﻿LoVacrin

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Luteolin

Lovacrin ist ein mit großer Reklame an-
gepriesenes Kosmetikum, das angeblich aus
einem mit Jasmin, Arnika und Salbei par-
fümierten Gemisch von Tannin, Eigelb, Kog-
nak und Naphtol besteht. — Zoll: S. Tarif
Nr. 358.

Lucienholz (Luzienholz). Hierunter wird
das wohlriechende Holz des Mahaleb-
kirschbaumes verstanden, von dem die
sog. Weichselrohre kommen (s. d.), ferner
auch das Holz des Faulbaumes oder der
1 raubenkirsche (Prunus Padus), das weiß
oder gelblich ist und zu Tischler- oder
Drechslerarbeiten benutzt wird. Vorzüglicher
tst das Holz des amerikanischen immer-
grünen Traubenkirschbaumes von Karo-
lina, das in der Färbung dem Mahagoniholz
gleicht und auch falsches Mahagoni genannt
wird. Die daraus gefertigten Möbel erhalten
nut der Zeit ein immer schöneres Aussehen.
— Zoll: S. Tarif Nr. 74ff. und 615ff.

Luffa (Luffah, Loofah) besteht aus dem
netzartigen Fasergewebe der Früchte von
Luffa aegyptiaca oder Momordica
Luffa, einer in Ägypten und Arabien hei-
mischen und dort auch angebauten Cucur-
bitacee. Die ziemlich großen, gurkenähn-
lichen Früchte werden nach der Reife auf-
geschnitten, von den Samen befreit und der
faulenden Gärung überlassen, wodurch das
Fruchtfleisch und das zartere Zellgewebe zer-
stört wird, während das die L. des Handels
bildende schwach gelbliche Fasergewebe zu-
rückbleibt und nach dem Waschen gebleicht
und getrocknet wird. Die L. wurde schon
von den alten Ägyptern als Waschschwamm
benutzt und wird jetzt vielfach nach Deutsch-
land für denselben Zweck eingeführt. Die
Luffaschwämme sind im trockenen Zu-
stande hart, werden aber, in Wasser getaucht,
weich und geschmeidig. Die L. wird auch
zur Herstellung von Schweißblättern, Sattel-
unterlagedecken, Einlegesohlen usw. verar-
beitet. Besonders letztere bewähren sich sehr
gut. — Zoll: Luffa s. Tarif Nr. 68; Luffahüte
s. Traif Nr. 541; andere Luffawaren s. Tarif
Nr. 646.

Lungan. Mit diesem Namen belegt man
tu China sowohl die getrockneten Früchte
von Nephelium longanum, eines 10 bis
12 m hohen Baumes aus der Familie der
Sapindaceen, als auch das aus diesen
Früchten dargestellte Mus. Die Früchte'
haben die Größe einer Kirsche, sind gelblich
oder bräunlichgrau und enthalten ein ange-
nehm schmeckendes Mark. Noch wertvoller
tst das Mark einer verwandten Art, Nephe-
lium Litchi (Litchibaum), welche eben-
falls in China heimisch ist, außerdem aber in
Ostindien häufig angebaut wird. Die Früchte
dieses Baumes, Leitschies oder Litchis
genannt, sind eirund, mit zahlreichen, spit-
zigen Höckern besetzt, bei vollständiger Reife
hellrot oder hochrot mit mehr abgeplatteten
Höckern, von der Größe eines Taubeneies
und darüber. In diesen Früchten finden sich
ovale braune Samen, umhüllt von einem

durchscheinenden, matt himmelblauen, saf-
tigen Marke, welches äußerst wohlschmeckend,
ähnlich dem Geschmack der Muskatellwein-
traube, ist. Die Früchte werden auch ge-
trocknet in den Handel gebracht. Auf Ma-
lakka und den Sundainseln kommt ferner
Nephelium Cappaceum (Ramputan)
vor, ein kleiner Baum, der ebenfalls wohl-
schmeckende Früchte liefert. Zoll: Frische
L. zollfrei.

Lungenkraut (lat. Herba pulmonariae ma-
culatae, frz. Feuilles de pulmonaire, engl. Pul-
monary leaves) besteht aus den getrockneten
Blättern der in Wäldern wachsenden Pul-
monaria officinalis. L. wird als Volks-
mittel bei Lungenleiden verwendet. — Zollfrei.

Lungenmoos (lat. Herba pulmonariae ar-
boreae seu Lichen pulmonariae, frz. Lichen
pulmonaire, engl. Pulmonary moss) besteht
aus der an Bäumen wachsenden, lederartigen
Flechte Sticta pulmonacea und wird als
Volksmittel zu Tee verwendet. — Zollfrei.

Lupinensamen (Wolfsbohne, Feig-
bohne), die Samen verschiedener Arten der
Leguminose Lupinus (L. albus, L. Ternis,
L. hirsutus, L. luteus), bilden die stickstoff-
reichsten Vegetabilien und werden daher zu
Futterzwecken und zur Verbesserung des Bo-
dens vielfach angebaut. Die Lupine hat in
hohem Maße die Eigenschaft, den atmo-
sphärischen Stickstoff zu assimilieren. Sie
gedeiht infolgedessen nicht nur ohne nennens-
werte Düngung, sondern vermag sogar, unter-
gepflügt, als sog. Gründüngung, die geringeren
Bodenarten zu verbessern. Das frische Kraut
gewisser Arten dient als Grünfutter, während
die Samen wegen ihres hohen Gehaltes an
Bitterstoffen eine vorherige Behandlung er-
forderlich machen. Die letzteren enthalten
neben beträchtlichen (bis zu 42%) Mengen
Protein, die Alkaloide Lupinin, Lupinidin
und Lupanin (insgesamt 1—2%), welche den
bitteren Geschmack bedingen und vor der
Verwendung zu Futter- und Nahrungszwecken
zu entfernen sind. Dieses Entbittern soll
in Griechenland durch Einhängen in Meer-
wasser erreicht werden, während man sich
bei uns des Dörrens und Auslaugens be-
dient. Es gelingt aber nie vollständig, so
daß die Tiere nur allmählich und mit Vorsicht
an Lupinenfutter gewöhnt werden können.
In der Nahrungsmittelindustrie finden L. be-
schränkte Anwendung als Kaffeesurrogat. —
Zoll: L. s. Tarif Nr. 12. L. als Kaffeesurrogat
Nr. 62.

Lutdcienne (Rouge fran?ais), ein roter
Teerfarbstoff, besteht aus einer Mischung
von Orange II mit Echtrot A. — Zollfrei.

Luteolin. Diesen Namen führen zwei
Stoffe: 1. der gelbe Farbstoff des Wau
(s. d.), kleine, glänzende, gelbe Kristallnadeln,
welcher im Handel nicht vorkommt; 2. ein
Teerfarbstoff, der Wolle in sauerem Bade
orangerot färbt, ein orangegelbes, in Wasser
schwer lösliches Pulver, welches aus dem
Natronsalze des Metaxylidinsulfosäureazodi-
phenylamins besteht. — Zollfrei.