﻿Lysol

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Magnesia

Lysol, das viel genannte Desinfektions-
mittel, eine dunkelbraune klare Flüssigkeit,
welche sich in Wasser, Alkohol und Benzin
löst, besteht aus einem Gemisch gleicher Teile
Rohkresol und Leinölschmierseife. L. be-
sitzt eine ausgezeichnete desinfizierende Wir-

kung. Wegen des häufigen Mißbrauchs zu
Vergiftungen sind Lysol, Kreolin und ähn-
liche Kreosolverbindungen im Kleinverkehr
der Giftverordnung unterstellt worden. — Zoll:
S. Tarif Nr. 254/56.

M.

Madeira gehört zu den Dessertweinen
und zwar den sog. trocknen Dessert-
weinen (Likörweinen), welche zwar süß
schmecken, aber neben hohem Alkoholgehalt
doch verhältnismäßig niedrigen Extraktgehalt
besitzen. Er stammt von der Insel Madeira
und den kanarischen Inseln und wird aus
Malvasier- und aus Vidognatrauben in
der Weise hergestellt, daß man den Most
gleich nach dem Auspressen mit Spiritus
vermischt und dann vergären läßt. Nach
Beendigung der Gärung folgt ein nochmaliger
Alkoholzusatz und darauf eine 5—6 jährige
Lagerung, welche zu seinem völligen Ausbau
erforderlich ist. Der M. hat eine bräunlich
gelbe Farbe und kräftiges Aroma. Sein Ge-
halt an Alkohol beträgt durchschnittlich
14,43 g in 100 ccm, sein Gehalt an Extrakt
5,23 g, an Zucker 2,95 g. Neben dem stark
süßen Malvasier oder Malmsey, dessen
feinste Marken an den portugiesischen Hof
geliefert werden, bildet der herbere Dry-
Madeira die eigentliche Handelsware. Der
M. unterliegt mannigfachen Verfälschungen
und wird selbst vollständig nachgemacht. -—
Zoll: S. Tarif Nr. 180/81.

Madia (Madin, Ölmadin, frz. Le madia
cultivö, engl. Cultvated madia), eine zu den
Kompositen gehörige Ölpflanze aus Chile,
Madia sativa, wurde eine Zeitlang in größe-
rem Umfange angebaut. Die Pflanze hat eine
tiefgehende Wurzel und verlangt deshalb tief-
gründigen Boden, gedeiht aber auch in leich-
teren Gründen und ist in den Anforderungen
an Düngung und Pflege ziemlich genügsam.
Als Nachteile des Anbau’s sind zu erwähnen
die ungleiche Reifung, (110 Tage), hohe
Erntekosten und der unangenehme Geruch
der Pflanze. Die kleinen, dem Kümmel ähn-
lichen Samen mit ein oder zwei stark her-
vortretenden Nerven geben 35% Öl. — Als
Handelsware kommt Madiasamen selten und
nur lokal vor. — Zoll: 2 M.

Madiaöl (frz. Huile de madi, engl. Madi
oil), das fette Öl der Madia sativa, ist gelb,
mild wie Nußöl und wird für die Küche,
zum Brennen und zur Seifebereitung für
tauglich erklärt. Das Öl ist dickflüssig, wird
aber nach dem Raffinieren mit Schwefel-
säure dünnflüssiger und erstarrt erst bei nie-
deren Temperaturgraden. Die Pflanze hat
die üble Eigenschaft einer drüsig klebrigen
Behaarung, welche die Samenernte erschwert.
— Zoll: S. Tarif Nr. 166/67.

Mafuratalg (Maffuratalg, frz. Suif de
mafura, engl. Mafura tallow), ein Pflanzen-

fett, welches in Mozambique aus den Samen
der Mafureira oleifera gewonnen wird,
ist von gelblicher Farbe, Kakaobutter ähn-
lichem Geruch und schmilzt bei 42° C. Es
löst sich nur wenig in kochendem Alkohol,
dagegen leicht in Äther und besteht aus den
Triglyzeriden der Ölsäure und Palmitinsäure.
M. wird wie Kokosnußöl verwendet und eignet
sich wegen des hohen Schmelzpunktes seiner
Fettsäuren von 52° besonders gut zur Fa-
brikation von Kerzen. — Zoll: S. Tarif Nr. 171.

Magdalarot (Naphthalinrot, Naphtha-
linrosa, Sudanrot, Rosanaphtylamin),
ein zur Gruppe der Safranine gehöriger Teer-
farbstoff, entsteht durch Erhitzen von Alpha -
amidoazonaphthalin mit salzsaurem Alpha-
naphtylamin unter Abspaltung von Ammoniak
und besteht daher aus der Chlorwasserstoff-
verbindung des Diamidonaphtylnaphthazo-
niums. Es erscheint teils als dunkelbraunes
Pulver, teils in grünschillernden Kristall-
nadeln, ist in heißem Wasser löslich und
zeigt in alkoholischer Lösung eine sehr schöne
gelbrote Fluoreszenz. Das M. wird nur in
der Seidenfärberei verwendet und nur für
zarte Töne, da es auf Seide ein violett-
stichiges Rosa mit prachtvoller Fluoreszenz
erzeugt. — Zollfrei.

Magnesia (Talkerde, Bittererde, Mag-
nesiumoxyd), die Sauerstoffverbindung des
in der Natur nicht gediegen vorkommenden
leichten Metalls Magnesium (s. d.), findet
sich unverbunden nur sehr selten in der
Natur, nämlich als Periklas und in Ver-
bindung mit Wasser (Magnesiahydrat,
Magnesiumhydroxyd) als Bruzit, hin-
gegen häufiger in Verbindung mit Säuren
in Form verschiedener Magnesiasalze
(Magnesiumsalze). Am verbreitetsten sind
die kohlensaure, kieselsaure, borsaure, phos-
phorsaure und schwefelsaure M., außerdem
Chlormagnesium, Brom- und Jodmagnesium.
Die kohlensaure M., Magnesit (s. d.), findet
sich meistens gangartig im Serpentin als
kugelige oder nierenförmige, derbe weiße
oder weißliche Gesteinsmasse. In Verbin-
dung mit kohlensaurem Kalk tritt sie als
Dolomitgebirgsbildung auf. Die kiesel-
saure M. bildet den Speckstein, Ser-
pentin und den Meerschaum und ist
außerdem ein Bestandteil mehrerer anderer
Mineralien und Gesteinsarten. Borsaure M.
findet sich im Borazit und Staßfurtit.
Mit Phosphorsäure verbunden kommt die M.
in einigen Mineralien vor, so im Talkapatit,
Wagnerit, Lazulith und Struvit, und