﻿Katechupräparat

228

Katzenfelle

bir- oder gelbes K., Gutta Gambir, un-
richtigerweise auch Terra japonica (japa-
nische Erde) genannt, wird besonders auf
Java, Sumatra und Pulo-Penang aus den
jungen Ästen und Blättern des zu den Cin-
chonaceen gehörenden Strauches Nau-
clea Gambir oder Uncaria G. gewonnen.
Diese Sorte erscheint teils in würfelförmigen,
dunkelbraunen oder schwarzrötlichen, innen
etwas hellfarbigeren Stücken als Singapur-
Gambir, teils als mehr gelbbraune, innen
gleichfalls hellere Würfel (Rhiogambir).
Beide sind porös und schwimmen leicht auf
Wasser, während die früher genannten Sorten
untersinken. ■— Das Palmen-K., das in
Indien durch Auskochen der Arekanüsse
(Samen der Arekapalme) gewonnen wird und
für uns keine Handelsware bildet, benutzt man
in Südasien ähnlich wie Gambir als einen
Zusatz beim Kauen der Betelblätter. — Die
eigentlichen Katechusorten schmecken zusam-
menziehend, süßlich, Gambir außerdem auch
bitter. Sie lösen sich nur teilweise in kaltem
Wasser, sollen dagegen in heißem völlig lös-
lich sein und sind um so mehr verunreinigt,
je mehr Bodensatz sie dabei hinterlassen.
Geringere Sorten haben meistens Zusätze von
Stärkemehl, das durch die Jodprobe leicht zu
finden ist. Auch wird als Neu-K. eine völlige,
durch Auskochen von Nadelhölzern fabri-
zierte Nachahmung in den Handel gebracht.
Der Wert des K. beruht auf seinem Gehalt
an Katechusäure oder Katechin und an
Katechugerbsäure. Indes dient die Droge
zum Gerben nur in untergeordnetem Maße,
findet hingegen außer zu einigen medizini-
schen und hygienischen Zwecken, z. B. als
Zusatz zu Zahnwässern und als adstringieren-
des Mittel, ausgedehnte Anwendung in der
Färberei und im Zeugdruck. Es liefert in
Verbindung mit Chrom- und Kupfersalzen
und anderen Zusätzen schöne braune, auch
gemischte Farben und echt Schwarz. -— Zoll:
3 M.

Katechupräparat (Präpariertes Kate-
chu) wird aus Gambirkatechu bereitet,
indem man ihn im Dampfbade schmilzt und
eine kleine Menge Kaliumbichromat, bis-
weilen auch Alaunlösung und Salmiakgeist,
zusetzt. K. wird in der Färberei verwendet. —
Zoll: 3 M._

Kathartinsäure (Cathartinsäure, lat.
Acidum cathartinicum, frz. Acide cathartini-
que, engl. Cathartic acid), der abführend
wirkende Stoff der Sennesblätter und der
Kreuzdornbeere (Fructus rhamni cathar-
ticae), wird gewöhnlich nur als schwarzbraune,
amorphe Masse erhalten und besteht aus
einem Glukoside, welches in Chrysophansäure
und Emodin zerfällt. Sie wird nur selten
medizinisch verwendet. — Zollfrei.

Kattun, ein baumwollener, nach Leinwand-
art glatt und ziemlich dicht gewebter Stoff,
kommt entweder gefärbt oder bedruckt in
den Handel. Den Hauptartikel bilden die
gedruckten K., welche meist in England und
Deutschland mit gravierten Kupferzylindern
hergestellt werden. Einige besondere Arten

des Kattun sind: Schirting, Nessel aus
Garn Nr. 20—60 dicht gewebt, Bettkattun
mit farbigen Streifen im Einschlag, N an-
king, ein dichter, fester K. von bräunlicher
Naturfarbe (echter Nanking), oder braun ge-
färbt, Kambrik oder feiner Hemdenkattun,
Dowlas oder Hemdentuch. — Zoll: S. Tarif
Nr. 445 ff.

Katzenauge (Schillerquarz) nennt man
eine Varietät gefärbten Quarzes, welcher
durch Einschlüsse dicht gedrängter paralleler
Asbestfasern einen seidenartigen, wie eine Pu-
pille geformten Lichtschein erhält. Besonders
schön tritt letzterer auf, wenn der Stein
kappenförmig (en cabochon) geschliffen ist
und in gewissen Richtungen gegen das Licht
gehalten wird. Der Stein ist durchscheinend,
verschieden gelb, grünlich, grau, braun oder
rötlich gefärbt und kommt am schönsten auf
der Malabarküste und auf Ceylon vor. Er
findet sich aber auch im Fichtelgebirge und
an anderen Orten in Deutschland und wird zu
Ring- und Nadelsteinen geschliffen. Der
braune, mit weißlichem Scheine wird am mei-
sten geschätzt. — Zoll: S. Edelsteine (Halb-
edelsteine).

Katzenfelle (frz. Peaux de chat, engl. Cats
skins). Sowohl die Felle von wilden als zah-
men Katzen werden im Handel geführt, und
namentlich die der letzteren bilden ein viel
verwendetes beliebtes Pelzwerk. Bei Sortie-
rung dieser Ware entscheidet zunächst die
Farbe, nach welcher man schwarze, graue,
bunte, rote und weiße unterscheidet. Die
schwarzen werden am teuersten bezahlt. Die
Schönheit des Felles richtet sich bei der zah-
men Katze weniger nach dem Klima, als
nach dem Grade der Pflege und Reinlichkeit.
Auch müssen die Tiere bereits im ersten
Lebensalter im Winter geschlachtet werden,
weil zu alte Tiere schlechte Pelze geben,
und es ist daher erforderlich, daß man die
Katzen gleich mit Rücksicht auf das Fell
züchtet. Vor allem geschieht dies in Holland,
das die schönsten schwarzen Felle in den
Handel bringt. Die Tiere werden dort in
Schuppen eingesperrt gehalten und nur mit
Fischen gefüttert. Sonst liefern auch die
Schweiz, Salzburg, Steiermark, ferner Nord-
deutschland und Rußland schöne schwarze
Felle. Nicht selten werden die Tiere kastriert,
damit sie größer und haarreicher werden.
Deutschland, Italien und die Donaufürsten-
tümer verbrauchen hauptsächlich schwarze,
Schlesien und Galizien graue, die Türkei
weiße und rote Felle. Gute schwarze K.
gehen auch nach England und Amerika. —
Die wilde Katze ist seltener und in Deutsch-
land fast ausgerottet. Sie findet sich haupt-
sächlich in den Wäldern Rußlands und
Asiens, in Polen, Ungarn und der Türkei. Sie
gleicht in vieler Beziehung den zahmen grauen
Cyperkatzen, ist aber wenigstens um ein Drit-
tel größer, das Haar fast noch einmal so
lang und feiner. Der gelblichgraue Schwanz
hat regelmäßige, schwarze Ringel und ein
schwarzes Endstück. Diese Katzen geben
ein weiches, doch wenig haltbares Pelzwerk,