﻿Lithograp hische^Steine

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Lohe

kleinsten Spuren erkannt werden können,
große Bedeutung als Mittel gegen Erkran-
kung der Harnorgane, Abscheidung von
Harnsäure und Gicht. Die wichtigsten Salze
sind das kohlensaure L. (L. carbonicum)
und benzoesaure L. (L. benzoicum), ferner
für photographische Zwecke das Brom- und
Jodlithium. Außerdem findet sich das
essigsaure, schwefelsaure, zitronensaure und
Salizylsäure L. im Handel. — Zollfrei.

Lithographische Steine nennt man eine
besondere Art eines in Platten brechenden
Kalksteines von dichtem und sehr feinem
Korn, welcher wenig verbreitet ist und nur
m den Brüchen von Solnhofen und Pappen-
heim in den bayrischen Donaugegenden ge-
funden wird. Sie sind das unentbehrliche
Material für den Steindruck und zerfallen
nach ihrer Güte in verschiedene Sorten. Die
feinste bilden die blaugrauen Steine, welche
als die härtesten und feinkörnigsten aus-
schließlich zu gravierten Arbeiten taug-
lich sind, während die gelben für Feder- und
Kreidemanier dienen. Graue und gelbe Sor-
ten zerfallen wieder in Prima- und Sekunda-
ware, von denen die letztere mit stärkeren
Flecken und Adern durchsetzt ist. Die
Platten werden auf einer und auf zwei Seiten
geschliffen geliefert, beide Flächen sind voll-
ständig glatt und matt glänzend. Große
dünnere Platten werden vielfach auf Unter-
platten aufgekittet. Vermittels Dampfsägen
können starke Steine in dünnere von 7 bis
10 cm zerteilt werden. — Zoll: S. Tarif
Nr. 682/83.

Lithopone, eine aus Baryumsulfat und 10
bis 15°/o Zinksulfid bestehende weiße Maler-
farbe, wird in der Weise hergestellt, daß
man ein Gemisch von Chlorbaryum und
Schwefelbaryum in wäßriger Lösung teilweise
mit Schwefelsäure und den Rest mit Zink-
vitriol fällt, oder daß man Schwefelzink mit
Baryumsulfat mischt. L. besitzt ungefähr die
peckkraft des Blanc fixe. — Zoll: S. Tarif
Nr. 326.. 335/36.

Lobelienkraut (Indianischer Tabak,
fat. Herba lobeliae, frz. Lobölie enflee,
engl. Indian tabacco), eine aus Nordamerika
stammende Droge, besteht aus der getrock-
neten und zerschnittenen einjährigen Pflanze
Lobelia inflata. Das Kraut wird im
blühenden Zustande gesammelt, getrocknet
und in Kuchenform oder viereckige Pakete
gepreßt. Die Pflanze riecht tabakähnlich,
schmeckt widrig und stechend scharf und
enthält als eigentümlichen Bestandteil das
Alkaloid Lob elin, ein narkotisch wirkendes
Gift, ferner Inflatin und Lobelakrin. Das
Pulver oder die Tinktur daraus wirkt in
kleinen Gaben födernd auf die Sekretions-
tvege, in größeren brechenerregend. Man
benutzt sie als Brech- und schweißtreibendes
Mittel, sowie gegen Asthma. — Zollfrei.

Löffelkraut (Skorbutkraut, lat. Herba
cochleariae .officinalis, frz. Herbe de coch-
leari^ engl. Scurvy grass). Diese als Panacee
für skorbutkranke Schiffer altberühmte Pflanze
wächst von den Küsten der Nord- und Ost-

see an nordwärts vielleicht so weit, als über-
haupt Pflanzen bestehen können. Sie findet
sich unter anderen noch auf der ganzen
Westküste von Grönland, besonders üppig
auf Plätzen, die durch Seevögel gedüngt
wurden, kommt aber auch bei uns im
Binnenlande, namentlich an salzigen Seen
und Salinen zuweilen vor und läßt sich in
feuchtem Boden auch aus Samen ziehen.
Die Pflanze gehört zu den Cruciferen und
ist die nächste Verwandte des Meerrettichs.
Sie ist zweijährig und bringt erst im zweiten
Jahre ihre weißen Blütendolden und kleinen
Samenschötchen. Die Wurzelblätter sind
rundlich und langstielig, von der Form eines
Löffels, während die höher stehenden dem
Stengel näher ansitzen und sehr kurze Stiele
haben. Gerieben hat das frische Kraut einen
beißend scharfen Geruch und einen salzig
bitteren, kressenartigen Geschmack, welcher
auf seinem Gehalte an ätherischem Öl be-
ruht. — Zur Destillation des Löff elkraut-
spiritus (lat. Spiritus cochleariae, frz. Esprit
de cochlearie, engl. Sprit of Scurvy grass)
darf nur ein trockenes Kraut unter Zusatz von
weißem Senfpulver verwendet werden. Das
Destillat enthält den wirksamen Bestandteil in
Form eines flüchtigen schwefelhaltigen Öls,
das im Safte der Pflanze noch nicht fertig
gebildet ist. Der Spiritus dient wie das
frische Kraut gegen skorbutartige Leiden,
sowie äußerlich zu reizenden Einreibungen.
— Zoll: Löffelkraut ist zollfrei. Löffelkraut-
spiritus 60 M.

Löffeikrautöl (lat. Oleum cochleariae, frz.
Essence de cochlearie, engl. Oil of Scurvy
grass), das durch Destillation von Löffelkraut
und weißem Senf mit Wasserdampf gewon-
nene ätherische öl des Löffelkrautes, ist
gelblich und besitzt den stechend scharfen
Geruch und Geschmack des frischen Krautes.
Es hat ein spez. Gew. von 0,942 und siedet
bei 159—160°. Seiner chemischen Natur
nach ist es das Isosulfocyanat des sekun-
dären Butylalkohols. Das aut künstlichem
Wege bereitete und behufs Herstellung von
Löffelkrautspiritus in den Handel gebrachte
L. besteht aus Isobutylsenföl. — Zoll: 30 M.

Löwenzahnwurzel (lat. Radix taraxaci, frz.
Racine de pissenlit, Racine de dent de Lion,
engl. Taraxacum root, Dandelion), die Wurzel
der bekannten, fast überall wild wachsenden
Komposite, Leontodon taraxacum, ist
spindelförmig, hat unter einer schwärzlichen
Oberhaut einen weißlichen Holzkörper und
schmeckt schwach salzig und süß bitterlich.
L. wird, ebenso wie das daraus gewonnene
Extrakt (lat. Extractum taraxaci), medizinisch
zu Kräutersäften und Frühlingskuren ver-
wandt, dient aber hauptsächlich zur Her-
stellung von Kaffeesurrogaten. —- Zoll: L. ist
zollfrei. Als Kaffeesurogat s. Tarif Nr. 62.

Lohe (Gerberrinde) nennt man im all-
gemeinen alle zu einem groben Pulver ge-
mahlenen Baumrinden, welche wegen ihres
hohen Gerbstoffgehaltes zum Gerben benutzt
werden. Im besonderen versteht man dar-
unter aber die früher fast allein in Betracht