﻿Kurkumein	261

aktion, sowie zum Nachweis der Borsäure,
Titansäure und Zirkonerde. — Zoll: 12 M.

Kurkumein (Orange N., Jaune N.), ein
Teerfarbstoff aus der Gruppe der Azofarb-
stoffe, gelbrotes, in Wasser lösliches Pulver,
färbt Wolle in saurem Bad orange und be-
steht aus dem Natronsalze des Paratoluidin-
orthosulfosäureazodiphenylamins. Manche be-
legen auch das Zitronin (s. d.) mit dem
Namen K. — Zollfrei.

Kurkumin, der gelbe Farbstoff der Kur-
kuma, bildet orangegelbe Prismen, welche in
Wasser nur sehr wenig, in Alkohol und
Äther leicht löslich sind und bei 165° C.
schmelzen. — Den Namen K. hat man auch
einem Teerfarbstoff gegeben, der jedoch
mit dem Farbstoff der Wurzel weder in der
Zusammensetzung noch hinsichtlich der Eigen-
schaften etwas gemein hat; vergleiche hier-
über Sonnengelb. — Zollfrei.

Kuro-moji-Öl, ein ätherisches Öl aus Ja-
pan, wird aus dem wohlriechenden Holze der
Lindera sericea, einem in den japani-
schen Gebirgen wachsenden Baume durch
Destillation gewonnen. Das Öl hat ein spez.
Gew. von 0,900 und einen angenehmen Ge-
ruch. Der Siedepunkt steigt von 180—240°.
Die zwischen 200 und 220° siedende Fraktion
riecht am angenehmsten nach Linaloe-Öl. ■—
Zoll: 30 M.

Kussin (Koussin, Kossin, lat. Kosinum),
das wirksame Prinzip der Kussoblüten, wird
neuerdings aus diesen abgeschieden, scheint
aber keine einheitliche Verbindung zu sein.
Es ist ein mikrokristallinisches gelbliches Pul-
ver ohne Geruch und Geschmack, reagiert
sauer und verbindet sich auch mit Basen.
K. löst sich in Wasser beinahe gar nicht,
schwer in Alkohol, leicht in Äther, Benzin
und Chloroform. Durch Eisenchlotid wird
seine Lösung tief rot gefärbt. Bei 142u C
schmilzt K. unter Verbreitung eines butterähn-
hchen Geruchs, um sich bei stärkerer Er-
hitzung zu zerseten. — Zollfrei.

Kussoblüten (Kousso, Kosso, lat. Flores
koso, frz. Fleurs de cousso, engl. Kousso).
Die IC. bestehen aus den getrockneten Blüten

Labradorstein

eines im Hochlande von Abyssinien wachsen-
den hohen Baumes, aus der Familie der
Rosaceen, Hagenia abyssinica Will-
denow, Brayera anthelmintica, und sind
als ein wirksames Mittel gegen Bandwurm
und andere Eingeweidewürmer bekannt ge-
worden. Die Ware kommt durch Karawanen
den Nil herab und über Ägypten und Triest
oder Marseille zu uns, ist aber immer selten
und teuer und muß oft durch die übrigens
ebenso kräftige Kamala ersetzt werden.
Der Baum erzeugt fußlange, sehr verästelte
und sperrige Blütenrispen, von denen nur
die weiblichen Blütenstände verwendet wer-
den sollen. Ihre Blüten zeichnen sich vor
den anderen durch einen etwas abweichen-
den Bau und besonders durch rötlich gefärbte
Kelchblätter aus. Die rote Farbe ist ein
Zeichen der Echtheit und Frische. Sie ver-
blaßt beim Lagern und geht endlich in Braun
über. Derartig verfärbte Ware wird für
wertlos erachtet. Man erhält K. entweder
in den ganzen getrockneten Rispen, die zu
5 dm langen, 5—7 cm dicken Wickeln ge-
dreht und gebunden sind, oder in einzelnen
abgestreiften, mit Stielbruchstücken unter-
mischten Blüten. Die Droge hat einen schwa-
chen eigentümlichen Geruch und schmeckt
beim Kauen anfangs schwach, später stark
bitter und kratzend. Sie enthält etwa 100/o
Harz, etwas Gerbsäure, ätherisches Öl und
Kussin oder Kosotoxin, welches man als
den Träger der wurmtötenden Kraft be-
trachtet. Auch gegen die Drehkrankheit der
Schafe soll der Stoff vorzügliche Dienste
leisten. -— K. sind in Deutschland dem freien
Verkehr entzogen. — Zollfrei.

Kuteragummi (Kutiragummi), eine im
Aussehen dem Tragant ähnliche ostindische
Gummiart, enthält wie dieser Bassorin. —
Zollfrei.

Kydiabast, der Bast der Kydia calycina,
eines im westlichen Indien wachsenden Bau-
mes, wird bis 1,3 m lang, ist außen gelblich,
innen von kreideartigem Aussehen, sehr fest
und ein vorzügliches Ersatzmittel für Linden-
bast. Zum Verspinnen eignen sich jedoch die
Fasern nicht. — Zollfrei.

Lab nennt man das zur Dicklegung der
Milch in den Käsereien benutzte Enzym des
Kälbermagens. Es wurde ursprünglich durch
Behandlung des 4. Kälbermagens (Labmagen)
mit Kochsalzlösung hergestellt (Natur- oder
Käselab), wird aber neuerdings meist in
Form der Labessenz (Labextrakt) ange-
wandt, einer mit Hilfe von Kochsalz und Bor-
säure oder Alkohol aus vorsichtig getrock-
netem Kälbermagen gewonnenen Flüssigkeit.
Labpulver besteht aus getrockneter und ent-
fetteter, zerkleinerter Magenschleimhaut. —
Naturlab und Labpulver zollfrei, s. Tarif Nr.
157. Labessenz mit Alkohol s. Tarif Nr. 386.

Labradorstein (Labrador, Labradorit,
polychromatischer Feldspat), ein Mine-
ral aus der Gruppe der Feldspate, bestehend
aus Kieselsäure, Tonerde und Kalk nebst
geringen Mengen von Natron, hat seinen Na-
men von der Labradorküste Nordamerikas,
wo es in besonderer Schönheit gefunden wird.
Das weißlich, grau bis schwärzlich gefärbte
Mineral verdankt seine Verwendung zu
Schmucksteinen dem schönen pfaufederarti-
gen Farbenspiel, das es unter gewissen Rich-
tungen, in Wandlungen von blauen, grünen,
messinggelben, roten und braunen Farben
zeigt. Seine Härte ist == 5, das spez. Gew,