﻿Kakaopflaumen

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Kali

Gange der Fettanalyse nachgewiesen werden
können. Ja, der gesteigerte Verbrauch an K.
zur Herstellung der überfetteten, leicht schmel-
zenden Schokoladen und die damit verbundene
Preissteigerung hat sogar zum Erscheinen
völliger Surrogate geführt, welche als Kakao-
line (Kokosfett) und Nukolne (Palmkem-
und Kokosfett) ganz offen angepriesen werden.
K. findet außer in der Schokoladenfabri-
kation und der Medizin zur Herstellung
kosmetischer Präparate (Salben, Pomaden,
Seifen) Anwendung. — Zoll: 35 M.

Kakaopflaumen (Ikakopflaumen, Gold-
früchte, Goldeicheln), die gelblich oder
rötlichweißen Früchte eines südamerikani-
schen Strauches, Chrysobalanus Icaco,
werden roh gegessen, aber auch, in Zucker
eingemacht, nach Spanien, Portugal usw. ver-
sendet. — Zoll: Frische K. s. Tarif Nr. 47/8;
in Zucker eingemachte s. Nr. 216.

Kakaotee werden bisweilen die bei der
Schokoladenfabrikation abfallenden, etwas
kandierten Samenschalen der Kakaobohne ge-
nannt. Sie sollen zur Herstellung eines Auf-
gusses dienen, stellen aber ein Genußmittel
höchst zweifelhaften Wertes dar und scheinen
mehr und mehr aus dem Handel zu ver-
schwinden. Zurzeit dürften sie hauptsächlich
zur Verfälschung von Kakaofabrikaten Ver-
wendung finden, und es wäre daher zu wün-
schen, daß die reellen Fabriken sie als
Feuerungsmaterial benutzten. — Zoll: S. Tarif
Nr. 64 und 203.

Kakaralliholz, ein schweres, hartes Holz
mit festem, dichtem Kern, stammt von Le-
cythis ollaria in Englisch-Guayana. Es
ist ein vortreffliches Bauholz, namentlich zu
Wasserbauten und zum Schiffsbau, da es dem
Meerwasser sehr gut widersteht. — Zoll: S.
Tarif Nr. 74 ff.

Kaktusholz, das Holz des gemeinen Kak-
tus, Opuntia vulgaris, besteht aus lauter
dünnen Lagen oder Blättern, deren Gefäß-
bündel zu einem weitmaschigen Netze ver-
einigt sind. Diese Blätter werden in Frank-
reich, welches sie aus Algier bezieht, unter
dem Namen Bois de dentelle zu allerlei
feinen Arbeiten, z. B. zum Auslegen von
Kästchen, Visitenkartenhaltern u. dgl. ver-
arbeitet. Man kann das K. mit Chlorkalk
bleichen, beliebig färben und, nachdem es in
Wasser gelegen, auch biegen. — Zoll: S.
Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Kalabarbohnen (Gottesurteilbohne, lat.
Semen calabaris, frz. Föve du Calabar, engl.
Ordeal bean), die Samen eines an der Kala-
barküste in Westafrika heimischen, strauch-
artigen Hülsengewächses, Physostigma ve-
nenosum, sind von nierenförmiger Gestalt,
dunkel- bis schwarzbrauner Farbe und mit
einer harten braunen Schale umgeben. Die
ca. 4 g schweren, völlig geruch- und ge-
schmacklosen Bohnan sind durch ihren Ge-
halt an zwei Alka’oiden: Physostigmin und
Kalabrin äußerst giftig und werden daher
in Afrika zu Ordalien benutzt. Das rein dar-
gestellte Physostigmin oder das alkoho-

lische Extrakt der K. haben die Eigenschaft,
die Pupille zu verengern, und finden daher
in der Augenheilkunde zur Aufhebung der
Atropinwirkung Anwendung. Das letztere ge-
schieht in der Weise, daß man mit Kalabar-
extrakt getränkte Scheibchen von Gelatine
oder Papier in das Auge einführt. Als fremde
Beimengung sind bisweilen die Samen von
Mucuna cylindrosperma und M. urens,
der sog. wilden K., oder Kalinüsse beob-
achtet worden. Da die K. in Pulverform an
Wirksamkeit verlieren sollen, werden sie nur
in ganzem Zustande aufbewahrt. — Zollfrei.

Kala-Kurwali, ein dem Mahagoni ähn-
liches ostindisches Holz, von Hymenodic-
tion excelsum, einer Rubiacee, eignet sich
für die feine Möbeltischlerei. — Zoll: S.
Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Kalfroom, ein aus Holland eingeführtes
Präparat, welches angeblich der Magermilch
zugesetzt werden soll, um sie für die Kälber-
ernährung brauchbar zu machen, welches aber
auch zur Milchfälschung sehr geeignet er-
scheint, stellt nach Bömer eine gelbe Flüs-
sigkeit von dicklicher Konsistenz dar und
enthält neben 5,29% Wasser, 0,24% Mineral-
stoffe, 4,56% Kasein, 45,47% Baumwoll-
samenöl und 31,94% Rohrzucker. K. gibt
beim Anrühren mit Wasser eine milchähn-
liche Emulsion. — Zoll: 500 M.

Kali (Kaliumoxyd). Das Wort Kali oder
mit Vorgesetztem arabischem Artikel Alkali
ist arabisch und bedeutet Pflanzenlaugensalz,
denn schon die Araber des 8. Jahrhunderts
wußten, daß sich aus Pflanzenasche mit Wasser
Salz ausziehen, sowie durch gebrannten Kalk
ätzend machen läßt. Daß es zweierlei
solcher Salze, K. und Natron, gebe, wurde
erst viel später erkannt. Jetzt versteht man
unter K. nur die Sauerstoffverbindung des
Kaliummetalls (s. Kalium), das Kalium-
oxyd, eine weißgraue, feste, spröde Masse,
die Handelsware ist nur die Verbindung des
K. mit Wasser, das Kalihydrat (Kalium-1
hydroxyd, Ätzkali, kaustisches Kali, :
Kaliumoxydhydrat, lat. Kalium hydricum,
Kalium causticum, Lapis causticus, frz. Hydrate
de potassium, Potasse caustique, engl. Po-
tassium hydroxide, Potassium hydrate). Das
Kaliumhydroxyd wurde längere Zeit als Ele-
ment betrachtet, erst Davy wies 1807 nach,
daß es ein zusammengesetzter Körper sei.
In den Handel kommt das Ätzkali in verschie-
dener Form, entweder fest als weißes Pulver
(Kalium causticum siccum, Kalium hydricum
siccum), als weiße, harte Stücke (Kalium cau-
sticum fusum in frustulis) und als runde Sten-
gelchen (Kalium hydricum seu causticum in
baculis) oder in Lösung als Kalilauge, Ätz-
kalilauge (Liquor kali caustici). Letztere
wurde früher durch Auslaugen von Holzasche
mit Wasser und Zusatz von gebranntem Kalk
erhalten. Jetzt stellt man sie dar durch Kochen
von wässriger Pottaschelösung mit gelöschtem
Kalk in einem blanken eisernen Kessel. Die
Umsetzung in Ätzkali und kohlensauren Kalk
gilt als beendet, wenn eine Probe der Flüssig-