﻿Irnol

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Ivaöl

sehr widerstandsfähig sind und selbst der Ein-
wirkung von Königswasser widerstehen. Die
gleiche Legierung dient zur Anfertigung von
Spitzen für goldene Schreibfedem und von
Elektroden, das reine Metall als Faden in
Glühlampen. Die schwarzen Oxyde finden in
der Porzellanmalerei als schwarze und graue
Farben Anwendung. — Zoll: S. Anmerkung
zu Unterabschnitt 16 a.

Irnol, ein Konservierungsmittel für Fleisch-
waren, besteht aus einer wäßrigen Lösung
von Rohrzucker, Salpeter und essigsaurer
Tonerde. — Zoll: 500 M.

Isatin (lat. Isatinum, frz. und engl. Isatine),
ein Oxydationsprodukt von Indigblau mit Sal-
petersäure, bildet gelbrote, in heißem Wasser
und Alkohol lösliche Prismen und wird jetzt
auf künstlichem Wege fabrikmäßig darge-
stellt, indem man Orthonitrophenylpropiol-
säure mit Alkalilauge kocht. — Zollfrei.

Isatingelb, ein 1886 in den Handel ge-
kommener Teerfarbstoff, wird erhalten
durch Einwirkung von Phenylhydrazinpara-
sulfosäure auf Isatin und Sättigen mit Natron,
als orangegelbes, in Wasser lösliches Pulver,
welches Wolle und Seide in sauerem Bade
grünlichgelb färbt. — Zollfrei.

Isländisches Moos (lat. Lichen islandicus,
frz. Lichen d’Islande, engl. Iceland moss) nennt
man eine Flechte (Cetraria islandica),
welche in der gemäßigten und kalten Zone
vorkommt, sich in der ersteren aber nur
auf Bergen, in Wäldern, wie auf kahlen
Stellen, im Norden hingegen auch auf dem
Flachlande ansiedelt und zwar stets auf dem
Erdboden selbst. Die Flechte wächst mit
ihrem Lager aufrecht und bildet oft dichte,
große Flächen überziehende Rasen von 3 bis
9 cm Höhe. Das Lager ist lederartig im
frischen, mehr hornartig und zerbrechlich im
trockenen Zustande, vielfach in ungleiche,
verbogene Lappen geteilt, auf der Oberseite
im Leben dunkel olivengrün, getrocknet braun
gefärbt, die Unterseite grauweiß, der Grund
blutrot gefärbt oder gesprenkelt. Die Ränder
der unfruchtbaren Lappen sind schwarz ge-
zähnelt. Die Pflanze besitzt einen schleimigen
und bitteren Geschmack, welcher durch einen
in Alkalien mit gelber Farbe löslichen Bitter-
stoff, Zetrarin oder Zetrarsäure, unge-
fähr 2°/o, verursacht wird. Ferner ist außer
dem hauptsächlichsten Bestandteile, dem
Lichenin oder der Flechtenstärke, ungefähr
l°/o kristallisierbare Lichesterinsäure vor-
handen. Die Flechte wird gegen Katarrhe,
Blutspucken usw. sowohl in Abkochungen, wie
auch als Gallerte, in Pulvern und als Be-
standteil von Schokolade angewandt. In
Schweden und anderen Nordländern benutzt
man sie als Ausgangsmaterial für Branntwein-
brennerei, in Notfällen auch als Zusatz zu
Brot. — Die Flechte bildet einen regel-

regelmäßigen Artikel des Drogenhandels auch
im großen, ist roh, gelesen und geschnitten
zu kaufen und wird für den Versand gewöhn-
lich mit hydraulischen Pressen 50-kiloweise
zu möglichst kleinen Ballen zusammengepreßt.
Obschon alle Bergländer den Artikel liefern
können, scheinen doch bestimmte Gegenden,
besonders das Riesen- und Fichtelgebirge, die
Ware in besonderer Güte zu produzieren. —
Zollfrei.

Isoform (Parajodosoanisol) entsteht bei
der Oxydation von Parajodanisol und wird
im Gemisch mit phosphorsaurem Kalzium als
ein weißes, nach Anis riechendes, Kristall-
pulver (Isoformpulver) in den Handel ge-
bracht. Es ist in Wasser löslich, in Alkohol
und Äther unlöslich und wird an Stelle des
Jodoform als Darmantiseptikum verordnet. —
Zollfrei.

ltikiburi (engl. Cork wood), ein sehr leich-
tes, in Englisch-Guyana häufig vorkommen-
des Holz, stammt von Drepanocarpus lu-
natus. Die Rinde wird dort im frischen
Zustande zum Färben des Rums verwendet.
— Zollfrei.

Itikirriburra-Balliholz, ein in Guyana vor-
kommendes hartes Holz unbekannter Abstam-
mung, ist im Kern dunkelbraun und tiger-
artig gefleckt und eignet sich für die Kunst-
tischlerei. — Zoll: S. Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Itrol (zitr onensaures Silber) wird als
Antiseptikum und in der Augenheilkunde ver-
wendet. — Zollfrei.

Ivakraut (lat. Herba ivae moschatae, frz.
und engl. Iva), das getrocknete Kraut einer
nur in den höchsten Alpengegenden wachsen-
den kleinen aromatischen Pflanze aus der
Familie der Kompositen, Achillea mo-
schata. Die Blätter sind kämmig-fiederteilig
und kahl, die Zipfel linealisch ganzrandig
punktiert, die Blüten weiß. Die ganze Pflanze
schmeckt bitter und riecht angenehm gewürz-
haft. Man benutzt sie als Zusatz zu dem
sogenannten Schweizertee und fertigt daraus
einen beliebten bitteren Likör, Ivabitter
oder Ivalikör. Die Pflanze enthält die
Bitterstoffe Ivai'n, Achillein und Moscha-
tin, sowie 0,4°/o eines ätherischen Öles, Iva-
öl, welches auch im Handel vorkommt. —
Zoll: Ivakraut zollfrei, Likör s. Tarif Nr.178/9.

Ivaöl (lat. Oleum ivae, frz. Huile d’Iva,
engl. Iva oil), das ätherische öl der Iva-
pflanze, Achillea moschata, erhält man
durch Destillation der frisch getrockneten
blühenden Pflanze mit Wasserdampf als ein
bläulichgrünes öl von durchdringendem Ge-
ruch, pfefferminzartigem Geschmack und dem
spez. Gew. 0,934. Es siedet zwischen 170
und 260° C. Der zwischen 170 und 210®
siedende Teil wird Ivaöl genannt, ist sauer-
stoffhaltig und bildet die Hauptmenge des
Öls. — Zoll: 30 M.