﻿Kresotinsäure

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Krokydolith

vorkommender Farbstoff, färbt Wolle im
sauren Bade rot. — Zollfrei.

Kresotinsäure (P arakr eso t insäure, Cr e-
sotylsäure, lat. Acidum cresotinicum, frz.
Acide cresotinique, engl. Cresotinic acid), die
Methylverbindung der Salizylsäure, wird in
analoger Weise wie diese gewonnen, indem
man statt des Phenolnatriums das Kresol-
natrium mit trockner Kohlensäure behandelt.
Sie ähnelt in Aussehen und Reaktionen der
Salizylsäure, ist aber schwerer in Wasser lös-
lich als diese, schmilzt bei 151° und er-
starrt wieder bei 144°. Wegen ihrer ge-
ringen Nebenwirkungen wendet man sie an
Stelle der Salizylsäure an. — Zollfrei.

Kreuzbeeren (lat. Baccae rhamni cathar-
ticae seu spinae cervinae, frz. Bai es de Ner-
prun, engl. Buckthorn berries), die Früchte
des bei uns in Wäldern, Gebüschen, Hecken
und an Wiesenrändern wild wachsenden Weg-
dorns (Kreuzdorn, Purgierkreuzdorn,
Rhamnus cathartica), besitzen bei der
Reife im September und Oktober eine
schwarze Farbe und enthalten nebst 4 harten
Samenkemen ein violettgrünes, bitter und
widrig schmeckendes Fleisch, das abführend
wirkt. Verwendet werden die K. meist zur
Herstellung des Kreuzdornbeerensirups
(lat. Sirupus rhamni catharticae seu spinae
cervinae, frz. Sirop de nerprun, engl. Sirup of
buckthorn), der zum Abführen in kleinen
Gaben genossen wird. — Im unreifen,
grünen Zustande dienen die Beeren zur Her-
stellung von Saft- oder Blasengrün, das
als Wasserfarbe von Malern und Koloristen,
zum Färben von Papier, Leder usw. verwendet
wird, jetzt aber nur noch selten in den Handel
kommt. Die Beeren werden zu diesem Zwecke
zerstoßen, eine Woche lang der Gärung über-
lassen, dann ausgepreßt, und der Saft unter
Zusatz von etwas Pottasche oder Alaun zur
Honigdicke eingedunstet. Hierauf füllt man
die noch warme Masse in Schweinsblasen
oder starke Rindsdärme und läßt sie anfangs
an Luft und Sonne, dann in künstlicher
Wärme oder durch Hängen in einen Rauch-
fang vollends austrocknen. Zur Erzielung
rein grüner Töne setzt man etwas Indigo-
lösung, bisweilen auch arabisches Gummi zu.
Das getrocknete Saftgrün erscheint als eine
schwarzgrüne, im Bruche glänzende und an
den Kanten grün durchscheinende Masse.
Es darf weder feucht noch sandig sein und
muß sich in Wasser fast vollständig auf-
lösen. — Die getrockneten unreifen Beeren
können zu den Gclbbeeren gezählt werden,
haben aber wenig Farbstoff und werden meist
durch die Früchte fremder Rhamnusarten
ersetzt (s. Gelbbeeren). — Zoll: Kreuzbeeren
sind zollfrei. Saftgrün s. Tarif Nr. 328.
Kreuzdombeerensirup 60 M.

Kreuzblumenkraut (lat. Herba polygalae
amarae, frz. Herbe de Polygala amöre, engl.
Milkwort) besteht aus den getrockneten Zwei-
gen, Blättern und Wurzeln einer kleinen,
fingerhohen, im mittleren und nördlichen Eu-
ropa wild wachsenden ausdauernden Pflanze
(Polygala amara), die wegen ihres Bitter-

stoffs medizinische Anwendung findet. Aus
einer Rosette von verkehrt eiförmigen, leder-
artigen Wurzelblättern erheben sich mehrere
mit kleineren Blättchen besetzte Stengel,
welche in Trauben die lippenförmigen, korn-
blumen- oder hellblauen, auch purpurroten,
seltener weißen Blütchen tragen. In der
Blütezeit, Mai und Juni, wird die ganze
Pflanze samt der fadendünnen Wurzel ge-
sammelt und getrocknet. Sie wächst sowohl
auf Bergen in trocknen Laubwäldern, als auf
nassen Wiesen, aber nur das Gewächs von
ersterer Herkunft besitzt das stark bittere
Prinzip und ist allein brauchbar, weshalb die
Ware bei Einkauf stets zu kosten ist. An dem
Mangel des bitteren Geschmacks ist auch die
beim Sammeln wohl mit unterlaufende ge-
meine K. zu erkennen. Verwendet wird das
Kraut als magenstärkendes Mittel und bei
Katarrhen. — Zollfrei.

Kreuzkümmel (römischer Kümmel,
Mutterkümmel, lat. Fructus seu Semen
cumini, frz.Cumine, engl.Cumin seed) besteht
aus den Früchten einer im Orient heimischen,
in Südeuropa angebauten, einjährigen Dol-
denpflanze, Cuminum Cyminum. Die
Früchte sind doppelt so lang als gewöhnlicher
Kümmel, meist noch paarweise zusammen-
hängend, blaßgelblich oder bräunlich und mit
mehreren, der Länge nach laufenden, vor-
springenden Rippen besetzt, die einen Besatz
von kurzen Borsten tragen. Der Geruch und
Geschmack des K. ist stark, aber nicht an-
genehm würzhaft. Als wichtigste Bestandteile
sind fettes und ätherisches Öl isoliert worden.
Eine technische Verwendung zu Kümmelkäse
findet der K. nur in Holland, sonst dient er
als ein äußerliches, zerteilend wirkendes aro-
matisches Volksmittel, innerlich bei Kolik in
der Tierheilkunde. — Zoll: 4 M.

Kreuzkümmelöl (Cuminöl, römisch
Kümmelöl, lat. Oleum cumini, frz. Essence
de cumine, engl. Oil of cumin seed). das
ätherische Öl des Kreuzkümmels, besitzt den
charakteristischen Geruch desselben in hohem
Grade, wird aber nur wenig verwendet. Es
ist hellgelb, sehr dünnflüssig, vom spez. Gew.
0.890—0,930 und besteht aus Kuminol (dem
Aldehyd des Kuminalkohols) und dem Kohlen-
wasserstoff Cymol. Die Verwendung ist ähn-
lich derjenigen des Kümmelöls. — Zoll: 30 M.

Kristallponceau, ein Teerfarbstoff, er-
scheint in schönen braunroten Kristallen mit
Goldglanz, die in Wasser mit roter Farbe
löslich sind und in der Färberei benutzt wer-
den. Das K. besteht aus dem Natronsalze der
Alphanaphtylaminazobetanaphtoldisulfosäure.
— Zollfrei.

Kristallviolett (Violett 6 B.), ein in
Wasser mit violetter Farbe löslicher Teer-
farbstoff, besteht aus der Chlorwasserstoff-
verbindung des.Hexamethylparaosanilins. Das
K. erscheint in metallisch grünglänzenden
Kristallen und dient zum Färben von Seide,
Wolle und Baumwolle. — Zollfrei.

Krokydolith (Tigeraugenstein), ein in
plattenförmigen Stücken vorkommendes Mi-
neral von graublauer bis schwärzlichblauer