﻿Lackmoid

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Lärchenholz

sonderer Wichtigkeit ist die Güte des Lackes
und die Art des Auftragens. In Japan erfolgt
das Bemalen, um dem Staub, der die Glätte
schädigt, zu entgehen, auf Kähnen mitten im
Wasser oder in feuchten Arbeitsstuben. Unter-
stützt durch den Formenreichtum, den das
fragen und Drücken schaffen können, und
durch die Freiheit der Maltechnik, welche
alle Verzierungen durchzuführen gestattet,
leistet dieser Industriezweig jetzt ganz her-
vorragendes, und seine Erzeugnisse sind nicht
allein Luxuswaren, sondern ebensowohl in
den gewöhnlichen Hauswirtschaften zu finden.
Die deutschen Artikel sind bei sauberer Aus-
führung so billig, daß sie schon längst
einen bedeutenden Ausfuhrartikel bilden. —
Zoll: S. die betreffenden Artikel, die zur
Herstellung der Gegenstände genommen wor-
den sind.

Lackmoid (Resorzinblau) entsteht beim
Erhitzen von Resorzin mit salpetrigsaurem
Natron in Form dunkelblauvioletter, glänzen-
der Körnchen, die in Wasser leicht mit blau-
violetter Farbe löslich sind. Die Lösung wird
durch Salzsäure rot. In Alkohol löst sich
der Farbstoff mit blauer Farbe und dunkel-
grüner Fluoreszenz. L. wird bis jetzt nur als
Indikator in chemischen Laboratorien beim
Titrieren benutzt. — Zollfrei.

Lackmus (lat. Lacca musica, frz. Tournesol,
engl. Litmus), ein verschiedenen Arten von
Flechten, z.B. Roccellatinctoria, Leca-
nora tartarea u. a., entstammender blauer
Farbstoff, wird in folgender Weise hergestellt:
Die zu Pulver gemahlenen Flechten werden
in Kübeln mit Pottasche, Kalk und einem
ammoniakhaltigen Stoffe, früher faulem Urin,
zu einem weichen Teige gemischt, den man
der Gärung überläßt. Während des etwa vier
Wochen dauernden Prozesses wird die Masse
durch Zumischung neuer Portionen von Am-
moniak in ihrem Zustande der Weichheit
erhalten und nimmt zuerst eine Purpurfarbe
an, die allmählich in Dunkelblau übergeht.
Man reibt sie dann durch Haarsiebe, mischt
mit Kreidepulver oder Gips und formt sie zu
kleinen Würfeln, die man im Schatten
trocknet. L. enthält eine Reihe verschiedener
Farbstoffe, von denen das Azolithmin der
wichtigste ist. Es färbt sich mit Säuren rot,
mit Alkalien blau, und wird ebenso wie der
mit verdünntem Alkohol hergestellte Auszug,
die Lackmustinktur und das Lackmus-
Papier als Indikator benutzt. Die Tinktur
muß im Dunkeln und in nur mit Watte lose
verschlossenen Flaschen aufbewahrt werden.
— Zoll: Lackmus ist zollfrei. L.-Papier: 12 M.

Lactarin, ein getrocknetes und gepulvertes
Kasein zum Gebrauch als Farbenverdickungs-
mittel in Zeugdruckereien, wird für den Ge-
brauch mit verdünntem Salmiakgeist zu einer
gummischleimartigen Masse gelöst. — Zoll:
S. Tarif Nr. 373.

Ladanum (lat. Gummi ladanum, frz., und
engl. Ladanum), nicht zu verwechseln mit
Laudanum, d. i. Opium, ist eine harzige,
grüne Ausschwitzung, welche an den Blät-
tern und Zweigspitzen mehrerer zur Gattung

; Cistus gehöriger Strauchgewächse auftritt
und abgeschabt wird. L. riecht angenehm
storaxartig und diente früher zu Parfümerien,
Räucherungen und als Zusatz zu Pflastern,
ist aber jetzt ganz außer Gebrauch gekommen.
— Zollfrei.

Lämmerfelle. Die Felle von jungen Scha-
fen kommen in zweierlei Formen, nämlich
mit und ohne Wolle, in den Handel und
dienen in letzter Form zur Lederbereitung,
namentlich zu Handschuhleder, in der ersteren
zu Pelzwerk. Als wichtigste Arten des Schafes,
welche Lammfelle liefern, gelten das spa-
nische Merinoschaf, das Bauernschaf
und das breitschwänzige Schaf, welches
in ganz Asien, Nordsibirien ausgenommen, im
europäischen Südrußland und in Ägypten ge-
halten wird und die schönsten L. liefert. Eine
Abart des letzteren, das bucharische Schaf,
liefert die Astrachan- und die persischen
Felle, während von dem langschwänzigen
Schaf die ukrainischen Felle stammen. Der
Farbe nach haben unter allen Sorten die
schwarzen Felle den Vorzug, die am schönsten
aus Persien (Agneaux de Tartarie, Agneaux de
Perse), danach aus Astrachan, der Krim
und der Ukraine kommen. Die Astrachaner
haben ziemlich langes, glänzend schwarzes
Haar, während dasjenige der übrigen Sorten
meist feine Ringel, manchmal von außer-
ordentlicher Zartheit bildet. Die Kräuselung
ist jedoch mehr oder weniger ein Werk der
Kunst, indem die Kirgisen, Kalmücken und
Tartaren die neugeborenen Lämmer sogleich
in grobe Leinwand einnähen, diese täglich
mehrmals mit warmem Wasser benetzen und
mit den Händen darauf in gewissen Rich-
tungen herumstreichen. Nachdem diese Be-
handlung vier Wochen lang fortgesetzt worden
ist, untersucht man das Tier und fährt, wenn
die Kräuselung noch nicht genügend vor-
geschritten sein sollte, in derselben Weise
fort. Die feinsten aus Rußland kommenden
Lammfelle führen bei uns den Namen Per-
sianer, in Rußland selbst nennt man sie
Karakul. Unter dem letzteren Namen (Ka-
rakul) versteht man in Deutschland gewöhn-
lich die kleineren tartarischen Lammfellchen,
welche auch Treibei genannt werden. Die
ordinären russischen Lammfelle werden als
Schmaschen bezeichnet. Krimmer und Ukrai-
ner leiten ihren Namen von ihrem Ursprungs-
lande ab. Die kostbarsten Stücke bleiben
meist für den Konsum reicher Russen. —
Die gewöhnliche Ware kommt aus Ungarn,
der Türkei u. a. O. und ist oft gefärbt. —
Zoll: Lammfelle als Leder s. Tarif Nr. 544.
550. L. als Pelzwerk s. Tarif Nr. 155. 563 ff.

Lärchenholz (Lerchenholz) von Larix
europaea ist im Splinte weiß, sonst rötlich,
braunrötlich oder rotgelb, bei alten Stämmen
zuweilen dunkel geflammt, sehr harzreich,
wenig dem Werfen und nicht dem Wurmfraß
unterworfen. Es ist ein ausgezeichnetes, sehr
dauerhaftes Bauholz für Land- und Wasser-
bauten, sowie zu Mastbäumen und Eisenbahn-
schwellen, während die jungen Stämme als
Hopfen- und Telegraphenstangen benutzt wer-