﻿Kessambi

233

Kindermehle

nutzte, Talg eben ein Häutchen bilden soll
und bei kühler Temperatur gegossen wird, ist
das Paraffin möglichst dünnflüssig in die
vorgewärmte Form zu gießen und dann
schnell abzukühlen. Die Stearin-, richtiger
Stearinsäure-K. werden zur Vermeidung
des unbeliebten grobkristallinischen Gefüges
meist aus einem Gemisch von Stearin und
etwas Wachs oder Paraffin, welches man
unter Umrühren bis zum Dickflüssigwerden
abkühlen läßt, hergestellt. Die dicken Wachs-
kerzen für kirchliche Zwecke endlich werden
auch durch Ausrollen des erweichten Wachses
um einen Docht erhalten. Von größter Be-
deutung für gutes Brennen der K. ist die
Beschaffenheit der Dochte, welche bei den
neueren Erzeugnissen zur Vermeidung des
Krümmens aus 3 Strähnen geflochten wer-
den und zur Erleichterung des Verbrennens
mit besonderen Beizen aus chlorsaurem
Kalium, Salpeter, Wismutnitrat, ferner Bor-
säure, Ammoniumsulfat oder -phosphat im-
prägniert sind. Als gute und preiswürdigste

K.	haben zurzeit die Paraffin-, danach die
Kompositions-K. aus Stearin und Paraffin,
als beste reine Stearin-K. zu gelten. — Zoll:
Kerzen aller Art: 23 M. Zündkerzchen: 10 M.
Kerzenstoffe; S. Tarif Nr. 250.

Kessambi, das PIolz der in Indien wachsen-
den Schleichera trijuga, liefert ein festes
Arbeitsholz. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff. 615ff.

Kessowurzel, die Wurzel einer japani-
schen Baldrianart, Valeriana officinalis

L.	var. angustifolia, liefert bei der Destil-
lation das ätherische K es so öl, welches dem
gewöhnlichen Baldrianöl sehr ähnlich ist, aber
ein höheres spez. Gew. von 0,975 besitzt.
•— Zollfrei.

Kesu-dan (Palas-phui) nennt man die
in Indien zum Gelbfärben dienenden Blüten
von Butea frondosa. — Zollfrei.

Ketgeeöi (Uttur Khetkee), ein sehr wohl-
riechendes ätherisches Öl aus Rajopootana
in Ostindien, wird aus einer gelbblühenden
Pandane gewonnen. Die weißblühende
Pandane, Pandanus odoratissimus, lie-
fert durch Destillation ihrer Blüten ebenfalls
ein sehr wohlriechendes Öl (Uttur khera),
welches zu Parfümeriezwecken Verwendung
findet. — Zoll: 30 M.

Khaboungycayi, die giftigen Samen des
m Birma wachsenden Baumes Strychnos
Potatorum, enthalten Strychnin. — Zollfrei.

Kiefernholz (Föhrenholz), das Holz der
verschiedenen Arten der Gattung Pinus.
1- Das gemeine Kiefernholz, von Pinus
silvestris, besitzt eine gelblichweiße Farbe
mi* braunrotem, verschwindend kleinem Mark,
zahlreichen Holzporen und regelmäßigem,
engmaschigem Holzgewebe. Es ist leicht, sehr
arzremh und läßt sich unter allen Nadel-
am Vagsten gerade spalten. Gegen
«'inHcwfmj'isse zeigt es große Wider-
werken^R Und w*rd zu Grubenbauten in Berg-
ig ’ ’mnnenröhren, Balken, namentlich
zu Fensterrahmen benutzt. 2. Schwarz-

qri,renv° r’	Holz der Österreichi-

en Kiefer, Pinus laricio var. austri-

aca, unterscheidet sich von dem vorigen
nicht wesentlich. 3. Arvenholz, Zirbel-
kiefernholz, von Pinus cembra, kommt
nur aus den Alpen. Es ist dicht, rötlich und
wohlriechend und wird viel als Schnitzholz
verwendet. 4. Knieholz, Krummholz,
Zwergkiefernholz, das Holz der nur im
Hochgebirge vorkommenden Krummholz-
kiefer, Pinus pumilio, mit auf der Erde
hegendem, hin- und hergebogenem Stamm
und Ästen, ist sehr dicht und fest, rotbraun
mit weißem Splint und wird vielfach zu Holz-
schnitzereien verwendet. Die Hölzer dienen
vielfach zur Gewinnung der betreffenden äthe-
rischen Öle durch Destillation und zum Her-
stellen von Badeextrakten. — Zoll: S. Tarif
Nr. 74 ff. 615 ff.

Kieselsäure (Kieselerde, lat. Acidum sili-
cium, frz. Acide silique, engl. Silicious acid),
die Verbindung des Elementes Silizium mit
Sauerstoff, findet sich in der Natur in reinem
Zustande, wie in P'orm von Verbindungen als
der verbreitetste Bestandteil der Erdrinde
vor. Aus reiner kristallisierter K. besteht der
Quarz in seinen zahlreichen Modifikationen
als Bergkristall, Amethyst, Quarzit, Sand und
Kies; aus amorpher K. der Feuerstein, Opal
und Achat. Von den wichtigsten Mineralien
sind der Feldspat, die Hornblende, der Ton
und Glimmer als Verbindungen der K., als
Silikate, anzusprechen. Außerdem ist K.
ein regelmäßiger Bestandteil pflanzlicher
Organismen, besonders der Gräser und
Schachtelhalme, und findet sich als Panzer
niederer Infusorien und Diatomeen, welche in
ungeheuren Mengen die Lager von Kiesel-
gur, Infusorienerde, zusammensetzen. Die
K. ist in den meisten Säuren mit Ausnahme
der Flußsäure und in verdünnten Alkalien
unlöslich und verhält sich bei gewöhnlicher
Temperatur ziemlich indifferent. Bei höheren
Temperaturen zeigt sie die Eigenschaften
einer Säure, treibt beim Schmelzen mit Pott-
asche Kohlensäure aus und bildet kieselsaure
Salze, ln Form des Quarzes und der Silikate:
Glas und Wasserglas ist sie für die Technik
von größter Bedeutung. — Zollfrei.

Kieserit, ein aus natürlicher, schwefel-
saurer Magnesia bestehendes Mineral, kommt
auf Salzstöcken vor und bildet namentlich
im Abraumsalze des Staßfurter Steinsalz-
werkes Bänke bis zu 30 cm Stärke. — Zoll:
S. Tarif Nr. 280.

Kihoe, das sehr harte Holz der in Indien
wachsenden Aritera littoralis, wird im
Ursprungslande zur Herstellung von Werk-
zeugen benutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff.
615 ff.

Kindermehle nennt man als Ersatz für
Muttermilch bestimmte Nährpräparate, welche
aus Getreidemehl (besonders Weizen und Ha-
fer) hergestellt werden und die Bestandteile
der letzteren in leicht löslicher Form ent-
halten. Die Aufschließung erfolgt entweder
durch trockene Hitze oder durch Dämpfen,
ferner durch Behandlung mit verdünnten
Säuren oder Diastase und hat den Erfolg,
daß die Stärke in Dextrin und das Eiweiß in