﻿Kalziumazetat

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Kalziumphosphat

verwendet sie in Verbindung' mit eisenfreiem
Formsand und Kochsalz zur Herstellung des
weißen Emails auf Ofenkacheln. — Zollfrei.

Kalziumazetat (Essigsaures Kalzium,
Essigsaurer Kalk, lat. Calcaria acetica,
Calcium aceticum, frz. Acetate de chaux,
engl. Calcium acetate) wird in großen Mengen
fabrikmäßig hergestellt durch Sättigen des
rohen Holzessigs mit kohlensaurem Kalk oder
Ätzkalk und weitere Reinigung des beim
Eindampfen hinterbleibenden Rückstandes
(Holzkalk) durch Erhitzen und Umkristalli-
sieren. K. bildet das Ausgangsmaterial zur
Darstellung der Essigsäure, sowie ihrer Ester
und Salze. — Zoll: S. Tarif Nr. 309.

Kalziumbisulfit (doppelt oder saurer
schwefligsaurer Kalk, lat. Calcium bi-
sulfurosum, frz. Bisulfite de chaux, engl.
Bisulfite of lime) entsteht beim Einleiten
von schwefliger Säure in Kalkmilch und
findet als Bleichmittel in der Zellulose-
fabrikation und Photographie, sowie als Anti-
septikum in der Gärungsindustrie Anwen-
dung. — Zollfrei.

Kalziumcyanamid (Kalkstickstoff), die
von Frank durch Überleiten von atmosphä-
rischem Stickstoff über glühendes Kalzium-
karbid erhaltene Verbindung von Kalzium,
Kohlenstoff und Stickstoff, welche zum ersten
Male eine direkte Verwertung des Luftstick-
stoffs ermöglicht. K. kann direkt als Dünge-
mittel angewandt oder auch auf andere Stick-
stoff-, bzw. Cyanverbindungen weiter verar-
beitet werden. — Zoll: S. Tarif Nr. 316.

Kalziumkarbid nennt man die Verbindung
von Kalzium mit Kohlenstoff, welche durch
Erhitzen von Ätzkalk mit Kohlenpulver im
elektrischen Ofen bei den höchsten erreich-
baren Temperaturen gewonnen wird. Es ist
eine sehr harte, kristallinische Substanz von
schwarzgrauer Farbe, welche als Reduktions-
mittel bei Hüttenprozessen, vor allem aber
zur Erzeugung von Azetylengas große Be-
deutung besitzt. Durch Glühen mit Stick-
stoff geht K. in das Kalziumcyanamid (s. d.)
über. — Zoll: S. Tarif Nr. 316.

Kalziumkarbonat (Kohlensaurer Kalk,
lat. Calcium carbonicum, frz. Carbonate de
calcium, engl. Carbonate of lime) findet sich
in der Natur in großen Massen als Kalk-
stein (s. d.), Marmor (s. d.) und Kreide (s. d.),
ferner in den Eierschalen, Korallenstöcken
usw., und wird künstlich durch Fällung von
Kalziumlösungen mit Kohlensäure oder Alkali-
karbonaten dargestellt. K. löst sich schwer
in reinem, leichter in kohlensäurehaltigem
Wasser und findet sich daher in den meisten
natürlichen Wässern. Mit verdünnten Säuren
braust es unter Entweichen von Kohlensäure
auf und gibt letztere auch bei heftigem
Glühen ab unter Hinterlassung von Kalzium-
oxyd (Ätzkalk), welches aus der Luft begierig
Kohlensäure anzieht und mit Wasser unter
Wärmeentwicklung Kalziumhydroxyd (ge-
löschten Kalk) liefert. K. findet vielfache
Anwendung zur Herstellung von Kohlen-
säure, Ätzkalk usw., in gefälltem Zustande
auch zu Zahn- und Magenpulvern. — Zollfrei.

Kalziumchlorid (Chlorkalzium, lat. Cal-
cium chloratum, frz. Chloride de chaux, Chlo-
rure de calcium, engl. Chloride of calcium)
kommt natürlich vor als Bestandteil vieler
Mineralquellen, des Meerwassers und der
Abraumsalze, wird als wenig wertvolles
Nebenprodukt zahlreicher Industrien, so der
Ammoniaksodafabrikation, erhalten und in
reinem Zustande durch Auflösen von Kalzium-
karbonat in Salzsäure dargestellt. Beim Ein-
dampfen der Lösung kristallisiert das K. mit
6 Molekülen Wasser aus. Die großen Kri-
stalle geben beim Erhitzen auf höhere Tem-
peratur ihr Wasser ab, bis eine bei 800°
schmelzende Masse hinterbleibt, die _ zu po-
rösen Stücken erstarrt. Das kristallisierte K.
löst sich in Wasser unter erheblichem Wärme-
verbrauch und wird daher zur Erzeugung
von Kältemischungen benutzt. Ein Gemisch
von K. und Schnee liefert Temperaturen von
— 50 bis —55°. Das geschmolzene Salz zieht
begierig Feuchtigkeit aus der Luft an und
dient in der chemischen Analyse und Technik
als Trockenmittel. -— Zollfrei.

Kalziumhydroxyd (Kalkhydrat) ist der
beim Befeuchten von Ätzkalk entstehende ge-
löschte Kalk (s. d.). — Zollfrei.

Kalziumhypochlorit (Unterchlorig-
saures Kalzium) entsteht bei der Einwir-
kung von Wasser auf Chlorkalk (s. d.).

Kalziumoxyd (Ätzkalk) entsteht beim
Glühen des Kalziumkarbonates und bildet den
gebrannten Kalk (Calcaria usta) (s. Kalk). —
Zollfrei.

Kalziumphosphat (PhosphorsauresKal-
zium, Phosphorsaurer Kalk, lat. Calcium
phosphoricum, frz. Phosphate de chaux, engl.
Phosphate of lime) findet sich im Handel
in drei Modifikationen: 1. Trikalzium-
phosphat (dreibasischer oder tertiärer
phosphorsaurer Kalk, basisches K., lat. Cal-
cium phosphoricum basicum) wird durch
Behandlung von weißgebrannter Knochen-
asche, die zu 80°/o aus K. besteht, mit Salz-
säure und Fällung der Lösung mit Ammoniak
in der Wärme, oder durch Fällung von drei-
basischem Natriumphosphat mit Kalzium-
chlorid erhalten. Es ist ein weißes amorphes,
geruch- und geschmackloses Pulver, welches,
in Wasser unlöslich, von Salz- und Salpeter-
säure leicht aufgenommen wird. Anwendung
bei Rachitis und anderen Knochenerkran-
kungen. 2. Dikalziumphosphat (zweibasi-
scher oder sekundärer phosphorsaurer Kalk,
neutrales oder gewöhnliches K., lat. Calcium
phosphoricum neutrale) entsteht durch Fällung
neutraler oder schwach essigsaurer Kalzium-
chloridlösung mit Dinatriumphosphat und ge-
lindes Trocknen des Niederschlages als ein
weißes Kristallpulver, das, in Wasser nahezu
unlöslich, in Essigsäure und Mineralsäuren
leicht löslich ist. Es ist das pharmazeu-
tisch wichtigste Salz der Phosphorsäure und
dient zur Behandlung aller Knochenkrank-
heiten, sowie von Diarrhöen und Skrofulöse.
3. Monokalziumphosphat (einbasischer
oder primärer phosphorsaurer Kalk, saures K.,