﻿Englisch Leder

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Epichlorhydrin

Wurzelstock ist schuppig, durch Überreste von
Wedelstielen knotig, federkielstark oder
schwächer, außen rotbraun bis schwärzlich,
und innen grünlichgelb. Die E. wird im
Frühjahr gesammelt und zuweilen noch me-
dizinisch verwendet. — Zollfrei.

Englisch Leder ist ein ursprünglich eng-
lisches, doch später auch in Deutschland
gefertigtes dichtes und festes geköpertes und
weißgebleichtes Baumwollzeug von hartem
Kettgarn und feinerm Einschlag, der wechsel-
weise 3-Kettfäden bedeckt. Der Stoff erhält
hierdurch einen schwachen Atlasglanz. Er
kommt in verschiedenen Breiten und Quali-
täten vor, heißt öfter auch Sateen und
Satinet und ist meistens weiß, doch auch
einfach in verschiedenen Couleuren gefärbt.
Man verwendet ihn zu Beinkleidern, Westen,
Schnürleibem, Schuhen usw. — Zoll: S. Tarif
Nr. 445 ff.

Entwickler. Unter diesem Namen kom-
men ihrer Herkunft nach ganz verschiedene
Chemikalien in den Handel, welche dazu
dienen, in der Photographie das Bild her-
vorzurufen. Ihre Wirkung beruht darauf,
daß durch die Belichtung mit den Brom-
silberteilen der photographischen Platte
eine Veränderung vor sich gegangen ist, aber
erst durch Eindringen der betreffenden Ent-
wicklersubstanz sichtbar wird. Rein chemisch
besteht dieser Vorgang darin, daß durch
den Entwickler das belichtete Silbersalz zu
metallischem Silber reduziert wird. Als Ent-
wickler sind z. B. zu nennen: Kaliumferro-
oxalat, Glyzin, Eikonogen, Metol, Rodinal,
Pyrogallol u. a. — Zoll s. b. den betreffen-
den Artikeln.

Enzianwurzel (lat. Radix gentianae, frz.
Racine de gentiane, engl. Gentian root).
Von den zahlreichen Arten der Gattung En-
zian (Gentiana) enthalten viele einen eigen-
tümlichen bitteren Stoff, das Gentiopikrin,
neben Gentianasäure (Gentiisin) und
werden deshalb als wirksame magenstärkende
Heilpflanzen in der Volksmedizin sowohl als
auch offizinell angewendet. Sie wachsen mit
Ausnahme einiger kleineren Arten haupt-
sächlich in Gebirgsländern, auf Alpenwiesen
als stattliche Gewächse mit hübschen glocken-
förmigen Blüten. Die im Drogenhandel vor-
kommende sog. rote E. kommt vorzugsweise
von der gelbblühenden Art, G. lutea, die
in Alpen- und Voralpengegenden wächst, und
in großen Mengen, besonders von den Pyre-
näen aus versendet wird. Gleichzeitig werden
mehrere andere an ähnlichen Standorten vor-
kommende Arten gegraben und häufig unter
nie erste Art gemischt. Sie werden als dieser
gleichwertig angesehen und sind äußerlich
nur, schwer von ihr zu unterscheiden. Die
wichtigsten Vertreter dieser Arten sind G.
purpurea, G. pannonica und G. punctata.
. ,le. Pfahlwurzel wird bis zu 24 cm lang und
ist im frischen Zustande fleischig, getrocknet
aber schwammig, porös, runzlich und längs-
faitig. Meist sind die Wurzeln und Stücke
der Länge nach gespalten. Die Rinde ist
braun, das Innere gelbbräunlich mit dunk-

leren Markstrahlen und Gefäßbündeln. Der
Geschmack ist zuerst süßlich, dann intensiv
und anhaltend bitter, der Geruch stark aro-
matisch. Die Wurzel führt kein Stärkemehl,
aber viel gärungsfähigen Zucker und dient
daher in der Schweiz und Süddeutschland
zur Bereitung des berühmtenEnzianbrannt-
weins, indem man den wässerigen Auszug
der frischen Wurzel vergären läßt und dann
destilliert. Die Droge wird als Pulver und
zur Bereitung bitterer Liköre, sowie in Form
von Extrakten und Tinkturen angewandt. Die
von Tierärzten gebrauchte weiße E. führt
diesen Namen eigentlich zu Unrecht und
stammt von einer einheimischen Dolden-
pflanze, Laserpitium latifolium, dem
breitblätterigen Laserkraut. — E. ist zollfrei.
Enzianbranntwein s. Tarif Nr. 178/9.

Eosin (Morgenrotfarbe). Unter diesem
Namen vereinigt man eine große Reihe
prachtvoller Teerfarbstoffe, welche sämtlich
als Halogen- oder Nitroderivate des Fluo-
reszeins (s. d.) aufzufassen sind. Von den
ersteren wird das durch Bromierung von
Fluoreszein erhaltene Natrium- oder Ammo-
niumsalz des Tetrabromfluoreszeins als
Eosin schlechthin, Eosin B, E. wasserlöslich
bezeichnet. Es erscheint im Handel als ein
braunrotes Pulver, welches mit Wasser rote,
grün fluoreszierende Lösungen bildet, und
dient besonders zum Färben von Papier und
Lack. Eine besondere reine, kristallisierte
Modifikation wird als Eosin A in der
Seidenfärberei benutzt. Durch Bromierung
von Fluoreszein in heißer alkoholischer Lö-
sung entsteht das Äthyltetrabromfluores-
zein, auch Spriteosin, Eosin S, Äthyl-E.,
Primrose genannt, ein in Wasser schwer,
in 50proz. Alkohol leicht lösliches Pulver für
Seidenfärberei. Führt man an Stelle von
Brom Jod ein, so erhält man Tetrajod-
fluoresze'in, dessen Natriumsalz unter dem
Namen Erythrosin, Eosin J, Jodeosin,
Primrose soluble als wasserlöslicher Farb-
stoff für Papier, Baumwolle und Seide be-
nutzt wird. Das entsprechende Dijodfluo-
reszein führt die Handelsbezeichnung Ery-
throsin G, Diamanthine G, Pyrosin J.
Von den Eosinen, welche zugleich Brom und
Nitrogruppen enthalten, ist das durch Bro-
mieren von Dinitrofluoreszein erhalteneEosin
B.N. (Eosinscharlach, Safrosin, Daph-
nin) am bekanntesten. In technischer Hin-
sicht unterscheidet man die E. meist in

E.	Gelbstich (E. jaunatre) und E. Blau-
stich (bleuätre). Die wäßrige Lösung der
ersteren, der Bromfluoreszeine, zeigt im durch-
fallenden Lichte eine prächtige Rosafarbe,
im auffallenden, je nach der Konzentration
ein reines Gelb bis Gelbgrün. Die letzteren,
die Jodeosine besitzen nur geringe oder keine
Fluoreszenz. E. findet zum Färben von Papier
und Geweben ausgedehnte Anwendung.
Zollfrei.	.

Epichlorhydrin entsteht beim Erhitzen von
Dichlorhydrin mit Ätznatron als eine farb-
lose, nach Chloroform riechende Flüssigkeit
vom spez. Gew. 1,200 und dem Siedepunkte