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gung gefunden, nachdem man durch Jahr-
hunderte immer nur verjüngt zulaufende (ko-
nische) geschnitten. Jetzt sind beide Sor-
ten unter den Bezeichnungen „gerade“ und
„spitze“ im Handel. Die geraden sind prak-
tischer, weil sie besser schließen (Cham-
pagnerkorke). Die gebräuchlichsten Kork-
sorten sind: Spunde für Fässer und Glas-
ballons, Stöpsel (Weinkorke), Medizin-
stöpsel oder Mixturkorke in ungefähr
10 Nummern. Gute K. müssen hellfarbig,
sehr elastisch und frei von Löchern und
Insektenfraß sein. Die größten Korkmengen
verbraucht die Champagner-, Bier- und Mi-
neralwasserindustrie. Der Champagner ver-
langt die feinsten K. in Masse und Schnitt,
die deshalb auch 80—100 Fr. das Tausend
kosten. Auf der ganzen Erde werden täg-
lich gegen 20 Millionen Flaschenkorke ver-
braucht. — Anderweitige Verwendung findet
der K. in dünnen Platten als Schuhsohlen, zu
Hutfutter und zum Auslegen von Insekten-
kästen. Ferner wird er verwendet zu Schwim-
mern für Fischernetze und zu Ankerbojen, zu
Schwimmgürteln und Rettungsbooten. Kork-
abfälle benutzt man zum Stopfen von Kissen
und Matratzen, zur Herstellung von Linoleum
und Kamptulikon. Schließlich wurden in ge-
schlossenen Gefäßen verkohlte Korkspäne zur
Darstellung eines Schwarz für Druckschwärze
verwendet. — Zoll: Korkholz frei. Kork-
waren s. Tarif Nr. 635 ff.

Kornit ist ein aus gepulverten Hornab-
fällen durch Pressen hergestelltes Ersatzmittel
für Horn. —- Zoll: S. Tarif Nr. 613.

Koromandelholz (Calamanderholz), ein
dem Ebenholz ähnliches Nutzholz von der
Insel Ceylon, stammt von Diospyros hir-
suta. — Zoll: S. Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Korund, ein aus reiner Tonerde bestehen-
des Mineral, bildet in durchsichtigen und gut
kristallisierten Stücken schöne Schmucksteine,
die an Wert dem Diamant nahe kommen.
(S. Rubin und Saphir.) Die bedeutende
Härte ist auch noch solchen Varietäten eigen,
welche als unrein gefärbt, undurchsichtig oder
derb sich nicht zu Schmucksteinen eignen,
desto besser aber zu Schleifpulver für andere
harte Steine sowie Metalle. Es sind dies der
im engeren Sinne sogenannte gemeine K„
der Diamantspat und hauptsächlich der
Schmirgel (s. d.).

Koschenille (Cochenille, lat. Coccio-
nella, frz. Cochenille, engl. Cochineal) be-
steht aus den getrockneten Weibchen der
Nopalschildlaus (Coccus cacti), die ihre
Nahrung von verschiedenen Kakteen bezieht
und in Mexiko, Mittelamerika u. a. O. in
besonderen Plantagen gezüchtet wird. Sobald
die Weibchen befruchtet und dadurch bis zu
Erbsengroße angeschwollen sind, werden sie
auf untergelegte Tücher oder Schüsseln ab-
gestrichen, durch feuchte oder trockene Flitze
getötet und getrocknet. Der purpurrote Saft
der lebenden Tiere besteht aus einer farb-
losen Flüssigkeit, in welcher der Farbstoff
in Gestalt winziger Körnchen schwimmt. Da
die Generationszeit nur 6 Wochen dauert,

Krähenaugen

kann man bis zu 5 Ernten machen, beschränkt
sich aber meist auf 3, in Spanien, Algier und
Teneriffa auf 2 Ernten. Je nach der Art der
Gewinnung erhält man verschiedene Sorten:
eine silbergraue mit der natürlichen Rücken-
bestäubung (Silberkoschenille), wenn die
Tiere durch Dämpfe getötet und an der
Sonne getrocknet wurden, eine dunkel-
braunrote bis schwarze, wenn man die
Tiere in heißes Wasser tauchte und bei künst-
licher Wärme im Ofen trocknete. Eine gering-
wertigere Sorte aus kleinen, wilden Schildläusen
wird als Waldkoschenille (Granilla) be-
zeichnet. Die beste Kultursorte, Zaccatilla,
stammt aus Honduras (schwarze Hondu-
ras), dann folgt die mexikanische (Vera-
cruz), die graue Honduras und graue Me-
xiko. Zum Schluß folgt Teneriffa mit
guter grauer und schwarzer Ware, die ähn-
liche spanische und die geringe javanische
Sorte. Auch der beim Sieben abfallende
Koschenillestaub hat noch einen geringen
Handelswert. Als Verfälschung sind Zusätze
mineralischer, mit Klebstoffen an den Tieren
befestigter Beschwerungsmittel bis zu 50°/o
beobachtet worden. Der wertbestimmende
Farbstoff ist der Karmin (s. d.). — Zollfrei.

Kosmetische Mittel. Unter dieser Be-
zeichnung versteht man die große Anzahl
von Mitteln, die zur Reinigung, Pflege oder
Färbung der Haut, des Haares oder der
Mundhöhle verwendet werden. Zu ihrer Her-
stellung ist die Verwendung gesundheitsschäd-
licher Farben (s. d.) verboten. Zugelassen
sind: Schwefelsaures Baryum (Schwerspat,
blanc fixe), Schwefelkadmium, Chromoxyd,
Zinnober, Zinkoxyd, Zinnoxyd, Schwefelzink,
Kupfer, Zinn, Zink in Form von Puder. Die
Besprechung ist bei den einzelnen Artikeln
erfolgt. -— Zoll: S. Tarif Nr. 356. 358.

Kotorinde (lat. Cortex coto, frz. Ecorce de
coto, engl.Coto bark), eine seit 1873 imDrogen-
handel vorkommende Baumrinde der Laura-
cee, Drimys granatensis, kommt aus Bolivia
und wird als ausgezeichnetes Mittel gegen
Diarrhöe verwendet. Die K. besteht aus 0,2
bis 0,3 m langen, auch kürzeren, flachen oder
kaum gewölbten Stücken von verschiedener
Dicke. Die Rinde ist rötlich zimtbraun,
riecht sehr aromatisch, an Kardamomen und
Kajeput erinnernd und schmeckt aromatisch,
zugleich beißend und schwach bitter. Die
neueren Zufuhren dieser Rinde aus Para in
Brasilien brachten eine schon in ihrem Äuße-
ren abweichende Ware (Cortex Paracoto),
deren medizinische Wirkung jedoch eine ähn-
liche sein soll. Beide Rinden enthalten äthe-
risches öl, aber verschiedene Alkaloide. Die
echte Rinde enthält: Kotoin, Dikotoin und
Phenylkumalin, die neuere Rinde: Para-
kotoin, Leukotin, Oxyleukotin, Hydro-
kotoin, Methylprotokotoin und Pipe-
ronylsäure. — Von diesen kommen nur
Kotoin und Parakotin im Chemikalien-
handel vor. — Zollfrei.

Krähenaugen (Brechnüsse, lat. Nuces
vomicae seu Semen strychni, frz. Noix vo-
mique, engl. Nux vomica, Seeds of strychnos),