﻿Hektographenmasse

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Herba

die jetzt vielgebrauchten Blüten der schwarzen
Malve großenteils verdrängt sein, während er
als Zumischung zu Kirschsaft auch jetzt
noch Anwendung findet. Seit mehreren Jahren
kommt auch Heidelbeerwein in den Han-
del, der als billiger Naturwein vielfach gegen
Bleichsucht, Blutarmut verwendet wird. — Das
Heidelbeerkraut (lat. Herba myrtilli, frz.
Feuilles de myrtille, engl. Bilberries leaves)
wird neuerdings in der Naturheilmethode ver-
wendet. — Zoll: Heidelbeeren frisch 5 M.,

H.	getrocknet zum Heilgebrauch zollfrei.
Heidelbeerwein s. Tarif Nr. 185. Heidelbeer-
kraut zollfrei.

Hektographenmasse, eine aus Wasser,
Glyzerin und Gelatine oder Leim bestehende
Gallerte, wird hergestellt, indem man den
Leim oder die Gelatine in der vorgeschrie-
benen Menge Wasser löst und darauf das
Glyzerin hinzusetzt. Auf 300 g Leim nimmt
man 500 g Wasser und 1100 g Glyzerin, auf
100 g Gelatine 300 g Wasser und 700 g Gly-
zerin. — Zoll: S. Tarif Nr. 377.

Hektographentinte besteht aus konz. Auf-
lösungen von Teerfarbstoffen in Alkohol mit
Zusätzen von Glyzerin oder Gummi arabikum,
z. B. 1 g Methylviolett, 1 g Alkohol und 8 g
Wasser, oder 1 g Methylviolett, 2 g Nigrosin,
6 g Alkohol, 0,5 g Gummi und 3 g Glyzerin.
— Zoll: 5 M.

Helenin, ein in der Alantwurzel enthaltener
kristallinischer Stoff von bitterem Geschmack,
löst sich wenig in Wasser, leicht in Alkohol
und in Äther und wird medizinisch als Mittel
gegen Keuchhusten verwandt. — Zollfrei.

Helenit, ein auf der Grube Helena in
Ropa gefundener fossiler Kautschuk. — Zoll-
frei.

Heliosöl, ein Nebenprodukt der Paraffin-
darstellung aus Braunkohlenteer, besteht aus
hochsiedenden Kohlenwasserstoffen (230 bis
300° C), hat ein spez. Gew. von 0,847 und
wird zum Brennen in Lampen benutzt. —
Zoll: 10 M.

Heliotrop (Sonnenwendstein) ist ein
zum Quarz gehöriger Halbedelstein von
dunkel-, seladon- oder lauchgrüner Fär-
bung, in welche zinnoberrote, undurchsichtige
Punkte eingestreut sind. Je zahlreicher und
gleichmäßiger dieselben sich in der grünen
Grundmasse finden, und je durchsichtiger die
letztere ist, desto höher wird der Stein ge-
schätzt. Man findet ihn in Tirol, Schottland,
Siebenbürgen, der Bucharei, China, Sibirien
und Ostindien. Seine Benutzung zu Ring-
uud Broschensteinen ist ziemlich häufig, im
nent fertigt man daraus auch größere Ge-
genstände, wie Dolchgriffe, kleine Gefäße
' g . Zoll: S. Edelsteine (Halbedelsteine).

, .el.iotr?P, ein zur Gruppe der Azofarben
fr, ^»«Teerfarbstoff, bildet ein braunes,
j Tj sser roter Farbe lösliches Pulver,
S' k ,UI?r°lle im Seifenbade rotviolett färbt,
s es e t aus dem Natronsalze der Dianisidin-

Zollfr°e1laetybetanaphtylaminsulfosäure- ~

Heliotropessenz (Extrait de Heliotrope),
ein feines, aus dem südlichen Frankreich zu
uns kommendes Parfüm, wird aus den Blüten
von Heliotropium peruvianum durch
die Methode der Mazeration mit Fett und
Behandlung des Fettes mit feinem Weingeist
erhalten. Ebenso wird durch Mazeration der
Blüten in Öl das zum Parfümieren von Haar-
ölen dienende Heliotropöl gewonnen. Man
bekommt die H. selten echt. Häufig ist sie
aus Vanillon mit Zusatz anderer Parfüme be-
reitet. — Zoll: Heliotropessenz: 300 M.;
Heliotropöl: 30 M.

Helminthochorton, Wurmtang (lat.
Muscus s. Alga Helminthochorton, frz. Mousse
de Corse, engl. Corsican Moss), eine aus
dem Mittelmeer stammende Alge, ist im
frischen Zustande purpurrot, getrocknet gelb-
braun. Als wichtigste Bestandteile sind: Gal-
lerte, Jod, Brom und Kalk ermittelt. H.
wird noch manchmal gegen Würmer im Hand-
verkauf verlangt. — Zollfrei.

Hemlockextrakt (amerikanisches Loh-
extrakt), der zur Sirupdicke eingedampfte
Absud aus der Rinde der H emlocktanne,
wird in Amerika bereits in großem Umfange
als Gerbmittel verwendet und ist in Frank-
reich, England und Deutschland ebenfalls
in Gebrauch gekommen. Nach einem engli-
schen Patent wird das Extrakt außerdem
mit Vorteil an Stelle des Sumachs beim
Färben und Drucken der Baumwolle ge-
braucht und dient namentlich mit Zinnsalz
als Grundierbeize. — Zollfrei.

Hemlockrinde, die Rinde der in Kanada
weitverbreiteten Schierlingstanne oder
Hemlocktanne, Abies oder Pinus cana-
densis, ist, je nach ihrem Alter, grau oder
grauweiß, gewöhnlich mit Flechten bedeckt,
wird im Juni gesammelt und vor ihrer Ver-
wendung von der Oberhaut befreit. Man ver-
wendet die H. in Kanada und den Vereinigten
Staaten in großen Massen anstatt der Eichen-
rinde zum Gerben der Häute. Das damit
erhaltene Leder, Hemlockleder, hat eine
rote Farbe und wird schon seit Jahren in
großer Menge in Deutschland importiert. —
Zoll: H.-Rinde: Zollfrei. H.-Leder: S. Tarif
Nr. 544 ff.

Herba ist die in der Drogenkunde gebräuch-
liche lateinische Bezeichnung für Kraut.
Zahlreiche offizinelle Kräuter sind wichtige
Artikel des Drogenhandels und werden so-
wohl eingeführt, als auch besonders nach
Nordamerika in großen Mengen exportiert.
Gangbarere Kräuter sind: H. abrotani, Eber-
rautenkraut, H. absinthii, Wermut, H. aco-
niti, Eisenhutkraut, H. althaeae, Eibisch, H.
antirrhini s. linariae, gelbes Löwenmaul, H.
anthos s. rorismarini, Rosmannkraut, H.
aristolochiae, Osterluzei, H. artemisiae, Bei-
fuß, H. asperulae odoratae, Waldmeister,

H.	basilici, Basilikum- oder Komgskraut, H.
capilli veneris, Frauenhaarfarn, H. cardui
benedicti, Kardobenediktenkraut, H. centaurii
minoris, Tausendgüldenkraut, H. chelidonii
majoris, Schöllkraut, H. conii maculati,
Schierling, H. cochleariae, Löffelkraut, H.