﻿Japan wachs

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Jod

Japanwachs (lat. Cera japonica, frz. Cire
de Japon, engl. Japan wax), richtiger Japan-
talg genannt, findet sich in den Früchten
einiger japanischer und kalifornischer Su-
macharten, namentlich Rhus succedanea,
und wird in Form harter, viereckiger Tafeln
von hellgelber bis grünlicher Farbe und
muscheligem Bruch in den Handel gebracht.
In chemischer Hinsicht besteht J. aus den
Glyzeriden verschiedener Fettsäuren, beson-
ders Palmitin- und Japansäure und enthält
auch freie Palmitinsäure, hingegen keine
Stearinsäure. Es ist also kein eigentliches
Wachs, sondern ein Fett. J. dient als Er-
satz des Bienenwachses zur Herstellung von
Kerzen und zur Verfälschung von Wachs. —
Zoll: S. Tarif Nr. 73. 247.

Japonika, im Drogenhandel sehr gebräuch-
licher Ausdruck für Katechu, Abkürzung von
Terra japonica. S. Katechu.

Jarrahholz, das von einer australischen
Eukalyptusart stammende Holz, findet zu
Pflasterungszwecken und für Eisenbahn-
schwellen vielfache Anwendung, hingegen
kann es als Ersatz des Mahagoniholzes, von
dem es auch äußerlich verschieden ist, in
der feinen Möbeltischlerei nicht mit Vorteil
verwendet werden. Es ist deshalb neuerdings
von der Zollbehandlung als Mahagoniholz aus-
geschlossen und unter die allgemeine Gruppe
der Nutzhölzer eingereiht worden. — Zoll:
S. Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Jasminöl (lat. Oleum jasmini pingue, frz.
Huile parfumöe jasmin, engl. Jasmine oil,
Jessamin oil) stammt von den frischen Blüten
des bei uns als Zierpflanze gezogenen, in
Südeuropa heimischen Jasminum offici-
nale. Es ist weder destilliert noch gepreßt,
sondern besteht lediglich aus Behen- oder
Mandelöl, mit welchen man die Blüten dige-
riert hat, und welche dabei das -ätherische
öl und seinen feinen Wohlgeruch vollständig
in sich aufnehmen. Neuerdings stellt man
aus dieser, Jasminpomade genannten, Sub-
stanz durch Ausschütteln mit Azeton und
Destillation des Auszuges das reine ätherische
Öl dar. Die Hauptmenge des J. wird in
Frankreich gewonnen, während eine noch
feinere tunesische Ware von Jasminum
grandiflorum gar nicht in den europäischen
Handel kommt. Da zur Darstellung von-16 g
der letzteren Sorte nicht weniger als 200 kg
Blüten gebraucht werden, so ist sie viermal
so teuer als Rosenöl. Das J., eine gelbliche
Flüssigkeit von intensivem Jasmingeruch, be-
steht im wesentlichen aus Benzylazetat, neben
welchem geringere Mengen Benzylalkohol,
Linalylazetat, Linalool, Indol, Anthranil-
säuremethylester und ein Keton, Jasmon, vor-
handen sind. Ein durch Zusammenmischen
der genannten, synthetisch darstellbaren Ver-
bindungen erhaltenes Produkt wird von
Schimmel & Co. als künstliches J. in
den Handel gebracht. Es findet wie das na-
türliche in der Parfümerie ausgedehnte An-
wendung. — Zoll: S. Tarif Nr. 353/55.

Jaspis (frz. Jaspe, engl. Jasper) besteht
aus dichtem, mikrokristallinischem Quarz

(Kieselsäure), welcher durch beigemengte
Eisenverbindungen verschiedenartig, meist
rot, braun oder gelb gefärbt ist, und teils
einfarbig, teils mehrfarbig, marmoriert oder
gestreift (Bandjaspis) vorkommt. Der J. ist
undurchsichtig, schwach glänzend und besitzt
muscheligen Bruch mit sehr scharfen Kanten
der Bruchstücke. Bekannte Arten sind der
grüne Jaspis vom Ural, welcher in großen
Blöcken vorkommt, der ägyptische J. oder
Kugeljaspis, aus Oberägypten und aus
Kandern in Baden, von schön roter Farbe, der
Bandjaspis vom Altai, aus Spanien und
Ungarn, während das bei Gnandstein und
Kohren in Sachsen vorkommende Gestein, im
Volksmunde auch Bandjaspis genannt, als ein
sog. Tonstein oder Porphyrtuff anzusehen ist.
Man fertigt aus J. Tischplatten, Siegelsteine,
Dosen, Vasen u. dgl., namentlich in den kaiser-
lichen Polieranstalten zu Kalyvau (Gouverne-
ment Tomsk) und Jekaterinenburg (Gouverne-
ment Perm). Auch in Idar an der Mosel und
Waldkirch in Baden wird J. verarbeitet. —
Zoll: S. Achat.

Javol, ein mit großer Reklame angepriese-
nes Haarwasser, enthalt der Hauptsache nach
eine mit Zitronenöl parfümierte Lösung von
Kaliumkarbonat und fetten Ölen, nach einigen
Autoren auch noch Borax.

Jervin, eine neben Veratrin in der weißen
Nieswurz enthaltene stark giftige Pflanzen-
base, bildet weiße durchsichtige Kristalle. —
Zollfrei.

jeteefaser (Ragemahl, engl. Jetee fibre),
die Bastfaser der in Ostindien heimischen
Asklepiadee Marodenia tenacissima,
wird im Ursprungslande schon seit langer Zeit
zu Seilerwaren verarbeitet und soll fast die
doppelte Festigkeit und Tragkraft der Jute
besitzen. — Zollfrei.

Jod (lat. Jodum, frz. Jode, engl. Jodine) ist
eines der vier Elemente, welche die Gruppe
der Halogene bilden. J. wurde im Jahre 1811
vonCourtois entdeckt, daraufvonDavy und
Gay-Lussac näher untersucht und von letz-
terem nach der Farbe seines Dampfes als J.
(vom griechischen iodes, veilchenblau) bezeich-
net. Es findet sich in kleiner Menge sehr
verbreitet in der Natur, jedoch nicht frei,
sondern stets an Metalle, hauptsächlich Na-
trium, Kalzium und Magnesium, gebunden,
so z. B. in vielen Solquellen und besonders
im Meerwasser. Aus diesem werden die Jod-
verbindungen von den verschiedensten Meer-
gewächsen, Tangarten, Meerschwämmen usw.
aufgenommen. Auch in die Tiere des Meeres
gelangt das J., daher der Jodgehalt des Leber-
trans usw. Das Element kommt ferner vor
im Chilisalpeter, in Steinsalzlagern in manchen
Phosphoriten und Dolomiten und schließlich
als seltenes Mineral in Verbindung mit Blei,
Quecksilber, Silber und Zink. — Die Dar-
stellung des J. erfolgte früher nur aus der
Asche von Meerespflanzen (namentlich
Fucus- und Laminariaarten), während gegen-
wärtig die Mutterlaugen des Chilisalpeters die
größten Mengen liefern. Die durch Stürme vom
Meeresboden losgerissenen Tange und Algen