﻿Eukalyptusblätter

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Explosionsskhere Gefäße

Lichte braun färbt. E. ist in Wasser unlös-
lich, leicht löslich hingegen in Alkohol, Äther
Chloroform, Eisessig und Kalilauge. Das spez.
Gew. liegt bei 1,070 (15°), der Siedepunkt
bei 248°. Die alkoholische Lösung wird durch
verdünntes Eisenchlorid blau, durch konzen-
triertes grün gefärbt. E. wird in Form des
Nelkenöls als lokales Anästhetikum bei Zahn-
schmerzen, ferner zu Einreibungen und inner-
lich gegen Magenleiden verordnet. Der Tech-
nik dient es als Material zur Vanillin- (s. d.)
Synthese, der Wissenschaft zur Aufhellung
mikroskopischer Präparate. Von den Verbin-
dungen des E. findet das Benzoat, das E.
azetamid und das E. karbinol an Stelle
des E. und des Kokains als Anästhetikum
auf Schleimhäuten und als Antiseptikum bei
der Wundbehandlung Anwendung. — Zoll:
S. Tarif Nr. 353.

Eukalyptusblätter (lat. Folia eucalypti,
frz. Feuilles d’eucalypte, engl. Eucalyptus
leaves) sind die Blätter eines hohen statt-
lichen Baumes (Eucalyptus globulus)
Australiens, der jetzt auch in Algier, Italien
und anderen wärmeren Gegenden angebaut
wird. Da der Baum ziemlich schnell wächst,
pflanzt man ihn in feuchten Fiebergegenden
an, um diese trocken zu legen. Die Blätter
finden sich im Drogenhandel und werden als
Fiebermittel empfohlen. Aus den frischen
Blättern bereitet man ein kampferartig rie-
chendes ätherisches Öl, das Eukalyptusöl
(s. d.). — Zollfrei.

Eukalyptusöl (lat. Oleum eucalypti, frz.
Essence d’eucalypte, engl. Eucalyptus oil),
das ätherische Öl einiger Eukalyptusarten,
namentlich von Eucalyptus globulus, wird
durch Dampfdestillation gewonnen und durch
nachherige Rektifikation über Kalk oder
Natronlauge von hustenreizenden Beimen-
gungen befreit. Es bildet eine dünne, farb-
lose oder blaßgelbe Flüssigkeit von aromati-
schem, schwach an Kampfer erinnerndem
Geruch, geringer Rechtsdrehung und einem
spez. Gew. von 0,910—0,930. Reines E. be-
steht zu 60—70°/o aus Eukalyptol, welches
mit Cineol (s. d.) identisch ist, und enthält
daneben noch geringe Mengen eines Terpens
(Rechts-Pinen), sowie möglicherweise etwas
Kamphen und Fenchen. In dem Rohöle
finden sich die zum Husten reizenden Alde-
hyde der Buttersäure, Kapronsäure und Bal-
driansäure. Eine andere E.-Sorte von Eu-
calyptus amygdalinus unterscheidet sich
von der vorstehenden durch ihre Linksdre-
hung, welche auf einem Gehalt an Phe 11 an-
dren beruht. E. wird technisch als Lösungs-
mittel für Harze zur Herstellung von Lacken
empfohlen. Außerdem bildet es das Aus-
gangsmaterial zur Darstellung des Eukalyptols
(s. Cineol), welches in der Medizin zum Ein-
atmen gegen Influenza und äußerlich zu Sal-
ben und Einreibungen benutzt wird. — Zoll:
30 M.

Eukasin, ein neues, wasserlösliches Kräfti-
gungsmittel für Rekonvaleszenten, wird durch
Behandlung von trockenem Kasein mit Am-

moniakgas dargestellt und besteht demnach
aus Kasein-Ammonium. — Zoll: S. Tarif
Nr. 217.

Euphorbium (Euphorbiumharz, lat. Re-
sina seu Gummi euphorbium, frz. Euphorbe,
engl. Gum euphorbium), ein Gummiharz,
besteht aus dem eingetrockneten harzigen
Milchsaft einiger Wolfsmilchgewächse
heißer Länder, besonders Euphorbiresini-
f er en Nordafrikas und der kanarischen Inseln,
wo sie in trockenen, sandigen Gegenden wild
wachsen. Diese exotischen Wolfsmilchge-
wächse sind kaktusartige fleischige Pflanzen
mit kantigem, sparig verästeltem Stamme, und
längs der Kanten dicht mit Stachelpaaren be-
setzt. Der freiwillig oder durch Einschnitte aus-
tretende Saft bleibt, größtenteils von den
Stacheln gehalten, hängen und trocknet zu
innen meist hohlen, unregelmäßig rundlichen
Tränen von Erbsen- bis Haselnußgröße ein,
die entweder noch darinsteckende Stacheln
selbst, oder von ihnen verursachte Löcher
zeigen und Reste von Holz, Früchten und
Blütenstände umschließen. Die Verunreini-
gungen werden vor dem Pulvern entfernt.
Die Körner sind gelblich oder gelbbräun-
lich, bestäubt, spröde und geruchlos. Der
Staub ist höchst reizend für Augen und Luft-
wege, daher das Pulverisieren unter beson-
deren Vorsichtsmaßregeln zu geschehen hat.
Auch der Geschmack ist äußerst scharf und
brennend. Der harzige Bestandteil ist als
Gift zu bezeichnen und wirkt schon in klei-
nen Gaben als heftiges Purganz. Die Droge
wird jedoch nicht mehr zu diesem Zwecke,
sondern nur äußerlich als Zusatz oder für
sich als blasenziehendes Mittel in Form von
Pflaster, Salbe oder Tinktur verwendet. In
der Technik benutzt man E. viel als sehr
festhaftenden Anstrich auf Metallen. —
Zollfrei.

Explosionssichere Gefäße. Unter dieser
Bezeichnung hat man im Verkehr mit leicht-
entzündlichen Stoffen wie Äther, Benzin usw.
Gefäße, welche verhüten sollen, daß die
Flamme mit der betreffenden Flüssigkeit in
direkte Berührung kommt. Man bringt bei
solchen explosionssicheren Gefäßen an den
Einfüll- und Ablaßöffnungen engmaschige
Siebe an, durch welche die Flüssigkeit hin-
durchlaufen muß. Tritt dann eine Feuersge-
fahr ein, so kann die Flamme nur den Teil der
leichtentzündlichen Flüssigkeit erreichen, der
im Siebe steht. Zu beobachten ist, daß die
Siebe stets sauber gehalten werden. — Ex-
plosionssichere Lampen, sogenannte
Davysche Sicherheitslampen u. a. be-
ruhen auf demselben Prinzip. Auch hier kön-
nen die explosionsfähigen Gasgemische das
offene Licht der Lampe nicht erreichen, in-
dem die Flamme durch ein engmaschiges
Sieb abgeschlossen ist. Auch hier muß stets
dafür gesorgt werden, daß sich das Sieb
nicht mit Schmutz oder Ruß bedeckt, da
sonst leicht ein Glühen des Drahtgewebes
eintritt, und die Vorsichtsmaßregeln hinfällig'
werden. Das Anzünden derartiger Lampen
geschieht automatisch mit Amorces, oder