﻿Kurare

260

Kurkumapapier

Kupfer, lat. Cuprum sulfuricum, frz. Sul-
fate de cuivre, engl. Blue vitriol, Copper
sulfat) findet sich fertig gebildet in den
Grubenwässern der Kupferbergwerke, aus
denen es dort, wo die Brennmaterialien billig
sind, durch bloßes Eindampfen gewonnen
werden kann. Das direkte Auflösen von
metallischem Kupfer in heißer konz. Schwefel-
säure lohnt sich nur, wenn die entstehende
schweflige Säure wieder verwertet werden
kann, also in Schwefelsäurefabriken, hin-
gegen wird Kupferhammerschlag (Kupfer-
oxyd), welcher sich leicht in schwächerer
Säure auflöst, ganz allgemein auf K. ver-
arbeitet. Die Kupferhütten gewinnen das Salz
meist durch Auslaugen der sog. Kupfersteine
und gerösteten Schwefelerze, wobei aus den
Lösungen zunächst reines, später eisenhaltiges
Kupfersulfat auskristallisiert, das aber als
Adlervitriol (s. d.) für manche Zwecke der
Färberei gebraucht werden kann. Das reinste
Salz kommt aus den Affinier- oder Scheide-
anstalten, in denen alte Gold- und Silber-
münzen durch Behandlung mit heißer konz.
Schwefelsäure zunächst vom Golde und darauf
durch Einhängen von Kupferplatten in die
Lösung vom Silber befreit werden. — Der
K., welcher in chemischer Hinsicht aus
schwefelsaurem Kupfer mit 5 Molekülen Kri-
stallwasser besteht und 31,72 % Kupferoxyd,
32,17°/o Schwefelsäure und 36,11 °/o Wasser
enthält, bildet schöne, große, dunkelblaue
Kristalle, welche an der Luft allmählich ver-
wittern und sich in Wasser zu einer sauer-
reagierenden, ekelhaft metallisch schmecken-
den Flüssigkeit auflösen. In Alkohol ist K.
hingegen nicht löslich. Beim Erhitzen auf
200° verwandelt sich das Salz unter Verlust
seines Wassers in ein weißes Pulver, den
gebrannten oder kalzinierten K., welcher
zur Entwässerung organischer Flüssigkeiten
(Alkohol) und in der Analyse zum Nachweis
geringer Wassermengen benutzt wird. Der
K. findet trotz seiner Giftigkeit medizinische
Anwendung als Brechmittel (bei Phosphor-
vergiftungen), sowie zum Ätzen und als Augen-
mittel. Die Technik gebraucht ihn in un-
geheuren Mengen in der Galvanoplastik, in
der Färberei und im Kattundruck, zur Dar-
stellung grüner Farben, als Ausgangsmaterial
für andere Kupferpräparate, zur Konservie-
rung von Eisenbahnschwellen, zum Beizen
von Saatgetreide und zu vielen anderen
Zwecken. — Zoll: S. Tarif Nr. 296.

Kurare (Urari, Wurali, Pfeilgift), wel-
ches von Eingeborenen Südamerikas aus den
Blättern verschiedener Strychnosarten be-
reitet wird, früher aber nur als Seltenheit nach
Europa kam, bildet jetzt einen regelmäßigen
Artikel des Drogenhandels und hat in der
Medizin als ein Mittel gegen Starrkrampf
Eingang gefunden. Dasselbe bildet eine ex-
traktartige, schwarze, bröcklige, sehr bittere
Masse, die in irdenen Töpfen eingeführt wird
und sowohl aus Brasilien als auch aus Peru
kommt. Der Stoff kann als ein heftiges Gift
natürlich nur in sehr kleinen Gaben zu Heil-
zwecken verwendet werden. Er ist außerdem

noch von besonderem Interesse für physio-
logische Untersuchungen an lebenden Tieren,
da er zunächst nur eine Lähmung der Glieder
bewirkt, während die übrigen Lebensfunk-
tionen ihren Fortgang haben, also ungestört
von Bewegungen beobachtet werden können.
Der wirksame Bestandteil des K. ist ein Alka-
loid, Kurarin. Es wird jetzt mehr ver-
wendet, als das K., dessen Gehalt an Kurarin
oft sehr schwankend ist. —• Zollfrei.

Kurkuma (Gelbwurz, lat. Rhizoma cur-
cumae, frz. Racine de curcuma, engl. Tur-
meric), der Wurzelstock (Rhizom) der zu
den Scitamineen (Gewürzlilien) gehören-
den Pflanze Curcuma longa, die im öst-
lichen Asien einheimisch ist und in Ostindien,
China, Japan, wahrscheinlich nebst einigen
verwandten Arten kultiviert wird und auch
nach Röunion und Westindien verpflanzt
wurde. Die sog. runde und lange K. kom-
men von derselben Pflanze, indem erstere die
verdickten Internodien, letztere die unver-
dickten Rhizome bildet. Verschiedenheiten
in den Eigenschaften bestehen zwischen bei-
den nicht. Man unterscheidet im Handel die
Ware nach ihren Erzeugungsländern, und
hiernach zeigt sie allerdings wesentliche
Unterschiede. Die beste und teuerste Sorte
ist die chinesische, welche meist in Stücken
wie ein kleiner Finger, äußerlich goldgelb,
innen orange oder rotgelb wie Gummigutt,
gepulvert feurig hochgelb erscheint. Die
gangbarsten, unter sich weniger verschiedenen
Sorten sind Bengalische, Java, Madras. In
ihnen finden sich öfter kurze und lange Stücke
gemischt. Sie erscheinen außen graugelb oder
schmutzig weißstaubig, innen blaßgelb bis
bräunlich, verdorbene fast schwarz, durch-
schnitten wachsglänzend, gepulvert nicht so
schönfarbig wie die chinesische, die deshalb
vorzugsweise als Farbstoff benutzt wird. Der
Geruch der K. ist dem des Ingwers ähnlich,
aber schwächer, der Geschmack bitter ge-
würzhaft. Beim Kauen färbt sie den Speichel
stark gelb. Als charakteristischen Bestand-
teil enthält die Wurzel neben 1% ätherischem
Öle, Kurkumaöl, von starkem Geruch, einen
gelben Farbstoff, das Kurkumin (V3°/o), der
bei seiner harzigen Beschaffenheit nicht von
Wasser, hingegen leicht von Weingeist, äthe-
rischen ölen und Alkalien gelöst, von letzteren
aber dabei in Braunrot umgewandelt wird.
Medizinisch wird die K. jetzt nicht mehr ge-
braucht, findet aber zum Färben von Bunt-
papier, Kuchen und anderem Gebäck, Butter,
Käse, Ölen, Firnissen und Salben beschränkte
Anwendung. Mit K. gelb gefärbtes Papier
dient in der Chemie als Reagens auf Alkalien,
von denen es in Braunrot umgefärbt wird.
In Indien und England wird K. gepulvert
auch als Gewürz vielfach verwendet, und ist
zum Würzen von Reis unter dem Namen
Currypulver bekannt. -— Zollfrei.

Kurkumapapier, ein mittels eines alkoho-
lischen Auszuges der Kurkumawurzel gelb
gefärbtes Papier, dient in der analytischen
Chemie zur Erkennung der alkalischen Re-