﻿Lanthan

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Laurelnußöl

misch von Cholesterin- und Isocholesterin-
Fettsäureester aufzufassen. Als identitäts-
reaktion dient der Cholesterinnachweis. Löst
man 1 g Wollfett in 50 g Chloroform und
schichtet die Lösung über Schwefelsäure, so
entsteht an der Berührungsstelle eine Zone
von feurig-braunroter Färbung. Während das
wasserfreie Wollfett nur im Großhandel,
in den Apotheken und Drogerien zur Her-
stellung von Salben Verwendung findet, ist
das wasserhaltige Wollfett, schlechtweg
Lanolin genannt, ein Artikel des Klein-
handels. Das wasserhaltige Wollfett
(Adeps lanae cum aqua des D. A. B.) ist
eine Mischung von 75 Teilen Wollfett und
25 Teilen Wasser und stellt eine gelblich-
weiße, salbenartige Masse dar, die sich beim
Erwärmen im Wasserbade in eine wäßrige
und eine auf dieser schwimmende ölige
Schicht trennt. Wasserhaltiges Wollfett soll
nach dem Trocknen bei 100° nicht mehr
als 26°/o an Gewicht verlieren. Um das
wasserhaltige Wollfett recht geschmeidig zu
machen, setzt man ihm öfters noch Olivenöl
zu. Die Wollfettsalbe des D. A. B. ent-
hält 20% Olivenöl. Außer diesem werden
dem Lanolin, wenn es kosmetischen Zwecken
dienen soll, vielfach ätherische Öle, Vanillin
u. dergl. zugesetzt. •— Zoll: S. Tarif Nr. 258.

Lanthan, ein Element aus der Reihe der
seltenen Metalle, vom Atomgewicht 138, findet
sich als Begleiter des Zers und Didyms im
Zerit, Monazit, Orthit und Gadolinit und wird
in beschränktem Maße bei der Herstellung
von Glühlichtstrümpfen benutzt. — Zollfrei.

Laserpitin, ein Bittersto ff aus derWurzel
von Laserpitium latifolium (s. Enzian-
wurzel, weiße), welche 1,5% L. enthält,
bildet große, glänzende, farblose, prismatische
Kristalle, welche unlöslich in Wasser, löslich
in Äther und Benzol, bei 118° schmelzen. Das
L. wird durch Kochen mit Kalilauge in
Angelikasäure und Laserol gespalten. —
Zollfrei.

Lastings sind Wollatlasse, d. h. nach
Atlasart dichtgewebte Zeuge aus hartem Kamm-
garn, die meist nur in schwarz und anderen
dunklen Farben Vorkommen und als Möbel-
stoffe, zu Schuhen, Halsbinden, Westen- und
Kleiderstoffen dienen. Häufig ist der Stoff
ein gemischter, mit Kette von Baumwoll-
zwirn, und heißt dann zuweilen Paramatta.
— Wollene und halbwollene L. s. Tarif Nr.
427 ff. 445 ff.

Lasurstein (Lapis lazuli), ein schön him-
melblaues, undurchsichtiges, schon im Alter-
tum als Schmuckstein geschätztes und häufig
zu Gemmen geschnittenes Mineral aus Sibirien,
der Tatarei, der kleinen Bucharei und China,
findet sich hauptsächlich klumpenweise in
Kalkfels in Begleitung von Schwefelkies, aber
immer nur vereinzelt und meist in kleineren
Massen. Große reine Stücke sind selten, weil
er meist von weißen Adern durchzogen ist
und Schwefelkies in kleinen, messingglänzen-
den Partikeln eingesprengt enthält. Der Stein
nimmt eine schöne Politur an, verliert sie
indes infolge seiner geringen Härte leicht

wieder. Seine Verwendung zu Bijouterie-
waren, besonders in Frankreich und Italien,
ist dem Modewechsel stark unterworfen.
Größere Stücke werden zu Dosen, Urnen,
Schmuck usw. verwendet. Namentüch in
Rußland bestehen derartige Schleifereien, und
im Winterpalast und der Isaakskirche zu
Petersburg gibt es viele Bauverzierungen aus
diesem schönen Material. Früher hatte der
Stein selbst in kleinen Brocken und Ab-
fällen einen hohen Wert, denn er diente zur
Darstellung der schönsten und teuersten
blauen Malerfarbe, des Ultramarins (s. d.),
das jetzt auf künstlichem Wege erzeugt wird.
Der Stein besteht aus sehr gewöhnlichen
Stoffen: Kiesel- und Tonerde, Kalk, Natron,
Schwefel, und wird durch Säuren unter Zer-
störung der blauen Farbe und Hinterlassung
von Kieselgallerte gelöst. — Zoll: Vgl.
„Edelsteine“. Ultramarin s. Tarif Nr. 323.

Latschenkiefernöl (Latschenöl,Krumm-
holz öl, lat. Oleum Pini pumilionis, frz. Es-
sence de pin de montagne, engl. Oil of pine
montane), das ätherische Öl der Krummholz-
kiefer (Pinus Pumilio), ist dem Terpen-
tinöl ähnlich und wird in Tirol, Oberbayern
und den Schweizer Alpen bereitet. Es hat
ein spez. Gew. von 0,860—0,870 und dreht
das polarisierte Licht nach links. Man be-
nutzt es zu Einreibungen und zum Inhalieren.
— Zoll: 30 M.

Latwerge (lat. Electuarium) nennt man
eine früher mehr als jetzt gebräuchliche Arz-
neiform, • in welcher bittere oder sonst übel-
schmeckende, gepulverte Arzneikörper mit
Honig oder gezuckertem Fruchtmus gemischt
sind, um sie für den Geschmack angenehmer
zu machen. Am gebräuchlichsten sind noch
die abführende Senna- und Tamarinden-
latwerge, die bittere Magenlatwerge,
welche durch einen Zusatz von Opium zum
Theriak wird, und eine oder die andere
Zahnlatwerge. — Zoll: S. Tarif Nr. 388
und 389.

Laurelnußöl. Unter diesem Namen kommt
aus Ostindien ein fettes Öl in den Handel,
welches aus den Samen eines im Aussehen
dem Lorbeer ähnlichen Baumes (Calophyl-
lum inophyllum) gewonnen wird. Der
Baum, der auch das ostindische Tacamahac
liefert, kommt ganz besonders häufig an der
Westküste von Travancore vor und wird von
den Engländern Alexandrian laurel, von
den Hindus Sultan champa und von den
Malayen Punnai genannt. Die Frucht ist im
frischen Zustande grünlichgelb, trocken braun
bis schwarz und enthält zwei dicht zusammen-
hängende, halbkugelige Samenlappen mit
zirka 68% eines fetten Öles, das zum Brennen
in Lampen und zur Darstellung von Seife Ver-
wendung findet. Das Öl ist grünlichgelb,
schmeckt aromatisch bitter und wird bei 16°C
fest. Das spez. Gew. beträgt 0,930. Bei der
Elaidinprobe wird das Öl nach 2ty2 Stunden
fest und erscheint nach 24 Stunden als butter-
ähnliche, zitronengelbe Masse. — Den Namen
Laurel oder Thihue führt auch ein in
Chile heimischer Baum (Laurelia aroma-