﻿Inulin

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Iridium

Powder of insectes), von Chrysanthemum ro-
seum et Chr. Marschallii, Syn. Pyrethrum
carneum, P. roseum, hat Blütenköpfchen mit
einem aus braungeränderten Schuppen zu-
sammengesetzten Hüllkelch, blaßrötlichen, ge-
trocknet violetten Strahlenblüten und gelb-
lichen Scheibenblüten. Montenegriner oder
Dalmatiner I. (lat. Pulvis florum chry-
santhemi, frz. Poudre d’insectes, engl. Pow-
der of insectes). Die dieses Pulver liefernden
Blüten von Chrysanthemum s. Pyrethrum
cinerariaefolium haben sehr kleine, gelbe
Scheibenblütchen und weißgelbliche Rand-
blütchen. Alle Sorten I. besitzen eine gelblich-
braune bis gelblichgrüne Farbe und einen
eigentümlichen, nicht sehr starken Geruch. Da
dieser sich mit der Zeit verliert, so muß die
Ware gut verschlossen aufbewahrt werden,
hält sich aber auch dann nicht immer in
gebrauchsfähigem Zustande. Gegenwärtig
haben sich die Dinge so entwickelt, daß die
Dalmatiner Blüten, die sonst als unkräftig und
unecht angesehen wurden, jetzt als die wirk-
samsten anerkannt sind und daher weit mehr
gesucht und am teuersten bezahlt werden.
Von Dalmatien aus ist Chrysanthemum cine-
rariaefolium auch nach Kalifornien verpflanzt
worden und wird dort Buhach genannt. Das
Pulver der wilden geschlossenen Blüten, wel-
ches meist über Triest in den Handel kommt,
wird dem der aufgeblühten vorgezogen. Das
einfachste Mittel, sich von der Wirksamkeit
einer Probe Zu überzeugen, besteht darin,
daß man das Pulver mit lebenden Wanzen
oder Ameisen zusammenbringt. Zur Erzielung
energischer Wirkung bedient man sich des
Ausräucherns mit dem Pulver, indem man
es auf Kohlen wirft, oder der weingeistigen
Tinktur. Reisende in den Tropen sind von
den Wirkungen der letzteren höchsten Lobes
voll. Sie schützt, selbst noch zehnfach mit
Wasser verdünnt, die damit benetzten Körper-
teile gegen alle Insektenangriffe, und die
gefürchteten Moskitos fliehen den so ge-
feiten Menschen wenigstens einen ganzen
. g oder eine ganze Nacht. Auch die Krätze
wird in heißen Ländern mit konzentrierter
1 mktur durch Waschen beseitigt. Für die
Menschen ist das I. nicht schädlich. Ver-
fälschungen mit den Blüten von Chry-
santhemum Leucanthemum, Kamillen usw.
kommen nicht selten vor. — Zoll: I. ist zoll-
frei; die Tinktur: 60 M.

Inulin (Alantstärke, Dahlin, Alantin,
i?1:■ Inulinum), eine dem Stärkemehl ähnliche
ubstanz, findet sich in verschiedenen Pflan-
«wurzeln, namentlich in der Alantwurzel,
der °rne’ Löwenzahnwurzel und den Knollen
Wa^fC^\8lr}er} als ein weißes, geruchloses, in
nicht Klos lcbes Pulver, welches durch jod
Äther	g?färbt wird, in Alkohol und

mit verdünnte^Sal1 -St Un?.bf7 Erwärmen
Fruktose gibt	Lmksfruchtzucker,

wendet. - Zoll16 M medizinisch ver-

cher ^VTp!k-U r^t-nennt man die Mischung glei-
d.	i ‘ykOSe und Fruktose, welche bei

y ro yse von Rohrzucker entsteht. Er

wird durch Behandlung des letzteren mit verd.
Säuren (Salzsäure, Schwefelsäure), neuerdings
auch mit Kohlensäure, dargestellt, und bildet
einen rein süß schmeckenden, linksdrehen-
den Sirup, der als Ersatz des Rohrzuckers
bei der Fabrikation von Kunsthonig, Marme-
laden und anderen Obstkonserven benutzt
wird. — Zoll: 40 M.

Ipekakuanhawurzel (Brechwurzel, lat.
Radix ipecacuanhae, frz. Racine d’Ipdca, engl.
Ipecacuanha root) wird besonders von Bra-
silien aus versandt, neuerdings aber auch in
Ostindien angebaut, während eine aus Neu-
Granada (Cartagena) stammende Sorte nicht
in Aufnahme gekommen ist. Sie stammt von
einem in den feuchten Urwäldern der Pro-
vinz Matto grosso wachsenden Strauche, Ce-
phaelis Ipecacuanha, Psychotria Ip. aus
der Familie der Rubiaceen und besteht aus
den strohhalmstarken, hin- und hergebogenen
Wurzeln, welche aus dem horizontalen Rhi-
zome nach unten austreiben. Die grauen,
bisweilen auch braunen, schwarzen und
weißen Stücke besitzen über einem sehr
dünnen, zähen und weißen Holzkörper eine
dicke, hornartige Rinde, welche durch eng-
stehende wulstartige Anschwellungen wie ge-
ringelt erscheint. Diese Wulste sind das
Kennzeichen der echten Pharmakopöeware.
I. hat einen stark bitteren, kratzenden und
ekelerregenden Geschmack, welcher der An-
wesenheit eines ätherischen Öles zugeschrie-
ben wird. Das wirksame Prinzip ist das
stark giftige Alkaloid Emetin, welches in
Menge von ca. 1,5 °/o vorhanden ist. Da-
neben enthält die Droge noch zwei andere
Alkaloide, Zephaelin und Psychotrin,
sowie eine eigentümliche glukosidische Säure,
Ipekakuanhasäure. Das zur medizinischen
Verwendung bestimmte Pulver darf nur aus
der Rinde bereitet werden und muß 2°/o
Alkaloide enthalten. I. wird sowohl in Form
dieses Pulvers, als auch in Form von Auf-
güssen, Extrakten und Tinkturen benutzt und
wirkt in kleinen Dosen erregend auf das
Nervensystem, in größeren brechenerregend.
— Zollfrei.

Iridium, ein dem Platin verwandtes Schwer-
metall, findet sich teils gediegen, teils als
natürliche Osmium-Iridium-Legierung im
Platinerz und Platinsand und hinterbleibt bei
der Behandlung des letzteren mit Königs-
wasser als ein unlösliches schwarzes Pulver.
Es ist nur bei Weißglut hämmerbar und zeigt
dann eine silberweiß glänzende Farbe, sowie
das spez. Gew. 22,5. Das I. ist sonach das
schwerste aller Metalle. Es wird selbst durch
Königswasser nicht gelöst, kann aber durch
Glühen mit Ätzkali und chlorsaurem Kalium
aufgeschlossen werden und geht hierbei in
ein Kaliumsalz über, aus welchem die übrigen
Verbindungen hergestellt werden können. Von
der Eigenschaft dieser Salze, die verschie-
densten Färbungen anzunehmen, ist der
Name des Elements abgeleitet. Das I. wird
technisch hauptsächlich in Form seiner Legie-
rung mit 70—75°/o Platin zur Herstellung che-
mischer Geräte (Tiegel) verwendet, welche