﻿Hopfen

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Horn

ferner von alkoholischen Getränken wie Honig-
Meth und Honig-Wein benutzt. — Zoll: S.
Tarif Nr. 139/140. Mediz. Honig: Nr. 388.

Hopfen (frz. Houblon, engl. Hop), die un-
befruchteten Dolden (Fruchtstände, Hopfen-
zapfen, Trolle) der Hopfenpflanze, Ku-
mulus lupulus, welche in vielen Ländern
angebaut wird. In den Donauländern finden
auch die Dolden des wilden H., welche bei uns
nur ausnahmsweise als Ersatz des eigentlichen
H. benutzt werden, allgemeine Anwendung.
Von der zweihäusigen Pflanze werden nicht die
männlichen Blütenstände (Fimmel-, Femel-,
Fimel-H.), sondern nur die weiblichen ver-
wandt. Es sind dies zapfenartige Kätzchen
mit gelbgrünen Blüten, die zu 4 in den Achseln
zweizeilig gestellten Nebenblätter angeordnet
sind und am Grunde von je einem Blättchen
umgeben werden. Der H. erfordert einen
sorgfältigen Anbau, Schutz gegen rauhe
Winde und eine vor starken Nebeln geschützte
Höhenlage. Gegenden mit schroffem Tempe-
raturwechsel sind auszuschließen. Der Haupt-
anbau liegt in Europa von 45—50° n. Br.,
d. h. zwischen dem südlichen Schweden und
Südungam. Die Pflanzung geschieht in Löchern
von 1,3—l,8mEntfernung und gleicher Reihen-
distanz, so daß auf den ha etwa 3200—5800
entfallen. Die Behandlung ist wegen der er-
forderlichen Menschenarbeit kostspielig, der
Ertrag wegen zahlreicher Schädlinge: Kupfer-
brand oder Fuchs, Mehltau oder Fraß, Wur-
zelfäule, Vergilbung, Blattläuse, Schnellkäfer-
larven, Hopfenwurzelspinner, Erdflöhe usw.
unsicher. Wesentlich beeinflußt wird die Güte
durch die Art des Trocknens, die zur Erhal-
tung der schönen grünen Farbe und des
Hopfenmehles rasch und sicher ohne häufige
Berührung erfolgen soll. Im allgemeinen be-
vorzugt man das Trocknen auf Horden oder
das Wenden mit Reiserbesen, stopft oder tritt
die genügend getrocknete Masse in große
Ziechen (Säcke), die mit dem Namen des
Züchters und Ortes versehen, zum Versand
kommen. Besonders feine Sorten, wie Saazer,
Spalter usw., werden von der Behörde ge-
stempelt, doch sind diese Zeichen kein sicheres
Merkmal der Echtheit, weil die leeren Säcke
von Händlern aufgekauft werden. Man
unterscheidet den besseren aber anspruchs-
volleren Frühhopfen, den ertragreicheren
Spät-H. und den dauerhaften Knoblauchs-
H. Als beste Sorten gelten der böhmische
von Saaz, Auscha, Dauba, der bayrische
von Spalt, Hersbruck und der badische von
Schwetzingen, doch kommen auch aus Würt-
temberg, Franken, Elsaß (Hagenau, Bisch-
weiler), Belgien, England, Frankreich, Nord-
amerika, Australien, Ostindien (Himalaya)
gute H. zum Verkauf. Guter H. muß grün-
lichgelb, nicht rot oder braun aussehen, sich
klebrig anfühlen, stark aromatisch riechen,
besonders beim Zerreiben zahlreiche gelbe
Drüsen erkennen lassen, im Bruch des Mittel-
stengelchens weißlich erscheinen und beim
Zerbrechen einen deutlich sichtbaren Strich
auf der Handfläche machen. Der wirksamste
Bestandteil ist das aus den Drüsen bestehende

Lupulin (H. Mehl, H. Staub), welches sich
in Menge von 10—16% in den Zapfen vor-
findet. Das Lupulin ist keine chemische Ver-
bindung, sondern ein Gemisch verschiedener
Substanzen, von denen ein mit Wasser-
dämpfen flüchtiges Öl (Hopfenöl), ferner
Hopfenbittersäure, und H. Harz die
wichtigsten sind. In den Dolden ist außer-
dem noch Gerbsäure, sowie möglicherweise
ein Alkaloid enthalten. Alle diese für die
Bierbrauerei wertvollen Stoffe sind wenig halt-
bar, schon nach Jahresfrist wird der H. äußer-
lich rotbraun, und verliert an Aroma und
Hopfenmehl. Man sucht ihn daher durch
Pressen und Schwefeln zu konservieren, ver-
leiht durch letzteres allerdings bisweilen auch
minderwertiger Ware den Anschein besserer
Beschaffenheit. Die durch Auslaugung mit
Wasser hergestellten sog. Hopfenextrakte
haben in Deutschland keinen Anklang ge-
funden. — Zoll: S. Tarif Nr. 30.

Hopfenöl (lat. Oleum lupuli aethereum, frz.
Huile de cöne de houblon, engl. Hops-oil),
das ätherische, aromatisch riechende Öl des
Hopfens, wird durch Destillation mit Wasser-
dampf aus den Hopfenzapfen in Mengen von
0,8% erhalten. H. ist dünnflüssig, bräunlich-
gelb und hat ein spez. Gew. von 0,910, sein
Siedepunkt liegt zwischen 125 und 235° C.
Es verharzt leicht und nimmt dann einen
Geruch nach Baldriansäure an. — Zoll: 30 M.

Horn (lat. Cornu, frz. Corne, engl. Horn)
nennt man die Stirnaufsätze gewisser Tiere,
von denen die des Rindergeschlechts der
Menge ihres Vorkommens und ihrer Be-
deutung nach so überwiegen, daß der all-
gemeine Ausdruck Hörner im Handel sich
fast nur auf diese bezieht. Die Masse, aus
der diese Auswüchse bestehen, die Horn-
substanz (Keratin) hat in der animalischen
Welt eine weite Verbreitung, denn sie findet
sich, freilich mit manchen Modifikationen, in
Oberhaut, Haaren, Borsten, Federn, Stacheln,
Hufen, Klauen, Nägeln, Schnäbeln, im Schild-
patt und Fischbein. Von den Knochen und
Geweihen (s. Hirschhorn) unterscheidet sie
sich dadurch, daß sie in siedendem Wasser
nicht zu Leim zu verkochen ist, sondern nur
erweicht und nachher ihre volle Härte wieder
annimmt. Die Asche der Hornsubstanz, deren
Menge 0,3 (Schildpatt) bis 3% (Büffelhom)
beträgt, enthält mehr oder weniger phosphor-
sauren Kalk, die der Federn auch viel Kiesel-
säure. Alle Hornsubstanzen enthalten über-
dies mehr oder weniger, bis zu 5% Schwefel.
Die Struktur der Hörner hat eine entfernte
Ähnlichkeit mit der des Holzes, indem sich
auf dem Durchschnitt förmliche Jahresringe
zeigen. Je älter das Gebilde ist, um so undeut-
licher werden diese Ringe, und da altes H.
besser ist als junges, so ist das stärkere oder
geringere Hervortreten der Ringe ein gutes
Unterscheidungszeichen. Die Hornmasse ist
von Markkanälen durchzogen, welche in den
äußeren Teilen des H. immer zahlreicher sind,
als im Innern. Sie besitzt eine leidliche Härte,
ist etwas biegsam und elastisch, mehr oder
weniger durchscheinend, in der Farbe von