﻿Korallenholz

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Kork

dieselbe durch schöne Schmuckwaren, wie
sie sich z. B. auf den Leipziger Messen zeigen,
wieder emporzubringen. Einen ständigen und
von der Mode nicht beeinflußten Absatz
finden die Waren hingegen in Japan, China,
Arabien und dem Orient überhaupt. Bei
den Orientalen ist die Vorliebe für Korallen-
schmuck so lebhaft, daß man denselben
überall an Kleidern, Waffen, Pferdegeschirren,
Gerätschaften und selbst an den Wänden vor-
nehmer Wohnungen anbringt. Außerdem
gehen K. nach Rußland, Amerika, und als
Ersatz der Münzen, in Form von Perlen-
schnüren, zu Neger- und anderen wilden
Stämmen. — Rohe, unbearbeitete K. sind zoll-
frei; bearbeitete s. Tarif Nr. 607. Nach-
ahmungen von K., sowie Waren hieraus
Nr. 608. Glaskorallen und Waren daraus
Nr. 760/2.

Korallenholz (frz. Corail vögötal), das harte,
schönfarbige Holz von Adenanthera pavo-
nina, einem auf Madagaskar und Röunion
heimischen Baume aus der Familie der Papi-
lionaceen, wird in der Kunsttischlerei ver-
wendet. — Zoll: S. Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Korallin (Corallin), ein zu den Teerfarben
gehörender, intensiv roter Farbstoff, entsteht
bei gleichzeitiger Einwirkung von Oxalsäure
und Schwefelsäure auf rohes, kresolhaltiges
Phenol. Das erste Produkt der Einwirkung,
das sog. gelbe K., wird durch Erhitzen mit
Ammoniak auf 140—150° in das rote K.
übergeführt, dunkelbraünrote Stücke mit
schwachem, metallischem Reflex. Sie lösen
sich in Alkohol mit orangegelber Farbe,
welche durch Säuren in Gelb, durch Alkalien
in ein prächtiges Rot übergeht. Das K. ent-
hält mehrere, untereinander sehr ähnliche
Farbstoffe, von denen einer isomer mit der
aus Rosanilin darstellbaren Rosolsäure ist
und Pararosolsäure oder Aurin heißt,
während ein anderer Methylaurin genannt
wird. Neben diesen finden sich Leukorosol-
säure und Pseudorosolsäure, eine violette
und eine in granatroten Kristallen kristallisier-
bare Substanz. K. wird teils in der Zeug-
färberei und Druckerei, teils zur Herstellung
von bunten Papieren benutzt. — Zollfrei.

Korduan ist ein feines, sehr geschmeidiges,
verschieden gefärbtes kleinnarbiges Leder
aus Bock- und Ziegenfellen, von dem die
stärkeren Sorten zu feinen Schuhmacher-
arbeiten, die dünneren zu Buchbinder- und
Galanteriearbeiten dienen. Der Name stammt
von Cordova in Spanien, wo es von den
Mauren zuerst hergestellt worden ist. K. ist
dem Saffian oder Maroquin sehr ähnlich,
aber zum Unterschiede von diesen nur ge-
krispelt, hingegen nicht geglänzt. Auch das
auf der Fleischseite schwarz gefärbte zarte
Bauchleder wurde früher K. genannt. — Zoll:
S. Tarif Nr. 544 ff.

Koriander (lat. Fructus seu Semen co-
riandri, frz. Semence de coriandre, engl.
Coriander seed) nennt man die würzhaften
Früchte der in Südeuropa heimischen, in
Deutschland, besonders in Thüringen und
Franken, sowie auch in Frankreich in Gärten

und Feldern kultivierten einjährigen Dolden-
pflanze Coriandrum sativum. Der Anbau
geschieht vielfach im Gemisch mit Möhren.
Wegen des leichten Ausfallens der Früchte
muß die am Morgen geschnittene oder ge-
raufte Pflanze schon am Nachmittag ausge-
klopft werden. Die Früchte sind rundlich,
oben zugespitzt, von der Größe eines kleinen
Pfefferkornes, der Länge nach gerieft, von
sehr geringer Schwere und trocken von gelb-
bräunlicher Farbe. Vorherrschendes dunkel-
gelb gilt als ein Zeichen der Güte. Frisch
riechen die Samen unangenehm wanzenartig
und betäubend, daher der Name Schwindel-
körner. Getrocknet riechen und schmecken
sie hingegen angenehm aromatisch und haben
eine erwärmende, Blähung treibende Wir-
kung, wie Anis und Kümmel, und werden
daher medizinisch, hauptsächlich aber zu
Likören und als Gewürz an Speisen und Back-
werk verwendet. Überzuckert und bunt ge-
färbt bilden die Körner unter dem Namen
überzogener oder kandierter K. eineKon-
ditoreiware. Das blaßgelbe, ätherische öl
der Samen, das Korianderöl (lat. Oleum
coriandri, frz. Essence de coriandre, engl.
Oil of coriander) wird durch Destillation mit
Wasser gewonnen. Es hat ein spez. Gew.
von 0,867-—0,880 bei 15° C, ist rechtsdrehend
und wird zur Herstellung von Likören und
zum Parfümieren von Kräuterseifen benutzt.
— Zoll: K.: 4M. Kandierter K.: 70 M.
Korianderöl: 30 M.

Kork (Pantoffelholz, lat. Suber, frz.
Liege, engl. Cork). In der Rinde vieler
Gewächse entsteht bei zunehmendem Alter
ein eigentümliches Zellgebilde, der Kork.
Dieser ist eine Gewebeform, welche durch
radiale Anordnung ihrer lückenlos verbun-
denen Zellen, sowie durch die Widerstands-
fähigkeit der Zellmembranen gegen Chemi-
kalien charakterisiert ist. Die Elastizität des
Korks beruht auf der Lufthaltigkeit seiner
Zellen. Außerdem enthält die Korksubstanz
noch einen wachsartigen Körper, welcher das
Eindringen der Nässe verhindert. In tech-
nisch nutzbarer Form und Menge findet sich
der Kork nur bei der Korkeiche. Schon im
Altertum wurde die Rinde derselben zu ganz
den nämlichen Zwecken benutzt wie heute.
Die Korkeiche ist in den Ländern um das
westliche Mittelmeer heimisch und kommt in
zwei Arten vor, Quercus suber und Quer-
cus occidentalis, von welchen die erstere
das bessere Material liefert. Quercus su-
ber ist ein immergrüner Baum, der auf trok-
kenen Anhöhen in lichtem Stande wächst und
Wäldchen oder größere, zum Teil sehr aus-
gedehnte Wälder bildet, namentlich in Spa-
nien, Portugal, Algerien und im nordwest-
lichen Teile von Tunis. Auch in den bergigen
Distrikten Südfrankreichs und auf Korsika
kommt die Korkeiche vor. Eine Abart, Quer-
c-.us-Pseudo-Suber, findet sich in Mittel-
italien und der Provence. Der aus letzterer
gewonnene Kork dient aber nur für den
Lokalhandel und ist von geringerer Qualität.
—■ Die Korkeiche ist gewissermaßen ein