﻿Feldkümmel

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Fenchelöl

Feldkümmel (Quendel, wilder Thy-
mian, Feldquendel, Feldthymian, lat.
Herba serpylli, frz. Serpolet, engl. Mother
of thyme) heißt eine an trockenen Anhöhen,
Wald- und Feldrändem häufig wachsende,
kleine strauchartige Pflanze (Thymus Ser-
pyllum) mit halb kriechendem rötlichem,
vierkantigem, schwach behaartem Stengel,
ovalen Blättchen und quirlständigen rosenroten,
Lippenblüten. Sie besitzt einen angenehm
würzhaften starken Geruch und bitterlich zu-
sammenziehenden Geschmack und ist ein
wirksames Heilkraut, das im Sommer ge-
sammelt und getrocknet wird und unter gutem
Verschluß aufzubewahren ist. Das Kraut
dient zu Kräuterkissen, und in Form von
Abkochungen zu stärkenden Bädern und zu
Tees. Durch Destillation mit Wasser erhält
man von dem trockenen Kraut etwa Vto0/0
eines rotgelben ätherischen Öles, Oleum
Serpylli, den konzentrierten Riechstoff des
Krautes. — Zoll: Feldkümmel zollfrei. Äth.
öl s. Tarif Nr. 353.

Feldspat (frz. Feldspathe, engl. Feldspar),
ein sehr verbreitetes Mineral, welches sowohl
einen regelmäßigen Bestandteil wichtiger
Massengesteine: Granit, Syenit, Porphyr,
Gneiß, Trachyt bildet, als auch selbständig
in größeren Lagern auftritt, besteht im
wesentlichen aus Alkali- oder Kalktonerde-
silikat. Die verschiedenen Arten der Feld-
spate unterscheidet man nach der Kristall-
form in 2 Gruppen, die monoklinen und
triklinen F. und rechnet zu den ersteren
den Kalifeldspat oder Orthoklas, zu den
letzteren den Natronfeldspat oder Albit
und den Kalkfeldspat oder Anorthit,
sowie die isomorphen Mischungen beider,
die Natronkalkfeldspate. Alle triklinen F.
werden als Plagioklase bezeichnet. Von
den Varietäten des Orthoklas wird die am
reinsten kristallisierende, der Adular, wel-
cher in Form wasserheller, häufiger gefärbter
Massen auftritt, als Schmuckstein verwandt.
Er zeigt Glasglanz, auf Spaltflächen Perl-
mutterglanz, bisweilen auch in geschliffenem
Zustande einen eigentümlichen, in Farben
spielenden Lichtschimmer und kommt unter
verschiedenen Namen: Mondstein, Sonnen-
stein, Fischauge oder Wasseropal in den
Handel. Dem Orthoklas verwandt ist ein
trikliner F. (Mikroklin), der grüne Ama-
zonenstein aus Sibirien, der in Katharinen-
burg verarbeitet wird. Die grüne Farbe be-
ruht nicht, wie man früher annahm, auf
einem Kupfergehalt und geht beim Glühen
verloren. Eine prachtvolle Varietät des
Natronkalkfeldspates ist der Labradorit
(Labrador), welcher auf den Spaltflächen
sehr schöne Irisfarben (blau, grün, kupfer-
rot) zeigt und auf der Pauls-Insel, sowie der
benachbarten Labradorküste in großen Massen
gewonnen wird. Er dient zur Herstellung
von Schmucksteinen, Tischplatten u. dergl.
Die weniger schön kristallisierenden dichten

F.	finden ausgedehnte Anwendung zur Her-
stellung des Porzellans, ferner von leicht
flüssigen Glasuren und von Emails. Auch

als Ausgangsmaterial der Porzellanerde, des
Kaolins (s. d.), welcher ein natürliches Ver-
Witterungsprodukt des Feldspats ist, bean-
sprucht er ebenfalls die größte Beachtung.

F.	wird in großen Mengen von Finnland
und Schweden, ja selbst aus Grönland für
Porzellanfabrikation eingeführt. — Zollfrei.

Felle, die Häute verschiedener Säugetiere,
z. B. der Bären, Fischotter, Katzen, Marder,
Ziegen, haben insofern für den Drogenhandel
ein gewisses Interesse, als die Haare das
Material für Pinsel und Bürsten geben. Katzen-
felle werden auch vielfach gegen Rheuma-
tismus verwendet, indem man die schmer-
zenden Stellen damit bedeckt. — Zollfrei.

Fenchel (lat. Fructus foeniculi, frz. Fruits
de fenouil, engl. Fennel fruit), eine bekannte
würzhafte Doldenpflanze, Foeniculum offi-
cinale, wächst in Südeuropa wild und wird
bei uns vielfach in Gemüsegärten, zum Teil
auch im großen als Feldfrucht angebaut.
Namentlich in Thüringen, Württemberg, Böh-
men, Mähren, Galizien und Polen finden sich
ausgedehnte Fenchelfelder. Die Wurzel treibt
im zweiten Jahre, oder auch wohl noch öfter
wieder, so daß nicht jedes Jahr gesäet zu
werden braucht. Die ganze Pflanze enthält
medizinisch verwertbare Stoffe, doch werden
Kraut und Wurzel mehr nebensächlich, als
Hausmittel gebraucht, während als Handels-
ware allein die gehaltreichen Teile, die
Früchte in Frage kommen. Die länglichen,
gerippten und zwischen den Rippen mit je
einer dunkeln Ölstrieme versehenen Früchte
variieren in Größe und Färbung. Ihr charak-
teristischer Bestandteil ist das Fenchelöl
(lat. Oleum foeniculi) oder vielmehr das im
letzteren enthaltene Anethol. Die Haupt-
handelssorte bildet der sogenannte säch-
sische Fenchel, der in der Gegend von
Lützen und Weißenfels in großer Menge ge-
baut wird, und dessen größere, lebhafter
grüne Körner Kammfenchel genannt wer-
den. Nächst diesem spielt der Thüringer,
mährische und galizische F. die Haupt-
rolle. Außerdem findet sich im Drogenhandel
noch der sog. römische oder italienische

F., der viel größer im Kern, schön grünlich
und bedeutend stärker von Geruch und Ge-
schmack, von einer anderen Fenchelpflanze,
Foeniculum dulce, stammt, welche nur
einjährig ist und in Südeuropa gebaut wird.
Seit einiger Zeit kommt auch ostindischer

F.	hier in den Handel, der jedoch noch
weniger gut ist als der ebenfalls zuweilen
angebotene levantinische. Der Fenchel in
Pulverform, dient zur Herstellung von Ab-
kochungen und Aufgüssen, die als offizineile
Arznei- und Hausmittel Anwendung finden.
Der ganze F. dient mehr als bloßes Gewürz.
•—Zoll: S. Tarif Nr. 22; äth. Fenchelöl: 30M.

Fenchelöl (lat. Oleum foeniculi, frz.Essence
de fenouil, engl. Fennel-oil), das durch Wasser-
dampfdestillation gewonnene ätherische öl,
stellt eine farblose oder gelbliche, nach Fen-
chel riechende Flüssigkeit dar, welche ein
spez. Gew. von 0,970 und eine spez. Drehung
von y(- 12 bis —|— 24° besitzt. Bei längerem