. Bisweilen wird
auch eine aus holzessigsaurem Eisen be-
stehende Beize so genannt. — Zollfrei.

Eisenschwarz nennt man ein als Ofen-
schwärze benutztes Graphitpulver. — Zollfrei.

Eisensulfid (Schwefeleisen, lat. Ferrum
sulfuratum, frz. Sulfure de fer, engl. Sulfuret
of iron). Eisen läßt sich in mehreren ver-
schiedenen Gewichtsverhältnissen mit dem
Schwefel zu chemischen Verbindungen ver-
einen, von denen einige als Mineralien in
der Natur fertig gebildet Vorkommen. Im
Handel findet man von den künstlich dar-
stellbaren nur das Einfachschwefeleisen

(Eisenmonosulfid, Ferrosulfid), welches
durch Erhitzen von 3 Teilen Eisenfeile mit
2 Teilen Schwefel im bedeckten Tiegel als