﻿Konserven

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Kopal

Nadelbäume gewonnen und dient zur künst-
lichen Darstellung des Vanillins. Der Kam-
bialsaft wird zur Gewinnung des K. erhitzt,
um das Pflanzeneiweiß zum Gerinnen zu
bringen, und das Filtrat darauf eingedampft,
wobei sich das K. in Kristallen abscheidet, die
durch Umkristallisieren und Behandeln mit
Tierkohle ganz weiß erhalten werden. Oxy-
dierende Substanzen verwandeln das K. in
Vanillin. — Zollfrei.

Konserven nennt man durch Trocknen,
Erhitzung oder Zusatz keimtötender Stoffe
haltbar gemachte Nahrungsmittel. Sie finden
sich zum Teil unter: Fleisch-, Fisch- und
Gemüsekonserven, Dörrobst und Dörrgemüse
näher besprochen. Die zu ihrer Aufbewahrung
dienenden Behälter, Konservenbüchsen,
müssen den Vorschriften des Gesetzes betr.
den Verkehr mit blei- und zinkhaltigen Gegen-
ständen vom 25. Juni 1887 entsprechen, d. h.
sie dürfen nicht: 1. ganz oder teilweise aus
Blei oder einer in 100 Gewichtsteilen mehr
als 10 Gewichtsteile Blei enthaltenden Metall-
legierung hergestellt, 2. an der Innenseite
mit einer in 100 Gewichtsteilen mehr als
1 Gewichtsteil Blei enthaltenden Metall-
legierung verzinnt oder mit einer in 100 Ge-
wichtsteilen mehr als 10 Gewichtsteile Blei
enthaltenden Metallegierung gelötet, 3. mit
Email oder Glasur versehen sein, welche bei
halbstündigem Kochen mit 4 prozentiger Essig-
säure Blei an letztere abgegeben. — Zoll: S.
Tarif Nr. 219.

Kopaivabalsam (lat. Baisamum copaivae,
frz. Baume de copahu, engl. Balsam of co-
paiva) stammt von verschiedenen Arten der
Gattung Copaifera, hauptsächlich C. offici-
nalis, C. coriacea und C. guyanensis, die
ihre Heimat in Südamerika und Westindien
haben. Die südamerikanischen Sorten
sind die besseren und allein zu medizinischen
Zwecken, d. h. hauptsächlich für Geschlechts-
krankheiten, verwendbar, während der west-
indische K. nur zu technischen Zwecken, na-
mentlich in der Lackfabrikation und Porzellan-
malerei, benutzt werden kann. Der letztere ist
eine dicke, trübe, terpentinartig riechende
Flüssigkeit. Guter K. muß vollkommen klar,
hellgelb bis goldgelb und ziemlich dickflüssig
sein und einen eigentümlichen aromatischen
Geruch undkratzendbitteren, Geschmack haben.
Als besondere Sorten der südamerikanischen
Ware sind Para- oder Maranhaobalsam,
Maracaibo- oder Venezuelabalsam und
Angosturabalsam, der als Unterart des
letzteren in den Handel kommt, zu erwähnen.
Die Parasorte ist etwas heller gelb und dünn-
flüssiger, als die Maracaibosorte. K. unter-
liegt zahlreichen Verfälschungen, namentlich
mit fetten Ölen, Harzen, Terpentin und Gur-
junbalsam. Reiner Balsam soll, auf Glas auf-
gestrichen, hart auftrocknen, während bei
Gegenwart von Öl die Masse klebrig bleibt.
Die Gegenwart von Gurjunbalsam erkennt
man durch Schütteln mit der vierfachen
Menge Benzol. Reiner K. liefert hierbei eine
klare Lösung, während G.-B. diese trübe er-
scheinen läßt. Das Deutsche Arzneibuch

schreibt ein spez. Gew. von 0,980—0,990 vor
und fordert eine klare Lösung in Chloroform,
Petroleumbenzin, Amylalkohol und absolutem
Alkohol, allenfalls mit einem opalisierenden
Scheine. Der K. enthält als wesentliche Be-
standteile eine harzartige Säure, die Kopaiva-
säure, und ein ätherisches öl. Die Kopaiva-
säure ist ein schneeweißes, kristallinisches
Pulver, welches gewöhnlich aus dem Gurjun-
balsam gewonnen wird, der davon mehr ent-
hält als der K. —- Das Kopaivaöl (lat. Oleum
balsami copaivae, frz. Essence de bäume de
capahu, engl. Oil of capaiva), durch Destil-
lation des K. mit Wasserdampf gewonnen,
wird häufig zur Verfälschung anderer äthe-
rischer öle verwendet. — Balsam und Säure
sind zollfrei. Kopaivaöl: 30 M.

Kopal (Copal, frz. und engl. Copal) ist
der Gesamtname einer Gruppe von Harzen,
die in ihren mancherlei Sorten zahlreiche
Verschiedenheiten in äußerem Aussehen und
Farbe, in Härte und in ihrem Verhalten zu
Lösungsmitteln zeigen. Hinsichtlich der Ab-
stammung herrscht noch viel Unsicherheit,
jedoch ist gewiß, daß der K. nur zu einem
Teil und zwar in geringerer Qualität von
lebenden Bäumen gesammelt wird, zum an-
dern aber fossil vorkommt, also gegraben,
gelegentlich auch fortgeschwemmt im Sande
von Flüssen gefunden wird. Bei seinem Aufent-
halt in der Erde hat das Harz Veränderungen,
ähnlich dem Bernstein, erlitten, namentlich
ist es härter, schwer löslich und schwerer
schmelzbar geworden. Diese fossilen Stücke
bilden die sog. harten Sorten, die allein in
der Firnisbereitung einen Vorzugswert haben,
während die leicht löslichen und weichen in eine
Kategorie mit anderen wohlfeileren Plarzen
zusammenfallen. Das Ursprungsland der
besten Ware ist Afrika, besonders dessen öst-
liche Küstenländer und das naheliegende
Sansibar, das sowohl selbst K. produziert, als
der hauptsächliche Verschiffungsplatz für jene
Gegenden ist. Auch Westafrika führt in
seiner ganzen Erstreckung, von 8° n. Br. bis
14° s. Br. auf eine Länge von 700 Meilen mit
wenig Unterbrechungen, K. und zwar noch
reichlicher als der Osten und durchweg unter-
irdisch bis in 3 Meter Tiefe. Die wichtigsten
Distrikte und darnach benannten Sorten sind
Sierra Leone, Acra, Benin, Cacun, Loango,
Kongo, Angola, Benguela und Kamerun. Die
westafrikanischen Sorten sind im allgemeinen
weicher als die aus dem Osten stammenden,
kommen ihnen aber in einzelnen Fällen an
Qualität ziemlich nahe. — Die Kopalsorten
kommen in allen Färbungen vor, von fast
weiß bis gelblich, von rötlich bis ziemlich
dunkelbraun, mehr oder weniger durchsichtig,
oft mit Rindenresten bedeckt, die besten
Sorten geschält und gesäubert. — Von Han-
delssorten sind zu erwähnen: Echte Kopale:
1. Ostafrikanische Kopale: Sansibar-
Kopal, fälschlicherweise auch Bombay- oder
ostindischer K. genannt, bildet meist flache,
gelbliche bis gelbbraune Stücke, deren Ober-
fläche der Gänsehaut ähnelt, daher auch der
Name Gänsekopal. Reinigt man die Stücke