﻿Heroin'

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Hienfongessenz

kleinen Schweifes, welche schwarz bleibt.
Nur diese weißen Winterpelze bilden die
Handelsware. Je nördlicher die Tiere wohnen,
desto dunkler ist im Sommer ihr Braun
und desto reiner im Winter ihr Weiß. Nach
der Weiße, sowie der Länge und Feinheit
des Haares richtet sich der Preis. Doch
sieht man auch darauf, daß die Haut eine
feste Konsistenz hat. In allen diesen Eigen-
schaften haben die sibirischen Felle den Vor-
zug. In zweiter Reihe stehen die H. aus
Rußland. Von anderen Orten kommen gar
keine Hermelinfelle in den Verkehr, nament-
lich nicht aus Norwegen, obschon das Tier
dort so wenig wie in anderen Schneeregionen
fehlt. Die beste Ware kommt aus Barabinsk
und Ischni, geringere aus Jenisei und Jakutsk.
Während das Tragen von Hermelinmänteln
früher ein Vorrecht gefürsteter Häupter war,
sind diese Pelze und ihre Nachahmungen in
weißen Kaninchen jetzt eine sehr verbreitete
Damentracht geworden. Der Fang der Her-
meline geschieht in Fallen und liefert ein
beträchtliches Gesamtergebnis, denn außer
den Mengen, die in Rußland selbst verbraucht
und direkt nach China und den türkischen
Provinzen abgesetzt werden, bewegen sich
immer noch 160000 Stück alljährlich über
den Weltmarkt von Leipzig. — Zoll: S. Tarif
Nr. 155. 563 ff.

HeroYn, ein weißes Kristallpulver von
schwach bitterem Geschmack, wird durch
Erhitzen von Morphin mit Azetylchlorid dar-
gestellt und ist als Diazetylmorphin anzu-
sprechen. H. ist in Wasser und kaltem Alko-
hol nahezu unlöslich, löst sich aber leicht in
siedendem Alkohol, Chloroform, Benzol und
wird durch Säuren in leicht lösliche Salze
übergeführt. Der Schmelzpunkt liegt bei 173°.
In Form des salzsauren Salzes wird H. an
Stelle von Morphin gegen Atmungsbeschwer-
den, katarrhalische Beschwerden u. dergl.
verordnet. — Zollfrei.

Hessischgelb, ein zu den Azofarbstoffen
gehöriger Teerfarbstoff, bildet ein orange-
gelbes, in Wasser mit braungelber Farbe
lösliches Pulver. Die wäßrige Lösung gibt
mit Salzsäure einen schwarzen Niederschlag.
In der durch konz. Schwefelsäure erhaltenen
violetten Lösung entsteht beim Verdünnen
mit Wasser ebenfalls ein schwarzer Nieder-
schlag. Der Farbstoff besteht aus dem Natron-
salze der Diamidostilbendisulfosäuredisazo-
disalizylsäure und dient zum Gelbfärben. —
Zollfrei.

Hetol, das Natriumsalz der Zimtsäure,
wird durch Neutralisation synthetischer Zimt-
säure mit Soda dargestellt, als ein weißes
Kristallpulver, welches in kaltem Wasser
schwer, leichter in heißem Wasser löslich ist.
Die Lösung gißt mit Eisenchlorid einen schö-
nen violetten Niederschlag. H. wird in Form
von Einspritzungen gegen Tuberkulose ver-
wendet. — Zollfrei.

Heu (frz. Foin, engl. Hay) bildet schon jetzt
den Gegenstand eines bedeutenden Handels

nach

großen Städten '
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welcher aber noch

weit höherer Entwicklung fähig ist. Der
Haupthandel mit H. zieht sich längs der
Kanäle, schiffbaren Flüsse und Küsten hin.
Da, wo dies nicht möglich, findet die Eisen-
bahn Verwendung. Von Amerika aus, welches

H.	nach Europa liefert, hat sich zur Ver-
minderung der Transportkosten, bzw. zur
besseren Ausnutzung der Waggons die Heu-
presse verbreitet. Mit ihr können in einer
Stunde 5—6 dz Heu in 5—12 Ballen von
1/e des früheren Umfangs gepreßt werden.
Die Militärverwaltung hat im Kriege aus-
giebigen Gebrauch davon gemacht. — Der
Aufkauf von H. kann nur selten in großen
Mengen bei einzelnen Produzenten geschehen.
Er ist meist Kauf fertiger Ware, seltener
Selbstgewinnung, durch Pachten von Wiesen
behufs der Heuerwerbung. Das H. der Klee-
arten ist gehaltreicher und minder voluminös.
Wiesenheu und Klee werden in Deutschland
für annähernd 1 Milliarde Mark erzielt. Für
den Bedarf eines Pferdes rechnet man jähr-
lich inkl. Verlust 15—25 Meterzentner. In
der Neuzeit sind die innerhalb der Städte
errichteten Milchwirtschaften sichere Ab-
nehmer von gutem H. geworden. Eine Kuh
von 600 Kilo braucht jährlich etwa 45 Meter-
zentner. — Zollfrei.

Heureka, eine 20proz. Natronlauge zum
Reinigen von Bierleitungen, wird zum Preise
von 2,50 M. (1) für %, 1 verkauft.

Hexamethylentetramin entsteht bei Be-
handlung von Formaldehyd mit Ammoniak
als eine weiße Kristallmasse, welche in Was-
ser, Chloroform und Alkohol löslich, in Äther
aber unlöslich ist, und einen süßlich-salzigen
Geschmack besitzt. Durch Säuren, sowie
schon beim gelinden Erwärmen der wäßrigen
Lösung wird Formaldehyd abgespalten. Auf
dieser Eigenschaft beruht die medizinische
Verwendung des H. zur innerlichen Des-
infektion als Harnantiseptikum (Urotropin),
harnsäurelösendes Mittel usw. Die bisweilen
versuchte Anwendung zur Fleischkonservie-
rung ist aus dem gleichen Grunde nach dem
Fleischbeschaugesetz verboten. — Zoll: S.
Tarif Nr. 388.

Hickoryholz (Hickeryholz). Das Holz
verschiedener Arten der Gattung Carya,
welche in Nordamerika verkommen und zu
den Walnußgewächsen gehören. Am häu-
figsten trifft man das Holz von Carya alba,
welches auch in großer Menge importiert
und in der Kunsttischlerei verwendet wird. Es
ist weniger fein als das gewöhnliche Nuß-
baumholz, weniger glänzend, aber hart und
schwer, zähe und dauerhaft. Die Früchte
desselben Baumes sind unter den1 Namen
Hickorynüsse oder Vexiernüsse (weil der
Kern sehr schwer herauszubekommen ist) be-
kannt und haben einen angenehmen Ge-
schmack. Man verwendet sie zur Ölbereitung.
Andere Arten sind Carya olivaeformis
und Carya porcina. — Zoll: H.-Holz s.
Tarif Nr. 74 ff., H.-Nüsse: 2 M.

Hienfongessenz ist ein mit Chlorophyll
grün gefärbter, spirituöser Auszug von Lorbeer-
blättern und -früchten, Krauseminze, Pfeffer-