﻿Globe-Öl

159

Glyzerin

Kriegsschiffen, Schmelz- und Dauerbrand-
öfen, ferner von Schutzbrillen für Arbeiter
gegen Einfliegen von Metall-, Stein- und
Glassplitter, strahlende Hitze usf. Die klei-
neren Partikel werden zur Verzierung von
Spielwaren, Galanteriewaren und Buntpapier
benutzt. Das metallglänzende Aussehen hat
oft die Hoffnung auf Goldfunde erweckt und
dem Gl. den Namen: Katzengold einge-
tragen. Hauptfundorte sind Ural, Nord-
amerika, Ostindien und China. Auch in den
deutschafrikanischen Kolonien scheinen einige
abbauwürdige Lager zu sein. Der meist
schwarze Magnesiaglimmer (Biotit) findet
sich besonders in den jüngeren Eruptiv-
gesteinen: Porphyren und Trachyten. Der
rosenrote Lithionglimmer oder Lepido-
lith von Penig in Sa. bildet das wichtigste
Ausgangsmaterial zur Darstellung von Lithium-
präparaten. — Zoll: Glimmerschuppen s.
Tarif Nr. 221/22; Glimmer und Glimmer-
platten Nr. 231. 682. 688.

Globe-Öl (Vulkanöl, Phönixöl), ein aus
westvirginischem Rohpetroleum hergestelltes
Schmieröl vom spez. Gew. 0,885, ist säurefrei,
kältebeständig und verharzt nicht. Auch setzt
es nach wochenlangem Stillstand der Ma-
schinen keine trocknen Massen ab. — Zoll:
S. Tarif Nr. 239.

Glockenmetall, eine Bronze, welche 18
bis 25°/o Zinn und 75—82°/o Kupfer enthält.
Neuerdings werden auch Glocken aus Guß-
stahl hergestellt. — Zoll: S. Bronze.

Glühlampen für elektrisches Licht nennt
man diejenigen Beleuchtungskörper, in wel-
chen dünne Fäden von leitendem (Metalle)
oder nichleitendem (Kohle, Metalloxyde) Ma-
terial durch den elektrischen Strom zum
Glühen gebracht werden, und welche, falls
die als Widerstand eingeschaltete Substanz
verbrennlich ist, natürlich evakuiert oder mit
einem indifferenten Gase gefüllt sein müssen.
Am verbreitetsten und bekanntesten von den
Lampen der letzten Kategorie ist die Kohlen-
fadenlampe. Von den neuerdings in großer
Zahl konstruierten G. kommt besonders die
Osmiumlampe in Betracht, bei welcher ein
aus Osmiummetall und gewissen Zusätzen
hergestellter Faden in Weißglut versetzt wird.
Die O., welche ein intensives, rein weißes
Licht liefert, hat den Vorzug geringen Strom-
verbrauchs und geringer Empfindlichkeit
gegen Spannungsschwankungen. Ihr hoher
Preis von 4 M., wird durch die lange Brenn-
dauer ausgeglichen. Die Tantallampe ent-
hält äußerst feine Fäden von metallischem
Tantal. Sie verbraucht nur halb soviel Strom
wie die Kohlenfadenlampe und hat eine Brenn-
dauer von über 1000 Stunden. Ihr Preis
beträgt zurzeit etwa 2 M. Die Zirkon- und
Osramlampen enthalten Fäden von Zirkon
bzw. einer Legierung aus Osmium und Wolf-
ram. Die Nernstlampe mit offener luft-
haltiger Birne beruht auf der Beobachtung,
daß gewisse, bei gewöhnlicher Temperatur
nicht leitende Substanzen bei höheren Tem-
peraturen den elektrischen Strom leiten. Sie
enthält als Glühkörper ein Stäbchen aus

Magnesia, welches durch eine automatisch
wirkende Heiz Vorrichtung vorgewärmt und
dann erst durch den elektrischen Strom zum
Glühen gebracht wird. Der Stromverbrauch
ähnelt demjenigen der Tantallampe. Dem
hohen Preise steht der geringere Stromver-
brauch und die längere Brenndauer entgegen.
Als Nachteil der N. ist zu erwähnen, daß sie
nur für größere Lichtstärken hergestellt wird.
— Zoll: 80 M.

Glühstrümpfe für Gasglühlicht (Auerlicht),
Spiritus- und Petroleumglühlicht werden in
der Weise hergestellt, daß man ein feines
Baumwollengewebe mit einer Lösung von
Salzen der seltenen Erden, meist Thorium-
nitrat mit 1% Zernitrat, tränkt und darauf
die Faser durch Glühen zerstört. Das in
Form des Gewebes hinterbleibende Gerüst
von Metalloxyden wird, um ein Zerbröckeln
beim Versand zu verhindern, mit Lösungen
elastischer Substanzen, wie Guttapercha oder
Kollodium getränkt, die dann beim Gebrauch
schnell abbrennen. Die Anwendung der G.
hat eine erhebliche Gasersparnis zur Folge,
ihre Brenndauer beträgt gegen 500 Brenn-
stunden. — Zoll: Ausgeglüht 120 M., nicht
ausgeglüht 100 M.

Glutol, ein gelblichweißes, in Wasser un-
lösliches Pulver wird durch Behandlung von
Gelatine mit Formaldehyd dargestellt und
findet als antiseptisches, blutstillendes Wund-
streupulver Anwendung. Mit ihm identisch
ist das ebenfalls als Formaldehydgelatine an-
zusprechende Glutoform. — Zoll: S. Tarif
Nr. 388.

Glykoformal nennt Lingner die zur Fül-
lung seines Desinfektionsapparates bestimmte
Mischung von 10 T. Glyzerin, 15 T. Wasser
und 75 T. Formaldehyd. — Zoll: 20 M.

Giykosal, ein neues Heilmittel, wird durch
Erhitzen von Glyzerin mit Salizylsäure und
Mineralsäuren hergestellt als ein weißes
Kristallpulver vom Schmelzpunkt 76°, das
sich leicht in heißem Wasser und Alkohol,
schwierig in Chloroform und Äther löst. Es
ist der Salizylsäureester des Glyzerins und
findet an Stelle der Salizylsäure medizinische
Anwendung. — Zoll s. Tarif Nr. 388.

Glyzerin (Glyzerylalkohol, Glyzeryl-
oxydhydrat, Ölsüß, Scheelesches Süß,
lat. Glycerinum, frz. Glycerine, engl. Glycerin),
ein dreiatomiger Alkohol, findet sich nicht
im freien Zustande in der Natur, sondern
als Ester verschiedener Fett- und Ölsäuren,
mit denen es die natürlichen Fette des Pflan-
zen- oder Tierreiches bildet. In geringer
Menge entsteht es bei der geistigen Garung
zuckerhaltiger Flüssigkeiten und ist daher
ein regelmäßiger Bestandteil des Weines und
Bieres. Zur technischen Darstellung des Gl.
bedient man sich ausschließlich der natür-
lichen Fette, welche durch Ätzalkalien resp.
Bleioxyd, sowie auch durch gespannte Wasser-
dämpfe in Gl. und Fettsäuren zerlegt werden.
Es wird sonach im Großbetrieb stets als
Nebenprodukt bei der Seifenfabrikation aus
der sogen. Unterlauge, oder bei der Stearin-