﻿Kaliumazetat

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Kaliumchromate

angeschnitten besitzt das Metall einen bläu-
lich-weißen Glanz, den es aber an der Luft
durch die sofort beginnende Oxydation bald
verliert, indem sich die Oberfläche mit einer
Schicht von Kaliumoxyd und -hydroxyd über-
zieht. Sobald ein Stückchen K. auf Wasser
geworfen wird, tritt eine äußerst heftige Re-
aktion ein. Das Metall entzieht dem Wasser
seinen Sauerstoff und verwandelt sich in das
Hydroxyd, während der Wasserstoff in Frei-
heit gesetzt wird. Infolge der dabei frei-
werdenden Hitze schmilzt das K. zu einer
heißen Kugel, welche auf der Wasserfläche
hin und her rennt, und der Wasserstoff ent-
zündet sich unter Explosionserscheinungen
mit violetter Flamme. — Das K. findet nur
in chemischen Laboratorien beschränkte An-
wendung, wird aber meist durch das billigere
Natrium ersetzt. Seine wichtigsten Salze und
Verbindungen sind in besonderen Artikeln be-
sprochen. — Zollfrei.

Kaliumazetat (Essigsaures Kalium, lat.
Kali aceticum, Kalium aceticum, frz. Acdtate
de potasse, engl. Potassium acetate) wird
durch Auflösen von Kaliumkarbonat in einem
geringen Überschuß von Essigsäure und Ein-
dampfen zur Trockne dargestellt und ent-
steht auch als Nebenprodukt der Bleiweiß-
fabrikation. Es bildet weiße blättrige Kristall-
massen, welche an feuchter Luft leicht zer-
fließen und daher in gut verschlossenen Fla-
schen aufbewahrt werden müssen. K. ist ein
schon seit alterZeit unter dem Namen Terra
foliata tartari bekanntes Arzneimittel und
wird auch jetzt noch als Diuretikum verord-
net. — Zollfrei.

Kaliumbromid (Bromkalium, lat.Kalium
bromatum, frz. Bromure de potasse, engl.
Potassic bromidum) wird in analoger Weise
wie Jodkalium dargestellt und bildet weiße,
luftbeständige Würfel, welche sich in zwei
Teilen Wasser, aber erst in 200 Teilen Al-
kohol lösen. K. findet in der Medizin und
Photographie ausgedehnte Anwendung. —
Zollfrei.

Kalium chlorat (Chlorsaures Kalium,
lat. Kalium chloricum, Kali oxymuriaticum,
frz. Chlorate de Potasse, engl. Chlorate of
potassium) wird durch Einleiten von Chlor
in eine erwärmte Mischung von Kalkmilch
und Kaliumchlorid, neuerdings auch durch
Elektrolyse von Chlorkalium dargestellt. In
reinem Zustande erscheint es als ein aus
farblosen, glänzenden Kristallblättchen be-
stehendes Salz, welches in Wasser löslich
ist, beim Erhitzen schmilzt und unter Sauer-
stoffabgabe in Chlorkalium übergeht. Mit
leicht entzündlichen Körpern gemengt, ver-
pufft K. beim Erhitzen oder durch Schlag.
Man muß es daher sehr vorsichtig behandeln
und gesondert aufbewahren. Für den Trans-
port bestehen besondere Vorschriften, u. a.
daß es in dichten, mit Papier ausgeklebten
Behältern verpackt und mit dem Vermerk
feuergefährlich versehen wird. Das K. wird in
der Feuerwerkerei, ferner zur Fabrikation
phosphorfreier Zündhölzer, zur Darstellung
von Sauerstoff, in der Färberei zur Erzeugung

von Anilinschwarz auf Garnen und Geweben
benutzt und dient in der Medizin als anti-
septisches Mund- und Gurgelwasser. — Zoll:
S. Tarif Nr. 293.

Kaliumchlorid (Chlorkalium, lat. Kalium
chloratum, Kali muriaticum, frz. Chloride
de potassium, engl. Chloride of potassium)
findet sich in der Natur in reinem Zustande
als Sylvin, mit Magnesiumchlorid und Was-
ser verbunden als Carnallit in den Staß-
furter Abraumsalzen und in geringeren Men-
gen im Meerwasser. Das Hauptmaterial für
seine Darstellung bieten die Abraumsalze,
aus welchen es durch Behandlung mit heißem
Wasser abgeschieden wird. K. erscheint in
kleinen, würfelförmigen, farblosen Kristallen,
die etwas schärfer als Kochsalz schmecken,
sich in Wasser leicht lösen und beim Erwär-
men verknistern. Vom Natriumchlorid kann
man es leicht dadurch unterscheiden, daß es
die Flamme nicht gelb, sondern violett färbt,
ferner mit saurem weinsaurem Natrium einen
weißen und mit Platinchlorid einen gelben
kristallinischen Niederschlag liefert. K. wird
in der Medizin bisweilen als Fiebermittel
verordnet, in kolossalen Mengen aber von
der chemischen Großindustrie zur Fabrikation
von Pottasche, Kalisalpeter, Alaun und an-
deren Kaliumverbindungen, sowie als Dünge-
mittel verwendet. Die deutschen Lager ver-
sorgen die ganze Erde mit Kalisalzen, und
man hat, um einer Erschöpfung der Vorräte
vorzubeugen, bereits mehrfach ein Ausfuhr-
verbot in Vorschlag gebracht. — Zollfrei.

Kaliumchromate. Man unterscheidet zwei,
als gelbes und rotes bezeichnete, K., welche
beide technische Anwendung finden. 1. Gel-
bes Kaliumchromat (gelbes chrom-
saures Kali, Kaliummonochromat, lat.
Kalium chromicum flavum, frz. Chromate de
potasse neutre, engl. Chromate of potassium
yellow) wird aus dem roten Salz dargestellt,
indem man Lösungen des letztem solange mit
Pottasche versetzt, als noch Aufbrausen statt-
findet, und dann eindampft. K. bildet zitro-
nengelbe, giftige Kristalle, die leichter in
Wasser löslich sind als das rote Salz. Es
findet in der chemischen Analyse, ferner in
der Färberei und Tintenfabrikation (Chrom-
blauholztinte) Anwendung, wird aber für tech-
nische Zwecke meist durch die billigere und
chromsäurereichere Natriumverbindung er-
setzt. — Zollfrei. 2. Rotes chromsaures
Kali (Kaliumdichromat, lat. Kalium chro-
micum rubrum, Kalium bichromicum, frz.
Bichromate de potasse, engl. Chromate of po-
tassium) wird durch Schmelzen von gemahle-
nem Chromeisenstein mit Pottasche und Sal-
peter, oder mitKalk undPottasche dargestellt.
Die beim Auslaugen der Schmelze mit Wasser
erhaltene Lösung liefert nach dem Eindampfen
mit berechneter Menge Schwefelsäure das rote
Salz. Es erscheint in Form schöner Kristalle,
welche mit Wasser eine rote, metallisch
schmeckende, sehr giftige Lösung geben.
K. wird angewandt in der Färberei und Photo-
lithographie, ferner als Oxydationsmittel in
der Teerfarbenindustrie (Alizarin), in der