﻿Erdnußöl

Epidermin	122

117°. Es wird wegen seiner geringen Feuer-
gefährlichkeit in neuerer Zeit als Lösungs-
mittel für Fette und Harze viel benutzt. —
Zollfrei.

Epidermin nennt man eine Brandsalbe aus
Vaseline und Lanolin mit Fluorpseudokumol
und Difluordiphenyl. Den gleichen Namen
führt auch eine dünnflüssige Salbengrundlage
aus Wasser, Wachs, Glyzerin und Gummi
arabikum. — Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Epikarin, ein ausgezeichnetes Mittel gegen
Hautkrankheiten und Parasiten von der Zu-
sammensetzung der Oxynaphtolorthooxytoluyl-
säure, wird von der Elberfelder Farbenfabrik
ein Form eines gelblichen, in Wasser schwer,
in Alkohol und Äther leicht löslichen Pulvers
in den Handel gebracht. Es hat den Vorzug,
für größere Tiere völlig unschädlich zu sein.

—	Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Erbsen (frz. Pois, engl. Peas), die wich-
tigste Gattung der Hülsenfrüchte, sind die
reifen Samen der Saaterbse (Pisum sati-
vum) und ihrer zahlreichen Spielarten. Sie
werden in Deutschland, Holland, Dänemark,
Ungarn und England vielfach angebaut und
bilden einen wichtigen Handelsartikel. Als
besondere Handelssorte findet sich die vor-
züglich schmackhafte Ariche-E. aus den
Mittelmeerländern, ferner die graue E. (Pi-
suöi quadratum), auch Kapuziner-E. ge-
nannt. Je nach der Güte unterscheidet man
zwei Qualitäten: Koch- und Futterware.
Die E. bilden das wertvollste stickstoffhaltige
Nahrungsmittel des Pflanzenreichs. Ihr Ge-
halt an Stickstoffsubstanz schwankt zwischen
18 und 29°/o, und nur der hohe Gehalt an
Holzfaser steht der vollen Ausnutzung der
Nährstoffe im Wege. Zur Erhöhung der
Verdaulichkeit werden die E. daher meist
von der Schale befreit und als geschälte
Erbsen oder auch als Erbsmehl in den
Verkehr gebracht. Leider hat sich in letzter
Zeit der Mißbrauch eingebürgert, die Erbsen
zur Erzielung eines schöneren Aussehens mit
Specksteinpulver zu polieren und mit Teer-
farben künstlich zu färben. — Die unreifen
Samen werden in getrocknetem Zustande als
Astrachaner E. oder Russische Schoten
(s. Dörrgemüse) oder in Büchsen eingekocht
(s. Gemüsekonserven) in den Handel gebracht.

—	Zoll: Frische s. Tarif Nr. 37; trockneNr.33.

Erbswurst, ein Verproviantierungsmittel

für das Militär und die Marine, welches be-
sonders in dem Kriege von 1870 berühmt
wurde, besteht aus einer Mischung von
Erbsenmehl, Rindsfett, Speck, Salz, Pfeffer
und Zwiebeln, welche in künstliche Därme aus
Pergamentpapier gefüllt wird. Zum Gebrauch
wird die E. mit Wasser gekocht, so daß eine
dicke Suppe entsteht.

Erde, gelbe, durch einen Gehalt von
Eisenoxydhydrat gelb gefärbter Ton, dient
als geringe Anstrichfarbe und wird aus Sach-
sen, Böhmen, Bayern usw. bezogen. — Zoll:
S. Tarif Nr. 329.

Erde, grüne (Veroneser E., Steingrün,
Veronesergrün, Seladonit), ein Verwitte-
rungsprodukt des Augits, welches seine Farbe

dem kieselsauren Eisenoxydulhydrat zu ver-
danken scheint, kommt roh und geschlämmt
in lauch- und olivengrünen Stücken in den
Handel und ist eine giftfreie Wasser-, öl-
und Kalkfarbe. Die beste Sorte ist die aus der
Gegend von Verona selbst, von der Farbe des
Grünspans, während die in Tirol, Böhmen,
Sachsen usw. vorkommende gewöhnlich mat-
ter von Farbe erscheint. Grüne Erde ist in
ihrer Verwendung neuerdings durch die viel
feurigereren Kalkgrüne ziemlich verdrängt
worden. — Zoll: S. Tarif Nr. 224. 329.

Erdmandeln nennt man eßbare Gebilde
einer in Südeuropa und Nordafrika wild
wachsenden und in ziemlicher Ausdehnung
im Süden, auch Deutschlands, angebauten
Art von Riedgras, Cyperus esculentus.
Die ausdauernde fußhohe Pflanze treibt Wur-
zelausläufer, an deren Enden sich gegen 30
mehlige Knollen von Haselnußgröße ent-
wickeln, die süß und nußartig schmecken
und gekocht und gebraten wie auch roh ge-
gessen werden können. Die Knollen sind
merkwürdigerweise auch ölhaltig, was sonst
bei Wurzelknollen nie vorkommt. Getrocknet
und gepreßt geben sie 16°/o eines goldgelben,
sehr wohlschmeckenden und angenehm rie-
chenden Öls. Sie kommen teils als Ölfrucht,
teils geröstet und gemahlen als Erdmandel-
kaffee in den Handel. — Zoll: Erdmandeln:
2 M., Erdmandelkaffee: S. Tarif Nr. 62.
E.-Öl: S. Tarif Nr. 166/7.

Erdnüsse (Erdeicheln, Erdpistazien,
Madrasnüsse, Mandobi, Arachisnüsse,
lat. Nuces arachidis, frz. Noix de terre, engl.
Earth nuts) nennt man die Samenkerne der zu
den Hülsenfrüchtlern gehörigen Arachis
hypogaea, die in Brasilien oder Peru hei-
misch ist, in den meisten wärmeren Ländern
und jetzt auch im südlichen Europa vielfach
angebaut wird. Die Pflanze entwickelt aus
ihren gelben Blüten ca. 2V2—3 cm lange,
walzenförmige Schoten, die an langen Stielen
hängen und die Eigentümlichkeit haben, in
der Erde auszureifen, indem sich die Blüten-
stiele gleich nach dem Verblühen in die
Erde senken. Die Hülse enthält ein oder
zwei ölreiche, bohnenartig schmeckende Sa-
menkörner, die geröstet oder sonst zubereitet
als Speise dienen. Die E. enthalten gegen
50°/o Fett und zeichnen sich außerdem durch
einen hohen Gehalt an Eiweiß, bis zu 40°/o,
aus, welcher eine stärkere Heranziehung zu
Ernährungszwecken wünschenswert erscheinen
läßt. — Zoll: 2 M.

Erdnußöl (Arachis-, Arachidöl, lat.
Oleum arachidis, frz. Huile d’arachide,
engl. Earth nuts oil), das in Menge von 40
bis 50°/o in den Erdnüssen enthaltene fette Öl,
wird durch Auspressen gewonnen. Das zuerst
bei kalter Pressung ablaufende öl findet als
Speiseöl Anwendung, die bei höherer Tempe-
ratur erhaltenen Proben dienen zur Seifen-
fabrikation. Das E. wurde früher meist zum
Verfälschen von Olivenöl benutzt, kommt aber
neuerdings aus unseren Kolonien auch unter
seinem eigenen Namen als „Deutsches
Erdnußöl“ in den Handel. Es unterscheidet