﻿Lacke

Lachs	262

2,680—2,740. L. findet sich (am schönsten auf
der Paulsinsel) sowohl in Geschieben, als ein-
gewachsen und wird zu Ring- und Nadel-
steinen, Dosen, Vasen, Tischplatten und Orna-
menten verarbeitet. Sein Farbenspiel zeigt
sich am schönsten, wenn er ganz flach oder
wenig gewölbt geschliffen ist, während fasset-
tierter Schliff dasselbe aufhebt. — Zollfrei.
Waren daraus vgl. Edelsteine (Halbedel-
steine).

Lachs (Salm, frz. Saumon, engl. Salmon),
ein zu den Forellenartep. gehörender
Raubfisch (Trutta salar) mit verhältnis-
mäßig kleinem Kopf und schlankem Leib,
kleinen Schuppen und fettem, grätenlosem,
sehr wohlschmeckendem Fleisch, erscheint auf
dem Rücken blaugrau, an der Seite silberglän-
zend, an der Unterseite weiß und glänzend.
Als: Heimat des Lachses wird das Eismeer
und der nördliche Teil des Atlantischen
Ozeans, einschließlich der Nordsee und Ost-
see, angesehen, im Mittelmeere fehlt er schon.
Im Schwarzen Meere findet sich eine andere
Art, der Huchen (Salmo Hucho), welcher
von hier aus in die Donau und ihre Neben-
flüsse aufsteigt, um zu laichen. Der Lachs-
fang unterliegt in Deutschland einer gesetz-
lichen Schonzeit. In den größeren Flüssen
(Rhein, Elbe, Weser) dürfen Lachse während
der Zeit vom 10. April bis mit dem 9. Juni,
in den kleineren Flüssen und Bächen zwischen
dem 15. Oktober und 14. Dezember nicht
gefangen werden. Als Mindestgröße für fang-
bare L. sind 50 cm vorgeschrieben, während
Fische von 1,5 m und 12—15 kg Gewicht
die beste Handelsware bilden. — Lachs-
forellen sind diejenige Sippschaft der
Lachse, welche hauptsächlich die Landseen,
wie z. B. die Schweizer, bevölkern und immer
im süßen Wasser bleiben. Sie leben meist in
großer Tiefe und kommen nur zeitweilig zum
Fang kleiner Fische und Insekten an die
Oberfläche. Man fängt sie demnach teils mit
Grund-, teils mit Fliegenangeln, welche in
großer Anzahl an einer auf dem Wasser flu-
tenden Leine befestigt sind. Zur Laichzeit
im Spätherbst und Winter dringen sie in die
Bäche und Flüsse der Seen ein und werden
dabei in Reusen und Stellnetzen gefangen.
Diese Seelachse oder Grundforellen kön-
nen 20—22 kg schwer werden und dürfen
unter 28 cm Länge nicht gefangen werden.
Die gesetzliche Schonzeit reicht vom 15. Ok-
tober bis 14. Dezember. — Der L. wird so-
wohl im frischen Zustande, wie durch Räu-
chern, Einsalzen und Marinieren konserviert
genossen. Eingesalzener L. kommt von
Schottland, besonders Berwick und Perth,
Norwegen (Bergen) und Neufundland. Die
Rheinlachse werden frisch und geräu-
chert versandt und sind dem Elb- und
Weserlachs an Güte überlegen. Von Nor-
wegen und der Ostseeküste (Elbing) kommt
ebenfalls geräucherte Ware. Das Marinie-
ren der Lachse geschieht in der Weise, daß
man die ausgeweideten Tiere in Stücke zer-
schneidet und kocht, darauf mit verschiedenen
Gewürzen in Fässer schlägt, diese mit einer

Essig-Salzlake auffüllt und fest verschließt.
Solche marinierte Ware wird besonders in
Elbing gut und dauerhaft zubereitet und von
dort verschickt. Außerdem gelangt L. von
Danzig, Thorn, Bremen, Frankfurt a. O. usw.
in den Handel. — Zoll: Frischer L. zollfrei,
zubereitet s. Tarif Nr. 117.

Lacke (lat. Lacca, frz. \ ernis, engl. Varnish)
sind Auflösungen von Harzen in leicht ver-
dampfbaren Flüssigkeiten. Setzt man diesen
Auflösungen noch fette Öle oder Firnis zu,
so erhält man die Lackfirnisse oder fet-
ten Lacke. Beide Präparate dienen dazu,
den Gegenständen, die man mit ihnen über-
streicht, eine glatte und glänzende Oberfläche
zu geben, wodurch nicht allein ihr Aussehen
verschönert, sondern auch ihre Beständigkeit
gegen die Einwirkung der Feuchtigkeit und
der Luft vergrößert wird. Im gewöhnlichen
Leben verwechselt man häufig die Begriffe
Lack und Firnis, oder gebraucht beide Be-
nennungen als völlig gleichbedeutend. Man
bezeichnet z. B. verschiedene, nur mit Firnis
oder Ölfarbe gestrichene Gegenstände als
lackierte, ohne daß sie wirklich mit einem
Lacküberzuge versehen sind. Die eigentlichen
lackierten Waren haben stets einen Lacküber-
zug, mögen sie vorher mit Ölfirnis gestrichen
sein oder nicht. Die L. werden aus den ver-
schiedensten Harzen hergestellt, und zwar ent-
weder nur aus einem einzigen, wie z. B. Kopal,
Dammara, Bernstein, oder aus Gemengen ver-
schiedener Harze. Als Lösungsmittel dienen:
Terpentinöl, Rosmarinöl, Benzin, Kampferöl,
Äther, Alkohol (Weingeist). Beim Über-
streichen der Gegenstände mit L. verflüch-
tigen sich die Lösungsmittel, und die gelöst
gewesenen Harze bleiben als dünner, durch-
sichtiger Überzug zurück, vorausgesetzt, daß
man dem Lack keinen unlöslichen Farbstoff
zugesetzt hat. In letzterem Falle ist der Über-
zug undurchsichtig. Die fetten Lackfir-
nisse bestehen aus gekochtem Öl (Leinöl-
firnis) in Verbindung mit irgendwelchen
Harzen und enthalten in der Regel als
Verdünnungsmittel einen geringen Zusatz von
Terpentinöl. Diese fetten Lackfirnisse sind
die haltbarsten, brauchen aber viel mehr
Zeit zum Trocknen, als solche, welche als
Lösungsmittel lediglich Terpentinöl, Wein-
geist u. dgl. enthalten, auch haben sie we-
niger Glanz. Man gebraucht sie für Leder-
zeug und andere Waren, die der Abnutzung
ausgesetzt sind. Sie werden häufig in Ver-
mischung mit Farben aufgetragen, und das
Austrocknen wird, wo es angeht, z. B. bei
Blechlackierwaren, in geheizten Räumen be-
wirkt. — Weingeistlacke oder Spiritus-
lacke werden gewöhnlich dann gebraucht,
wenn die gestrichenen Gegenstände ihre na-
türliche Färbung behalten sollen, so daß also
der Lack gleichsam die Stelle einer hellen
Glasdecke vertritt. Für diesen Fall sind na-
türlich die hellsten Harzsorten zu wählen,
während für andere Fälle, in denen Farblosig-
keit nicht erforderlich ist, dunklere Harze
Bernstein, Schellack, Kolophon usw. benutzt
werden können. In einigen Fällen färbt man