﻿Kupferazetat

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Kupfervitriol

wird der Schiffsrumpf mit Kupferblech be-
schlagen und dadurch für die Dauer von
5—6 Jahren widerstandsfähig gemacht. —
Zoll: Kupfer, seine Legierungen, sowie Waren
daraus s. Tarif Nr. 869 ff. S. auch Unter-
abschnitt 17. H.

Kupferazetat (Essigsaures Kupfer, lat.
Cuprum aceticum, frz. Acdtate de cuivre, engl.
Copper acetate) entsteht bei der Behand-
lung von Grünspan mit Essigsäure oder von
Kupfervitriol mit Bleizucker in Form dunkel-
grüner, leicht verwitternder Kristalle, welche
sich leicht in Wasser und, nach Zusatz von
Essigsäure, auch in Alkohol lösen. Beim Er-
hitzen auf 100° gibt K. sein eines Molekül
Kristallwasser ab und verwandelt sich bei
240—260° unter Entweichen von Essigsäure
in das basische Salz (Grünspan). Das neu-
trale K. findet in der Medizin beschränkte
Anwendung gegen Hautkrankheiten, Bleich-
sucht, Tripper und Augenleiden, in der
Technik als Beize für Färberei und Druckerei.
Das basische Kupferazetat (Cuprum
subaceticum), welches unter dem Namen
Grünspan oder Aerugo bekannt ist, kommt
]n zwei Formen, als grüner und blauer G.
in den Handel. Der erstere, ein Gemisch
von 2 Mol. Kupferazetat, 1 Mol. Kupferoxyd
und 6 Mol. Kristallwasser, wird durch Be-
handlung von Kupferplatten mit essiggetränk-
ten Flanellappen hergestellt, während der nur
1 Mol. Kupferazetat bei sonst gleicher Zu-
sammensetzung enthaltende blaue G. bei
Überdeckung von Kupferplatten mit sauren
Weintrestern entsteht. Grünspan löst sich
nur teilweise in Wasser, vollständig hingegen
in Schwefelsäure, Essigsäure und Ammoniak
und findet zur Fabrikation des Schweinfurter
Grüns (s. d.) und in der Tierheilkunde, hin-
gegen nur noch selten als Anstrichfarbe Ver-
wendung. — Zollfrei.

Kupferchlorid (Cuprichlorid, Chlor-
kupfer, lat. Cuprum bichloratum, frz. Bi-
chlorate de cuivre, engl. Copper bichlorate)
entsteht beim Auflösen von Kupferoxyd oder
Kupferkarbonat in Salzsäure, oder von met.
Kupfer in Königswasser als ein hellgrünes
Kristallpulver, welches mit zwei Molekülen
Wasser kristallisiert und in wasserfreiem Zu-
stande 47°/o Kupfer neben 53% Chlor enthält.
Das sehr hygroskopische, in Wasser und Alko-
hol lösliche Salz findet als billigste Kupferver-
bindung in der Färberei und Druckerei An-
wendung. In verdünnter Lösung dient es zur
Goldprobe, indem es unechte Goldsachen
schwarz färbt, in trockenem Zustande zur Er-

zeugung blauer Flammen in der Feuerwerkerei
und zur Darstellung von Chlor. Die mit
Alkohol und Chloroform hergestellte Lösung
wurde früher nach dem Anzünden als Räu-
chermittel bei Cholera und Viehseuchen be-
nutzt. Beim Erhitzen oder bei der Reduktion
mit metallischem Kupfer geht K. in das
Kupferchlorür (Cuprum chloratum album)
über, ein weißes in Wasser und Alkohol un
lösliches Pulver, welches 64% Kupfer und
36% Chlor enthält und in der Gasanalyse
benutzt wird. — Zollfrei.

Kupferkarbonat (Kohlensaures Kupfer,
lat. Cuprum carbonicum, frz. Carbonate de
cuivre, engl. Copper carbonate) findet sich in
Verbindung mit Kupferhydroxyd, also in Form
des basischen Salzes, in der Natur als Ma-
lachit, Lasurstein, Azurit (Bergblau)
und wird künstlich durch Fällung warmer
Kupfervitriollösung mit Soda dargestellt. Die
grün oder blaugefärbten K. sind unlöslich
in Wasser und Alkohol, lösen sich' aber in
verd. Säuren und Ammoniak und finden als
Ersatz des Kupfervitriols gegen Phosphorver-
giftung, sowie als Malerfarben (Braun-
schweigergrün, Bremergrün, Bremer-
blau) Anwendung. — Zollfrei.

Kupfernitrat (Salpetersaures Kupfer,
Kupfersalpeter, Cuprinitrat, lat.Cuprum
nitricum, frz. Nitrate de cuivre, engl. Nitrate
of copper) wird durch Auflösen von Kupfer
oder Kupferoxyd in Salpetersäure erhalten
und bildet dunkelblaue, durchsichtige Kri-
stalle, welche an der Luft zerfließen und
sich in Wasser und Alkohol lösen. Es wird
in der Farbenfabrikation und Feuerwerkerei,
ferner als Beize in der Kattundruckerei und
Färberei, zur Darstellung von Kupferoxyd
und in der Medizin benutzt. — Zollfrei.

Kupferoxyd (Cuprioxyd, lat. Cupriim
oxydatum, frz. Oxyde de cuivre, engl. Copper
oxide) findet sich als natürliches Mineral
(Schwarzkupfererz) und wird fabrikmäßig
in großen Mengen durch Glühen von Kupfer-
draht im Sauerstoffstrom oder von kohlen-
saurem oder salpetersaurem Kupfer an der
Luft dargestellt. Je nach dem Ausgangs-
material erhält man es in Form eines schwar-
zen Pulvers oder körniger oder drahtförmiger
Stücke. Es ist in Wasser unlöslich, gibt
aber mit Säuren die Lösungen der ent-
sprechenden blauen oder grünen Salze, aus
welchen durch Kalilauge ein hellblauer Nieder-
schlag von Kupferhydroxyd (Kupfer-
oxydhydrat) ausgefällt wird. Das letztere
löst sich in Ammoniak zu einer tiefblauen
Flüssigkeit von Kupferoxydammoniak
(Cuprum oxydatum ammoniatum), welches
wegen seiner Fähigkeit, Pflanzenfaser auf-
zulösen, zur Prüfung von Garnen und Ge-
weben benutzt wird. Das K. selbst dient zum
Grünfärben von Glasflüssen, als Oxydations-
mittel in der organischen Analyse und in
der Medizin als Mittel gegen Bandwürmer. —
Zollfrei.

Kupferoxydul (Cuproxyd, lat. Cuprum
oxydulatum, frz. Protoxyde de cuivre, engl.
Copper protoxide), die zweite Verbindungs-
form des Kupfers mit Sauerstoff (20.2% Sauer-
stoff), wird sowohl beim Glühen von Kupferoxyd
mit metallischem Kupfer unter Luftabschluß,
als auch durch Reduktion alkalischer Kupfer-
salzlösungen mit Trauben- oder Invertzucker
erhalten. Es bildet ein rotes Pulver, das
zur Herstellung des Rubinglases benutzt
wird. In der Natur findet sich K. als Rot-
lcupfererz. — Zollfrei.

Kupfervitriol (Blauer Vitriol, blauer
Galitzenstein, cyprischer Vitriol, Kup-
fersulfat, Cuprisulfat, Schwefel-saures