﻿Kautschuk	231

Kaviar

Sorten beträgt er ca. 20°/o. Der gereinigte K.
wird entweder zu Platten (Patentgummi)
verarbeitet oder zur Herstellung gemischter
Masse benutzt. Zur Gewinnung von Platten,
Tafeln und Blättern wird der K. in einem
Walzwerk zu einer homogenen Masse ver-
arbeitet, diese in eiserne Formen gefüllt und
nun ein allmählich wachsender Druck, wel-
cher wochenlang wirken muß, darauf ausge-
übt. Aus würfelförmigen Blöcken schneidet

man dann auf Maschinen die zum Bleistift-
löschen gebrauchten Täfelchen und größere
Platten, aus zylindrischen Blöcken dünnere
Tafeln und Streifen von beträchtlicher Länge.
Die Herstellung der gemischten Masse er-
folgt ebenfalls unter Erweichen des K. in
einem Walzwerk, sowie unter Zusatz der ver-
schiedenartigsten Substanzen. Neben Schwefel
finden, wie schon erwähnt, Ton, Zinkoxyd,
Talk, Glätte, Schwefelantimon, Kienruß usw.
Verwendung. Ist die Masse gleichförmig ge-
worden, so wird sie zu dünnen Platten aus-
gewalzt. Aus den reinen oder gemischten
Platten werden nun fast sämtliche Kautschuk-
waren hergestellt. Die Vereinigung der Rän-
der geschieht durch Gegeneinanderdrücken,
wobei das Zusammenkleben durch Bepinseln
mit Kautschuklösung befördert wird. Die
Verarbeitung der gemischten Platten ist
schwieriger. Glatte Schnüre und Schläuche
werden gepreßt, Scheiben, Spielwaren, Klap-
pen usw. schneidet man zurecht, bringt sie
dann in eine Form und setzt sie beim Vulkani-
sieren einem starken Druck aus. Das gleiche
Verfahren wendet man bei Gummibällen usf.
an, nur werden in diese, bevor sie zugeklebt
werden, kleine Mengen Wasser oder Am-
moniumkarbonat gebracht. Beim Erhitzen
drücken dann die entstehenden Dämpfe den
K. fest gegen die Form an. Für Gummi-
schuhe, Mäntel für Fahrradreifen und Auto-
mobile, wasser- und luftdichte Stoffe wird
der Einlagestoff entweder durch Aufwalzen
der Kautschukmasse oder durch Aufstreichen
einer Kautschuklösung mit der nötigen Kaut-
schukschicht versehen. Die zu elastischen
Geweben dienenden vierkantigen Gummifäden
stellt man aus langen Kautschukbändern her,
die auf Maschinen durch Längsschnitte in
eben so lange Fäden zerlegt werden. Für
Verarbeitung zu Geweben, in welchen sie die
Kette bilden, werden diese mit Baumwolle,
Seide usw. übersponnen, müssen aber vorher
noch die Prozedur des Streckens durchmachen,
indem man sie in kochendem Wasser er-
weicht, auf Trommeln unter starker Anspan-
nung windet und dann längere Zeit kalt stellt,
'l ,le Fäden sind dadurch viel länger und
dünner geworden, werden aber durch Er-

7iavimen-der ^ert^en Gewebe wieder elastisch,
ie en sich zusammen und geben so den festen
sammensehluß der Gummigegenstände. —
. nt dl® e'ne oder andere Weise dar-
,n,iwu Gummigegrenstände werden nun
vulkanisiert. Die aus gemischter, 3-15°/o
iwe e enthaltender, Masse hergestellten
Gummiwaren werden nach dem Goodyear-
en Verfahren vulkanisiert, indem man

sie in geschlossenen eisernen Kesseln einem
Dampfdruck von 3—4 Atmosphären aussetzt
oder aber in Pressen bringt, deren hohle
Platten durch Dampf erwärmt werden. Auf
letztere Art behandelt man besonders Matten,
Treibriemen und Preßplatten. Während die
gemischte Masse ein mechanisches Gemenge
von Schwefel und Kautschuk darstellt, geht
die chemische Bindung der beiden Stoffe
erst durch Einwirkung eines bestimmten
Druckes und einer bestimmten Temperatur
vor sich. Eine andere Methode des Vulkani-
sierens, die von Parkes, findet nur Anwen-
dung auf Patentgummiartikel und erfordert
keine Erwärmung. Diese sog. kalte Vul-
kanisation besteht einfach im Eintauchen
der Gegenstände in eine Mischung von 2x/2
Teilen Chlorschwefel mit 100 Teilen Schwefel-
kohlenstoff auf eine oder wenige Minuten.
Nach Abwaschen und Trocknen ist die Vul-
kanisation beendet, ohne daß von der Schärfe
und Reinheit der Formen das mindeste ver-
loren geht. Die Herstellung der Hart-
gummi- oder Ebonitwaren (s. d.) beruht
auf denselben Grundsätzen wie der aus ge-
mischter Masse gewonnenen Gegenstände,
nur ist erstens der Schwefelgehalt ein höherer
(bis 50°/o), und zweitens sind höhere Hitze-
grade und längere Brennzeit erforderlich. —
Unter regeneriertem K. versteht man den
aus vulkanisierten Kautschukabfällen und
Gummialtmaterial, wie abgenutzten Gummi-
schuhen, Schläuchen, Pneumatiks usf. wieder-
gewonnenen vulkanisierten K. Eine Entvul-
kanisierung des K. ist bis jetzt noch nicht
gelungen. — Bei der Untersuchung von K.
ist nicht nur die chemische Prüfung maß-
gebend, sondern auch die technische von
Wichtigkeit. Verfälschungen der vulkanisier-
ten Kautschukwaren sind oft nur außer-
ordentlich schwierig nachzuweisen. — Zoll:
Kautschuk roh ist zollfrei. Aufgelöster K.:
3 M. Waren aus weichem K.: S. Tarif
Nr. 570/81. Waren aus hartem K.: Nr. 585/6.
Kautschukkitte: S. Tarif Nr. 345. Kautschuk-
öl: S. Tarif Nr. 352. Kautschukabschnitte,
unbearbeitet Nr. 571/2.

Kaviar (Caviar, frz. Caviar, engl. Caviare)
besteht aus dem gesalzenen Rogen großer
Störarten, namentlich des eigentlichen Störs
(Acipenser sturio), des Hausens (A. huso)
und einiger kleinerer Verwandten, und wird
entweder direkt als körniger K. oder auch
in gepreßtem Zustande in den Handel ge-
bracht. Der beste K., welcher aus Rußland
(Astrachan, Malossol) stammt, ist besonders
großkömig, von heller Farbe und mild ge-
salzen. Der sog. deutsche oder Elb-K.
und der amerikanische K. setzt sich aus
weit kleineren Körnern zusammen, besitzt eine
dunklere Farbe, scharfen salzigen Geschmack
und wird weniger geschätzt. K. ist sehr reich
an Nährstoffen und enthält neben 14°/o Fett
nicht weniger als 30°/o Eiweiß, kommt aber
wegen seines hohen Preises nur als Luxus-
speise und Genußmittel in Betracht. Guter
K. darf weder sauer oder ranzig riechen,
noch schimmlig sein, die einzelnen Körner