﻿Extrakt

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Farben, giftige

besser durch Elektrizität, ein öffnen in der
Nähe explodierbarer Flüssigkeiten oder Kör-
per ist natürlich auszuschließen. In Kohlen-
gruben, in denen schlagende Wetter Vorkom-
men, werden daher die Lampen hermetisch
verschlossen, um zu verhindern, daß die Lam-
pen von unberufener Hand geöffnet werden.

Explosionssichere Gefäße werden in Salz-
kotten, Schwelm und Berlin, explosionssichere
Lampen von Friemann & Wolf in Zwickau
i- S. angefertigt. In neuerer Zeit kommen
auch elektrische Akkumulatorenlampen in den
Handel. — Zoll: Explosionssichere Gefäße
6 M. Explosionssichere Lampen: S. Tarif
Nr. 876 ff. Elektr. Glühlampen 80 M.

Extrakt (Auszug, Dicksaft, lat. Extrac-
tum, frz. Extrait, engl. Extract) nennt man
im allgemeinen mehr oder weniger einge-
dickte, durch Pressung oder durch lösende
Flüssigkeiten hergestellte Auszüge aus Pflan-
zen oder Pflanzenteilen, zuweilen auch aus
tierischen Substanzen (z. B. Fleischextrakt).
Die Auszüge enthalten die wirkenden und
brauchbaren Stoffe der betreffenden Vege-
tabilien, also auch deren Geruch und Ge-
schmack in konzentrierter Form und erhöhter
Wirksamkeit, sind leichter transportabel und
in vielen Fällen auch haltbarer als die (Roh-
stoffe. Man unterscheidet medizinische

oder pharmazeutische E. und Farbholz-
extrakte. Zu letzteren rechnet man gewöhn-
lich auch die Gerbstoffextrakte, da sie,
aus gerbsäurehaltigen Pflanzenteilen bereitet,
nicht nur zum Gerben, sondern auch zum
Färben benutzt werden. Da nicht alle E. sich
mit demselben Lösungsmittel gewinnen lassen,
so gibt es wässerige, weingeistige und
ätherische E. Die Extraktion der Arznei-
pflanzen, welche früher Sache der Apotheker
selbst war, wird jetzt in großer Ausdehnung
von besonderen Fabriken besorgt. Das Ein-
dampfen der erhaltenen Lösungen geschieht
entweder im Dampfbade an der Luft oder
in Vakuumapparaten. In letzterem Falle wer-
den die Lösungen, soweit sie medizinische
E. betreffen, vor dem Eindampfen häufig
pasteurisiert, um sie haltbarer zu machen.
Ein E. soll sich eigentlich in demselben Lö-
sungsmittel, mit welchem es bereitet ward,
vollständig wieder auflösen. Vielfach erfolgt
die Lösung aber doch nicht ohne Rückstand
oder Trübung, weil Luft oder die zur Ein-
dickung gebrauchte Wärme leicht umändernd
auf die einzelnen Stoffe wirken. Für medi-
zinisch zu verwendende E. besteht auch die
Vorschrift, daß sie nicht in kupfernen Appa-
raten bereitet sein sollen. — Zoll: S. unter
den Spezialartikeln.

F

Fachinger Mineralwasser, ein alkalischer
Säuerling aus Fachingen im Lahntale, ent-
hält nach der im Jahre 1866 von (R. Fre-
senius ausgeführten Analyse in 1000 Gewichts-
teilen: 3,5786 g Natriumkarbonat, 0,0072 g
Lithiumbikarbonat, 0,0019 g Ammoniumbikar-
bonat, 0,6253 g Kalziumbikarbonat, 0,0003 g
Baryumbikarbonat, 0,0040 g Strontiumbikar-
bonat, 0,5770 g Magnesiumbikarbonat, 0,0052 g
Ferrobikarbonat, 0,0088 g Manganbikarbonat,
0,0397 Kaliumchlorid, 0,6311 g Natriumchlo-
rid, 0,0020 g Natriumbromid, Spur Natrium-
jodid, 0,0479 g Kaliumsulfat, Spur Aluminium-
phosphat, 0,0004 g Natriumborat, 0,0009 g
Natriumnitrat, 0,0255 g Kieselsäure und
1,7802 g freie Kohlensäure.

Fackeln werden teils aus Holz, teils aus
Holz mit Werg umwickelt und mit Pech oder
anderen leicht brennbaren Stoffen überzogen,
hergestellt und dienen zu Leuchtzwecken und
Umzügen. Außerdem stellt man auch Wachs-
fackeln in ähnlicher Weise wie die Wachs-
kerzen dar. Magnesiumfackeln s. unter
Flammen bengalische. — Zoll: Pech-
fackeln s. Tarif Nr. 370. Wachsfackeln Nr. 252.

Färberginster (gelbe Scharte, lat.Herba
gemstae, frz. Gen6t des teinturiers, engl.
Froom), ein einheimischer, auf Wiesen und
in Wäldern häufig wachsender kleiner Halb-
strauch (Genista tinctoria), wurde früher
in der Volksmedizin gegen Wassersucht ver-
wendet. Ginsterkraut enthält einen gelben
Farbstoff, der zum Wollfärben gebraucht

wird. Früher wurde auch das Schüttgelb
aus dem Ginster durch Ausziehen des Farb-
stoffs und Versetzen mit Kreide und Alaun
hergestellt, doch wird mit diesem Namen
jetzt meist das billige Chromgelb belegt. —
Ginsterblumen (lat. Flores genistae sca-
pariae, Flores spartii scapariae, frz. Genöt ä
balais, engl. Broom tops), die von dem in Mittel-
europa heimischen Besenginster(Spartium
scoparium) abstammenden Blüten, werden
medizinisch als purgierendes und harn-
treibendes Mittel angewendet. Sie enthalten
ein sehr giftiges Alkaloid, das Sparteinum,
welches medizinisch bei FI erzaff ektionen an
Stelle von Digitalin zur Verwendung kommt,
und zwar meist in Form des Schwefelsäuren
Salzes, Sparteinum sulfuricum. — Zollfrei.

Fango, der zu Bädern benutzte Schlamm
heißer italienischer Quellen, bildet neuerdings

inen Handelsartikel.

Farben, giftige. Der Verkauf und die Ver-
endung giftiger Farben unterliegt gewissen
esetzlichen Bestimmungen, welche den
chutz der Gewerbetreibenden und Konsu-
lenten gegen Gesundheitsschädigungen be-
vecken. Für den Verkauf sind die am
9. XI. 1894 vom Bundesrate erlassenen „Vor-
chriften betreffend den Handel mit
liften“ maßgebend. Nach diesen ist zum
landel mit Giften die polizeiliche Erlaubnis
rforderlich. Die Gifte müssen unter beson-
eren Vorsichtsmaßregeln, getrennt von den
brigen Waren, die Gifte der Abteilung 1 sogar