﻿145

Formaldehyd

____________ Fora!

lattichblätter; F. hyoscyami, Bilsenkraut-
blätter; F. lauri, Lorbeerblätter; F. lauro-
cerasi, Kirschlorbeerblätter; F. nicotianae,
Tabakblätter; F. salviae, Salbeiblätter; F.
toxicodendri, Giftsumachblätter; F. uvae ursi,
Bärentraubenblätter usw. — Die zum Ge-
werbe- und Medizinalgebrauch dienenden
Blätter sind im allgemeinen zollfrei.

Fora!, ein Enthaarungsmittel, besteht aus
einem Gemisch von je 15°/o Strontiumsulfid,
Strontiumsulfat und Kalziumkarbonat mit45°/o
Weizenstärke und geringen Mengen Soda
und Zinkoxyd. Der Anwendung des durch
seinen Gehalt an Schwefelstrontium wirksamen
Präparates steht der unangenehme Geruch
nach Schwefelwasserstoff entgegen. — Zoll:
S. Tarif Nr. 389.

Force, ein als Universalnahrung auf den
Markt geworfenes amerikanisches Reklame-
produkt, besaß das Aussehen von Hafer-
flocken und die Zusammensetzung und den
Geschmack altbackenen Zwiebacks. Größere
Verbreitung scheint es nicht gefunden zu
haben. — Zoll: 60 M.

Forellen (frz. Truites, engl. Trouts). Diesen
Namen führen einige zur Klasse der Edel-
lachse gehörigen Fische, die sich durch
schöne Färbungen und ein vorzüglich schmek-
kendes und nahrhaftes Fleisch auszeichnen.
Zu ihnen gehören: 1. die in klaren Gebirgs-
wässern und Waldbächen lebende Bach-
forelle (Trutta fario), mit bunter, augen-
förmiger Tüpfelung, die zurzeit als Delikatesse
immer noch ziemlich teuer bezahlt werden
muß, infolge der künstlichen Züchtung aber
wahrscheinlich billiger werden wird. Vor allem
setzt man jetzt künstlich befruchtete Forellen-
eier vielfach in Gebirgsbäche aus. Während
der Zeit vom September bis mit Dezember
dürfen F. nicht gefangen und verkauft wer-
den. Der Verkauf von F. unter 18 cm Länge
ist überhaupt verboten. Die Versendung der
Fische geschieht entweder lebend durch Eil-
gelegenheit oder geschlachtet und zwischen
Kohl- und andere Blätter gepackt. 2. Die
Lachs- oder Grundforelle (Trutta la-
custris), auch Seeforelle genannt, lebt in
Süßwasserseen. Sie findet sich in fast allen
Schweizer Seen, namentlich im Genfer- und
Bodensee und wird zuweilen 20 bis 25 kg
schwer. Der schönste und delikateste dieser
Süßseefische ist 3. der Ritter, Salbing,
Saibling, Rötforelle (Salmo salve-
linus), ein Bewohner der schweizer, baye-
rischen und tiroler Seen, der nicht schwerer
als 5 kg wird, aber ein außerordentlich wohl-
schmeckendes Fleisch besitzt. Andere ver-
wandte Arten sind Äschen, Fölchen,
Rheinlanken, Gangfische, die alle gute
Nahrungsmittel darstellen. Die Lombardei
hat eine besondere, marmorierte Forellenart.

wie aus den Schweizer Seen werden
erhebliche Mengen dieser Fische teils ge-
räuchert, teils mariniert in den Handel ge-
bracht. Der stärkste Abnehmer ist Frankreich.
4. Die Meerforelle, zuweilen auch Lachs-
forelle genannt (Trutta trutta), in der
Ost- und Nordsee, wird 12—15 kg schwer.

Merck s Warenlexikon. 5. Aufl.

Am großartigsten wird der Fang und der
Handel mit diesen Lachsforellen in Schott-
land betrieben, wo die Flüsse Tay, Tweed,
Spey und Esk alljährlich ungeheure Mengen
von Lachsforellen liefern, die aus dem Meere
des Laichens wegen in die Flüsse kommen
und eingesalzen weit und breit verschickt
werden. — Zoll: S. Tarif Nr. 115ff.

Foulards (Fulas, frz. und engl. Foulards)
nannte man ursprünglich ostindische bunt-
gedruckte , seidene Hals- und Taschentücher.
Gegenwärtig bezeichnet der Name meistens
Kleiderstoffe aus ungezwirnter Rohseide mit
florettseidenem Schuß oder auch ganz Seide
gewebt, die in verschiedenen Druckdessins,
aber auch streifig, karriert, einfarbig usw.
Vorkommen. Sie werden in französischen,
englischen und deutschen Seidenmanufak-
turen angefertigt. — Verzollung: S. Tarif
Nr. 391 ff.

Formaldehyd (Ameisenaldehyd) wurde
1867 von A. W. Hof mann zuerst in wasser-
freiem Zustande als stechend riechendes Gas
dargestellt. Von großer Bedeutung ist das-
selbe in wäßriger Lösung als Formalin (For-
mol, Methylaldehyd, lat. Formaldehydum so-
lutum). Zur Darstellung im großen wird ein
trockener Luftstrom durch Methylalkohol von
50% gesaugt, und das Gemenge von Methyl-
alkoholdampf und Luft über glühende Kupfer-
spiralen geleitet. Das in abgekühlten Vor-
lagen gesammelte Destillat besteht aus wäß-
riger 30—40% Formaldehydlösung, die durch
Destillation von dem in geringer Menge mit
übergegangenen Methylalkohol befreit wird.
Das wäßrige F. bildet eine farblose, stechend
riechende Flüssigkeit mit 35—40% Formal-
dehyd und einem spez. Gew. von 1,079 bis
1,081. F. reduziert ammoniakalische Silber-
nitratlösung unter Bildung eines Spiegels,
hinterläßt beim Verdampfen eine weiße
Masse, Paraformaldehyd, die beim Aus-
trocknen in Trioxymethylen übergeht, und
liefert bei Einwirkung von Ammoniak H exa-
methylentetramin (Urotropin). Reines
Formalin soll beim Erhitzen vollständig
flüchtig sein und darf weder Metalle, Chlo-
ride und Sulfate, noch größere Mengen von
Ameisensäure (höchstens 0,25%) enthalten.
F. ist ein starkes Protoplasmagift und wirkt
infolgedessen höchst desinfizierend und kon-
servierend. In der Medizin findet F. als An-
tiseptikum in V20—l%iger Lösung Anwen-
dung. Seiner Anwendung zur Haltbar-
machung von Nahrungsmitteln stehen die
gesetzlichen Vorschriften entgegen, hingegen
wird es in der Technik schon lange zur Kon-
servierung von Rohstoffen (der Gerbereien,
Abdeckereien usw.), sowie von organischen
Lösungen (Gummi, Leim, Stärkelösungen) be-
nutzt. Auch findet F. Verwendung m der
Elektrotechnik, Gummiwarenindustrie, Photo-
graphie, Lederfabrikation (zum Härten der
Häute), Glasindustrie usf. Die Landwirtschaft
benötigt ihn zur Bekämpfung der Getreide-
krankheiten, sowie der Maul- und Klauen-
seuche der Tiere. Im Gärungsgewerbe dient
er zum Reinigen von Kellereien. Weiter

10