﻿Hundekuchen

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Hyoszyamin

von 8 Zoll vorgeschrieben. Die H. kommen
sowohl in lebendem Zustande, wie auch ge-
kocht und in Büchsen eingelegt in den
Handel. — Zoll: S. Tarif Nr. 123/4.

Hundekuchen werden fabrikmäßig bereitet
und als Futter für Hunde benutzt. Sie haben
eine hellbraune Farbe, sind sehr hart, vier-
eckig, ca. 2 cm dick und 1 dm lang und
breit und bestehen aus Leguminosen-, Hafer-
oder Maismehl mit kleinen Stückchen Fleisch.
Als bekanntes Fabrikat ist zu nennen: Spratts
H. — Zoll: 60 M.

Hundszungenwurzel (lat. Radix cynoglossi,
frz. Racine de cynoglosse, engl. Cynoglosse
root) ein veralteter Artikel des Drogen-
handels, stammt von einer in ganz Deutsch-
land an Wegen und Rainen wild wachsenden
Pflanze, Cynoglossum officinale. Sie ist
lang, ästig, außen schwarz, innen weiß und
hat einen unangenehmen Geruch. Die H.
wird in der Volksmedizin verwendet. — Zollfr.

Huonfichtenholz (engl. Huon pine, Huron
pine), ein schönes feinfaseriges, gelbes Holz
von der aus Vandiemensland und Victoria
stammenden Dacrydium Franklini, wird
in der Kunsttischlerei verwendet. — Zoll: S.
Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Hyalith ist eine Varietät des Opals (s. d.).
Mit demselben Namen wird auch ein schwar-
zer Glasfluß bezeichnet, aus welchem Gläser
zur Aufbewahrung lichtempfindlicher Chemi-
kalien hergestellt werden. — Zoll: S. Edel-
steine (Halbedelsteine und Glasflüsse).

Hyazinth nennt man die feurigroten, schön
durchsichtigen Varietäten des Zirkon (s. d.).
Orientalischer H. werden unrichtiger-
weise Saphire genannt, die eine morgenrote,
ins Weiße oder Gelbe sich ziehende Fär-
bung haben. — Zoll: S. Edelsteine.

Hydrangin, ein Glukosid, der wirksame
Stoff einer in den Vereinigten Staaten unter
dem Namen Seven-bark gebräuchlichen
Droge (gegen Harnblasenstein), deren Stamm-
pflanze Hydrangea arborescens ist, er-
scheint in farblosen Kristallnadeln, die bei
2350 C schmelzen und sich ohne Zersetzung
sublimieren lassen. Die alkalische Lösung
fluoresziert blau, ähnlich dem Äsculin, von
dem sich das H. aber durch seine Leicht-
löslichkeit in Äther und Unlöslichkeit in
Salzsäure unterscheidet. Auch wird es durch
Quecksilberchlorid, Silber- und Bleinitrat
nicht gefällt. — Zollfrei.

Hydrastiswurzel (Kanadisches Wasser-
kraut, lat. Rhizoma hydrastis, frz. Rhizome
d hydrastis, engl. Yellow root, Hydrastis
rhizome), die Wurzel von Hydrastis cana-
oensiS[ einer zu den Ranunculaceen ge-
°j’gen Pflanze Nordamerikas, die von Ka-
na a bis Karolina auf feuchten Plätzen
V, °esteht aus einem höckrigep oder
ge re ten, gleichsam aus fleischigen, gelben
no en zusammengesetzten Wurzelstocke, an
we c em sich zahlreiche gelbe Fasern be-
maen. ine bildet in Nordamerika, sowie
auch neuerdings in Europa ein beliebtes
Arzneimittel, aus welchem man auch ein
luidextrakt (lat. Extractum hydrastis flui-
llerck’s Warenlexikon. 5. Aufl.

dum, frz. Extrait fluide d’hydrastis, engl. Fluid
extract of hydrastis) bereitet, welches als
Mittel gegen Wechselfieber, Krebs und
Frauenleiden benutzt wird. Der wirksame
Bestandteil der H. ist ein Alkaloid, das
Hydrastin, neben welchem auch Berberin
aufgefunden wurde. Verfälschungen mit an-
deren Wurzeln, z. B. Radix serpentariae,
kommen häufig vor. — Zoll: Hydrastiswurzel
ist zollfrei. H.-Extrakt: 60 M.

Hydrazetin(Azetylphenylhydrazin) ent-
steht beim Kochen von Phenylhydrazin mit
Eisessig als ein weißes, geruch- und ge-
schmackloses Kristallpulver vom Schmelz-
punkt 128°. Die Verwendung als Fieber-
mittel ist wegen der unangenehmen Neben-
wirkungen wieder aufgegeben worden. —
Zollfrei.

Hydrochinon, ein zweiwertiges Phenol,
bildet farblose, bei 169° C schmelzende, in
Wasser, Alkohol und Äther leicht lösliche
Kristalle. Es läßt sich auf verschiedene Weise,
so durch Behandlung von Chinon mit schwef-
liger Säure, durch trockene Destillation von
Chinasäure usw. darstellen. Das Chinon ent-
steht u. a. bei der Oxydation von Anilin
mit chromsaurem Kali und Schwefelsäure in
Form gelber Kristalle, von starkem, dem
Jodoform ähnlichem Geruch. Das H. wird
medizinisch verwendet, namentlich aber zu
photographischen Zwecken als Entwickler. —
Zollfrei.

Hydroxylamin, eine nur aus Wasserstoff,
Stickstoff und Sauerstoff bestehende starke
Base, welche dem Ammoniak ähnlich ist
und sich wie dieses mit Säuren verbindet,
bildet farblose zerfließliche Kristalle, welche
bei 33° schmelzen, bei 58° im Vakuum sie-
den und sich bei höherer Temperatur, oft
explosionsartig zersetzen. H. ist in Wasser
leicht, in Äther und Chloroform kaum löslich
und wirkt stark reduzierend. In Form seines
salzsauren Salzes (Hydroxylaminhydro-
chlorid) wird es als photographischer Ent-
wickler und in der Medizin als Ersatz des
Chrysarobins benutzt. — Zollfrei.

Hygrin, eine in den Kokablättem neben
Kokain enthaltene organische stickstoffhaltige
Base, besteht nach den neuesten Unter-
suchungen aus einem Gemenge verschiedener
Basen. — Zollfrei.

Hyoszin (lat. Hyoscinum), ein dem Atro-
pin und Hyoszyamin isomeres Alkaloid, findet
sich im Bilsenkraut, der Wurzel von Scopolia
japonica und den Duboisiablättem. Es ist
nur als eine sirupartige Masse bekannt, bil-
det aber kristallisierbare Salze, von denen das
Jodwasserstoffhyoszin in der Augenheil-
kunde an Stelle von Atropin Anwendung
findet. Nach neueren Untersuchungen ist H.
wahrscheinlich mit Scopolamin identisch.
— Zollfrei.

Hyoszyamin (lat. Hyoscyaminum), das in
den Samen und Blättern des Bilsenkrautes
(s. d.) neben Hyoszin enthaltene, sehr giftig
wirkende Alkaloid, hat eine ähnliche, die Pu-
nille erweiternde Wirkung, wie Atropin.

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