﻿Fliegenpapier

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Fluoreszein

gefähr 18%, an Asche 21%, der Rest be-
steht aus Stickstoffverbindungen. Bei dem
völligen Fehlen von Fett und Eiweiß ist der
Nährwert des F. nahezu gleich Null zu setzen.
Es übt aber eine außerordentlich anregende
Wirkung auf den Organismus aus und ist
daher als ein Genußmittel von hervorragender
Bedeutung anzusprechen. Die übrigen in den
Handel gebrachten F. von Kemmerich
und Buschenthal zeigen keine wesent-
lichen Verschiedenheiten. Der sog. flüssige
Fleischextrakt von Cibi 1 enthält 65
bis 66% Wasser und erhebliche Mengen
Kochsalz. Verfälschungen von F. sind nicht
beobachtet worden. — F- dient zur Her-
stellung von Bouillon (Bouillontafeln) und als
Zusatz zu Speisen, sowie als Anregungs- und
Kräftigungsmittel. — Zoll: 30 M.

Fliegenpapier (lat. Charta muscarum, frz.
Papier Tue-mouches, engl. Fly-Paper). Unter
dieser Bezeichnung kommen Löschpapiere in
den Handel, die mit verschiedenen Stoffen
getränkt sind und nach erfolgter Anfeuch-
tung den Fliegen tötlich werden. Man führt
giftiges F., welches piit Kalium arsenicicum
unter Zusatz von Quassienholzabkochung ge-
tränkt ist. Dieses darf nur von Apotheken
und denjenigen Drogisten verkauft werden,
welche die Konzession zum Verkauf von Gif-
ten der Abt. I haben, und zwar muß bei der
Abgabe ein Giftschein ausgestellt werden.
Außerdem stellt man noch ein giftfreies
F. dar, welches lediglich mit einer Abkochung
von Quassienholz, Fliegenholz getränkt ist.
Schließlich kommt als Fliegenpapier auch
noch geleimtes, mit Fliegenleim bestrichenes
Papier, in den Handel, doch wirkt das Daran-
kleben der Fliegen nicht gerade ästhetisch.
— Zoll: 12 M.

Flittergold (Rauschgold, Knitter-
gold), zur Verzierung von Christbäumen und
sonstigem billigen Ausputz, besteht aus Mes-
sing, das zwischen Leder zu der Stärke
dünnen Papiers ausgehämmert und in Tafeln
von verschiedenen Größen und Stärken paket-
weise in den Handel gebracht wird. Der
Hauptfabrikationsort ist von alten Zeiten her
Nürnberg. — Zoll: S. Tarif Nr. 880.

Flohsamen (lat. Semen psyllii, frz. Graines de
psillium, Semence aux Puces, engl. Flea seed),
ein wenig bedeutender Artikel des Drogen-
handels, besteht aus den glänzend dunkel-
braunen, fast wie Flöhe aussehenden Samen
einer einjährigen zu den Wegebreitarten ge-
hörigen Pflanze (Plantago Psyllium), die
m südlichen Gegenden an sandigen Meeres-
küsten wächst. Die Ware kommt aus Frank-
reich, Persien und Ostindien. In Südfrank-
reich wird der Same durch Anbau gewonnen,
dazu eine andere, der genannten
den tv 1	P*' cynops, benutzt wer-

• rwie Samen von PI. arenaria, welches
jnr c eutschland, Österreich, Ungarn und
weiz wächst, sind im deutschen Han-
e jI6-1?1?61' ~u Ariden. Der wirksame Be-
andteil des Flohsamens ist ein Schleim, der
em Gewicht nach etwa 15% ausmacht, durch
usziehen mit siedendem Wasser aber so vo-

luminös wird, daß 1 Teil Samen 200 Teile
Wasser in eine Gallerte von der Konsistenz
des Eiweißes verwandelt. Der grünliche
Schleim ähnelt in seiner Beschaffenheit dem
arabischen Gummi und findet beschränkte
medizinische Verwendung als einhüllendes
Mittel. Hauptsächlich wird er aber in der
Technik, in der Kattundruckerei und Fär-
berei, zum Appretieren seidener Zeuge, zum
Glänzen von Leder, Steifen von Wäsche,
Hüten usw. benutzt. — Zollfrei.

Flores, Blüten, bilden einen wichtigen
Artikel in Drogenkatalogen, hauptsächlich
Flores arnicae, Arnika-; Fl. chamomillae,
Kamillenblüten; Fl. aurantiorum, Orangen-
blüte; Fl. cassiae, Zimtblüte; Fl. rosarum,
Rosenblätter; Fl. rhoeados, Klatschrosen-
blüten; Fl. sambuci, Holunder-; Fl. tiliae,
Lindenblüten; Fl. verbasci, Königskerzen-
blüten usw. Auch einige Chemikalien führten
nach dem Sprachgebrauche der alten Chemie
die Bezeichnung Flores und werden zuweilen
auch jetzt noch so genannt, z. B. Fl. benzoes,
Benzoeblumen oder Benzoesäure; Fl. salis
ammoniaci, Salmiak; Fl. sulfuris, Schwefel-
blumen; Fl. zinci, Zinkblumen oder Zink-
oxyd. — Vegetabilische Blüten der beschrie-
benen Arten sind zollfrei, Zimtblüten: 50 M.

Florlzin, ein gelbbraunes dickflüssiges Öl,
welches durch Erhitzen von Rizinusöl auf 300 0
dargestellt wird, hat die Eigenschaft, sich
mit Mineralöl zu mischen, und findet daher
wegen seiner Kältebeständigkeit und hohen
Konsistenz zur Herstellung von Schmier-
mitteln Anwendung. — Zoll: S. Tarif Nr.260.

Fluate (Kesslersche Fluate), Salze der
Kieselfluorwasserstoffsäure, welche in wäßriger
Lösung zum Anstrich von Wasserbassins aus
Kalk oder Zement dienen und sehr wider-
standsfähige Überzüge liefern. — Zollfrei.

Flundern (Fluken, frz. Flez, Flets, engl.
Flounders), bilden die wichtigste Gruppe der
Plattfische oder Schollen, die sich alle
durch eine scheibenförmig plattgedrückte ver-
schobene Körperbildung, verzogenes Maul
und auf eine Seite herübergerücktes Augen-
paar auszeichnen. In der Nordsee sollen min-
destens 16, in der Ostsee 13 Arten solcher
Plattfische leben, deren Unterscheidung und
wissenschaftliche wie Volksnamen ziemlich
schwankend und unklar sind. Die besseren
F. sind bekannt als Steinbutten, Meer-
äschen, Platteisen und kommen frisch in
Eispackung auf unsere Märkte. Die ge-
räuchert, in Gesellschaft von Pöklingen vor-
kommenden Flundern (Platessa flesus)
sind die einzigen der Art, _ die auch m die
Flüsse hinaufgehen. — Frische F. zollfrei;
geräucherte s. Nr. 117.

Fluoreszein, die Muttersubstanz füi eine
große Zahl prächtiger Teetfnrbstoffe, wird
durch Erhitzen von 2 Teilen Phtalsaure-
anhydrid mit 7 Teilen Resorzin dargestellt.
Durch Umkristallisieren der Schmelze aus
Alkohol erhält man das F. als ein feinkristal-
linisches dunkelrotes Pulver, welches, in Was-
ser unlöslich, mit Alkohol und Äther gelbrote,