﻿Kaliumcyanid

215

Kaliumphosphat

Tintenfabrikation, der Chromgerberei und zu
zahlreichen anderen Zwecken. — Zollfrei.

Kaliumcyanid (Cyankalium, Zyankali-
um, Blausaures Kali, lat. Kalium cyana-
tum, frz. Cyanure de potasse, engl. Cyanide
of potassium), das Kaliumsalz der Cyan-
wasserstoffsäure (s. Blausäure), wird in großem
Maßstabe durch Schmelzen von gelbem Blut-
laugensalz (s. d.) mit Pottasche dargestellt.
Nach neuerem Verfahren erhält man es auch
durch Überleiten von Ammoniak über ein
glühendes Gemisch von Pottasche und Kohle.
Das K. wird in Platten gegossen und erscheint
dann als eine harte, weiße, porzellanartige
Masse, welche bereits durch die Kohlensäure
und Feuchtigkeit der Luft unter Auftreten von
Blausäuregeruch zerlegt wird und daher unter
gutem Verschluß aufbewahrt werden muß.
Trotz seiner außerordentlichen Giftigkeit
findet das K. ausgedehnte Anwendung, weil es
das unentbehrliche Lösungsmittel für alle
metallverarbeitenden Industrien darstellt. Es
dient zur Herstellung der Bäder für galva-
nische Vergoldung, Versilberung, Verkupfe-
rung usw.; wird ferner zum Löten, zum Härten
von Stahl, in der Photographie, zur Ent-
fernung von Silberflecken und vor allem in
Südafrika in ungeheuren Mengen zur Extrak-
tion des Goldes aus den Mineralien ver-
braucht. — Zoll: 8 M.

Kaliumjodid (Jodkalium, lat. Kalium jo-
datum, frz. Jodure de potassium, engl. Po-
tassium jodide), das am häufigsten gebrauchte
Jodpräparat, findet sich bereits fertig gebildet
in der Asche der Meerespflanzen, wird aber
fabrikmäßig aus Jod hergestellt. Zu diesem
Zwecke löst man entweder Jod in heißer Kali-
lauge oder man zersetzt Eisenjodürjodid mit
Kaliumkarbonat in der Wärme. Außerdem
wird auch das aus der Mutterlauge des Chili-
salpeters abgeschiedene Kupferjodür zur Dar-
stellung von Jodkalium verwendet. Das K.
kristallisiert in durchscheinenden oder porzel-
lanartig weißen Würfeln von salzig bitterem
Geschmack. Es löst sich reichlich in Wasser,
etwas weniger in Alkohol und wird an der
Luft leicht feucht und durch Jodabscheidung
gelblich. Da es sich auch am Lichte zersetzt,
muß es vor Luft und Licht geschützt auf-
bewahrt werden. Auf der Eigenschaft, reich-
liche Mengen Jod zu lösen, beruht die Ver-
wendung des K. in der chemischen Analyse.
Außerdem wird es in der Medizin gegen
Skrofulöse und Syphilis, Kropf- und Drüsen-
leiden, ferner in der Photographie und zur
Darstellung anderer Jodpräparate benutzt. —
Zollfrei.

Kaliumnitrit (Salpetrigsaures Kalium,
t. Kalium nitrosum, frz. Azotite de potassi-
rmueng1' Potassium nitrous) entsteht beim
■ij- fen v°n Kalisalpeter mit metallischem
^	beim Erhitzen mit Ameisen-

Kalium in Form färb- und geruch-
, n feuchter Luft zerfließlicher Kristalle,
n-mitf We*säure in der Kälte braun-
ampfe von Stickdioxyd entwickeln. Es
ommt auch geschmolzen, in dünne Stangen
gegossen m den Handel und findet zur Dar-

stellung von Teerfarben, sowie in der che-
mischen Analyse Anwendung. — Zollfrei.

Kaliumperkarbonat wird durch Elektro-
lyse gesättigter wässriger Kaliumkarbonat-
lösungen bei —10° erhalten. Es bildet ein
in wasserfreiem Zustande farbloses, in wasser-
haltigem Zustande blaues Salz, welches beim
Erwärmen unter Abspaltung von Sauerstoff
zerfällt und mit verdünnten Säuren Wasser-
stoffsuperoxyd liefert. K. dient zur Darstel-
lung von Sauerstoff, ferner als Ersatz des
Wasserstoffsuperoxyds zum Bleichen und zu
photographischen Zwecken. — Zollfrei.

Kaliumperchlorat (überchlorsaures IC,
lat. Kalium perchloricum) entsteht durch Er-
hitzen von Kaliumchlorat, bis die zuerst dünn-
flüssige Schmelze wieder zähe und fest ge-
worden ist. Zur Trennung des Gemisches
von Kaliumperchlorat und Kaliumchlorid löst
man in heißem Wasser, worauf das Per-
chlorat beim Erkalten in Form farbloser Pris-
men auskristallisiert. K. löst sich leicht in
heißem, schwer in kaltem Wasser, gar nicht
in Alkohol und zerfällt beim Erhitzen auf
400° in Chlorkalium und Sauerstoff. Es findet
in der Medizin gegen Malaria und perniziöses
Fieber, in der Technik als Sprengmittel, zu
photographischen Zwecken und zur Herstel-
lung von Feuerwerkskörpern Anwendung. —-
Zollfrei.

Kaliumpermanganat (übermangansau-
res Kalium, lat. Kalium permanganicum,
frz. Permanganate de potasse, engl. Potasse
permanganas). Beim Schmelzen von Mangan-
superoxyd (s. Braunstein) oder irgendeiner
anderen Manganverbindung mit Ätzkali und
salpetersaurem oder chlorsaurem Kalium ent-
steht eine grüne Masse, welche aus Kalium-
manganat (Mangansaures Kali) besteht
und als Desinfektionsmittel beschränkte An-
wendung findet. Leitet man in die heiße wäss-
rige Lösung des letzteren Kohlensäure oder
Chlor, oder unterwirft sie der Elektrolyse,
so schlägt die Farbe von grün nach purpur-
rot um (daher der Name Chamäleon-
lösung), und es entsteht das Permanganat,
welches nach der Filtration durch Schieß-
baumwolle oder Asbest eingedampft und um-
kristallisiert wird. Die schwarzroten, metal-
lisch glänzenden Kristalle lösen sich inWasser
mit prächtig dunkelroter Farbe. Durch kon-
zentrierte Schwefelsäure und Salpetersäure
werden sie unter Abgabe von Sauerstoff,
durch konz. Salzsäure unter Chlorentwicklung
zersetzt. Wegen seines starken Oxydations-
vermögens findet das Salz als Desinfektions-
mittel in der Medizin Anwendung. Außerdem
dient es als Bleichmittel in der chemischen
Wäscherei, als Holzbeize, zur Darstellung von
Sauerstoff und als wichtiges Reagens m der
chemischen Analyse. — Zollfrei.

Kaliumphosphat (Phosphorsaures Ka-
lium, lat. Kalium phosphoricum). Von den
drei, den Kalziumphosphaten (s. d.) entspre-
chenden, Phosphaten des Kaliums entsteht
das Trikaliumphosphat durch Erhitzen
von Phosphorsäure mit überschüssigem Kali-
umkarbonat bis zum Glühen in Form wasser-