﻿Guaviroba

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Gummi arabikum

Verbrauch, teils zum Verkauf bereitet wird,
gelangt teils zum Verkauf und wird teils von
den Eingeborenen selbst verbraucht. Die ge-
rösteten, gestoßenen und mit etwas Wasser
zu einem Teige gekneteten Samen werden in
längliche Kuchen geformt oder spindelförmig
gerollt, an der Sonne oder im Rauche der
Hütten getrocknet und bilden eine harte, rot-
braune, etwas fettglänzende, mit helleren
Samenbruchstückchen durchsetzte Masse. Ge-
ringeren Sorten soll Maniokmehl beigemischt
sein. Die Masse quillt im Wasser auf, riecht
eigentümlich, altem sauren Brote ähnlich,
schmeckt adstringierend und gelinde bitter.
Die Indianer benutzten die Masse als anregen-
des Heilmittel. Offizinell wird sie seit einigen
Jahren gegen Migräne angewandt. Ihr Haupt-
bestandteil ist Kaff ein, dessen Menge in
guten Sorten bis zu 5°/o beträgt. Die Ware
geht hauptsächlich nach England, Deutsch-
land und Nordamerika. — Zollfrei.

Guaviroba, die süßen Beeren der im tro-
pischen Amerika heimischen Abbevillea-
Arten, strauchartiger Gewächse aus der Fa-
milie der Myrtaceen, bilden im Ursprungs-
lande ein beliebtes Obst.— Zoll: S.Tarif Nr. 50ff.

Guignets Grün, eine in Wasser unlösliche,
schön grüne Maler- und Anstrichfarbe, welche
aus wasserhaltigem, borsaurem Chromoxyd
besteht, wird als Ersatz für das giftige
Schweinfurtergrün empfohlen. — Zollfrei; zu-
bereitet s. Tarif Nr. 336.

Guineagrün, ein dunkelgrünes, glanzloses,
in Wasser und in Alkohol lösliches Pulver,
welches Seide und Wolle im saueren Bade
grün färbt, besteht aus dem Natronsalze der
Diäthyldibenzyldiamidotriphenylkarbinoldisul-
fosäure. — Zollfrei.

Guineapfeffer. Man versteht darunter
hauptsächlich den Cayennepfeffer und ge-
wisse Formen des spanischen Pfeffers, sonst
auch Paradieskörner oder Kardamomen. Ur-
sprünglich heißen so die beißend brennen-
den Samen einer in Afrika heimischen Hab-
zelia, welche vor dem eigentlichen Pfeffer in
Europa gebräuchlich waren, jetzt aber selten
im Handel Vorkommen. Dieses Gewächs ist
es, von welchem ein Teil der afrikanischen
Westküste den Namen Pfefferküste erhalten
hat. — Zollsatz: 50 M.

Gummi arabikum (Mimosengummi, lat.
Gummiarabicum, Gummimimosae, frz. Gomme
arabique, engl. Arabic gum). Diese vielbe-
nutzte, schon im Altertum bekannte Ware
kam niemals aus Arabien, welches wenig
oder gar nichts davon erzeugt, sondern aus
Afrika. — Das eigentliche G., welches
für pharmazeutische Zwecke das geeignetste
ist, stammt aus der Gegend des weißen
Nils und des Atbara, führt den Namen
Kordofan Sudangummi und wird über
Kairo und Alexandrien den europäischen
Märkten zugeführt. Die Ware besteht aus
gelblichweißen, stark rissigen, leicht zer-
bröckelnden Stücken von meist kugeliger
Form. Als infolge der im Sudan herrschen-
den Anarchie der Handelsverkehr mit diesem
Lande abgeschnitten wurde, fand das in Ka-

dariff, der Umgegend von Kassala gesam-
melte Gezirehgummi, welches, ebenfalls
unter der Bezeichnung G. über Massaua aus-
geführt wurde, vielfache Verwendung. Es
besteht aus weniger kugeligen Stücken von
mehr bläulichweißer Farbe. Als Ersatzmittel
dienen das Senegalgummi, das Mogadore-
gummi (aus Marokko) und die ostindischen
Sorten. Überhaupt gibt es vom Gummi so
vielerlei Handelssorten, daß es keine leichte
Sache ist, sich darin zu orientieren. Noch
weniger gelingt es, mit den botanischen An-
gaben der Stammpflanzen ins Reine zu kom-
men, doch dürfte das meiste G. von Acacia
Verek (Quill, et Perott), sowie von A. ara-
bica und gummifera (Wild.) abstammen.
So viel man weiß, wird die Masse nirgends
durch Rindeneinschnitte gewonnen, sondern
die Hölzer füllen sich während der Sommer-
monate bis zum Oktober, der Regenzeit, mit
Gummi. In der darauffolgenden Zeit der
trockenen heißen Winde bekommt die Rinde
zahlreiche Risse, durch welche der Saft aus-
fließt und erhärtet. Die Ausbeute steigt mit
der Häufigkeit der Winde, so daß die ver-
schiedenen Jahrgänge reichliche und knappe
Ernten liefern. Die guten Sorten von G.
müssen sich in Wasser vollständig zu einer
schleimigen Flüssigkeit lösen. — Das Sene-
galgummi kommt meist in kugel- und
walzenförmigen Stücken mit rauher, von netz-
förmigen Rißlinien durchsetzter Oberfläche
in den Handel. Es ist im Bruche glänzend,
nuanciert sich von blaßgelblich bis dunkel-
braun, löst sich ebenfalls, aber langsam und
mit Rückstand in kaltem Wasser, zieht aus
der Luft Feuchtigkeit an und schmeckt
schleimig säuerlich. Zum Pulvern eignet
sich Senegalgummi wegen seiner hygro-
skopischen Eigenschaft daher nicht, da das
Pulver leicht wieder zusammenballt. Das
Senegalgummi wird an den Ufern des Sene-
gal am Rande der Sahara, zum Teil auch
in entfernteren Gegenden von Eingeborenen
gesammelt und von französischen Schiffen
hauptsächlich nach Bordeaux und Marseille
gebracht. Die verschiedenen Sorten werden
im allgemeinen in harte und weichere unter-
schieden. Die Härte und die Ausgiebigkeit
(Löslichkeit) ist aber bei der Senegalware,
selbst wenn sie ganz gleichmäßig erscheint,
sehr verschieden, und ihre Wertermittlung hat
daher besondere Schwierigkeiten. Ihre An-
wendbarkeit ist begrenzter, als die des arabi-
schen Gummi und beschränkt sich auf einige
technische Zwecke. Die vielen Sortenbenen-
nungen des Gummi überhaupt sind teils von
ihren Erzeugungsländern, teils von den Han-
delsplätzen entnommen, über welche sie nach
Europa gelangen. Die Waren kommen in
den Handel immer in sortis, d. h. großes
und kleines, helles und dunkles im Ge-
menge, und werden erst von Drogisten durch
Auslesen (Gummi arabicum electum) resp.
Sieben in die eigentlichen Handelssorten ge-
schieden. Zu der Primasorte, G. a. albissimum,
kommen die ganz farblosen und weißen Stück-
chen. G.a. electum in 2 Sorten ist zwar auch