﻿Makassaröl

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Malaga

sehen Labiate. Das in der Blüte gesammelte
und getrocknete, stark aromatisch riechende
und schmeckende Kraut, das in günstigen
Jahren bis dreimal geschnitten werden kann,
bildet ein beliebtes Gewürz für Küche und
Fleischerei (Wurstkraut) und wird außerdem
zu Kräuterkissen, Bädern und Umschlägen,
zu Kräuterschnupftabak und zur Herstellung
von Majoranbutter benutzt. — Durch De-
stillation des frisch getrockneten Krautes mit
Wasser wird etwa 1% eines gelblichen, dünn-
flüssigen, ätherischen Öls, Majoranöl (lat.
Oleum majoranae, frz. Essence de marjolaine,
engl. Marjoram oil), erhalten, dessen spez.
Gew. 0,890—0,910 und dessen spez. Drehung
-j-5 bis +180 beträgt. Es muß gut ver-
schlossen und vor dem Tageslicht geschützt
werden, da es unter Einfluß von Luft und
Licht schnell verharzt, säuert und sich bräunt.
M. dient namentlich zur Parfümierung von
Seifen und als Zusatz zu aromatischen Likören.

—	Zoll: Majorankraut ist zollfrei. Majoranöl
30 M.

Makassaröl, eine bei gewöhnlicher Tem-
peratur weiche, gelblichweiße Masse, welche
jedoch sehr leicht schmilzt und dann ein fast
klares Öl gibt, riecht schwach nach Bitter-
mandelöl und enthält ca. 0,05 °/o Blausäure.
Es wird in Ostindien aus den Samen einer
Sapindacee, Schleichera trijuga, durch
Pressen erhalten und als haarwuchsbefördern-
des Mittel empfohlen. Vielfach wird aber
unter diesem Namen ein durch Alkannin
gefärbtes und verschieden parfümiertes Man-
del- oder Olivenöl abgegeben. — Zoll: S.
Tarif Nr. 166/67; parfümiert s. Tarif Nr. 355.

Makrele, ein schön gestalteter und ge-
färbter Seefisch, Scomber Scombrus.
von 50—60 cm Länge und 1—lVä kg Gewicht,
erscheint oberhalb stahlblau, ins Goldgrüne
schimmernd, mit schwarzen Querbändem und
an den Seiten silberweiß. Das Fleisch ist
frisch sehr wohlschmeckend und wird außer-
dem durch Salzen und Räuchern konserviert.

—	Frische M. sind zollfrei; geräucherte oder
gesalzene s. Tarif Nr. 117.

Makronen nennt man ein scheibenförmiges
oder flach halbkugelförmiges Gebäck, wel-
ches aus süßen und bitteren Mandeln, Ei-
weiß und Zucker bereitet wird und gewöhn-
lich auch noch Gewürze als Zutat erhält. —
Die neuerdings in den Handel gebrachten
Kaisermakronen sind aus Kokoskemen.
statt aus Mandeln hergestellt worden und
dürfen nicht als M. schlechthin bezeichnet
werden. — Zoll: S. Tarif Nr. 199.

Malabartalg (Vateriafett, Pineytalg'i
wird durch Auskochen der gerösteten und
gemahlenen Samen von Vateria indica
(Butterbohne) mit Wasser erhalten. Es
ist ein frisch grünlichgelbes, geschmack- und
geruchloses Fett von talgähnlicher Konsistenz
und wird sowohl zu Speisezwecken als auch
zur Kerzenfabrikation verwandt. — Zoll: S.
Tarif Nr. 171.

Malachit (Atlaserz, frz. und engl. Mala-
chite), ein grünes Kupfererz, welches gleich
der blauen Kupferlasur ein kohlensaures

Kupferoxydhydrat ist, nur einen höheren
Kupferoxydgehalt von 71,19% neben 19,94%
Kohlensäure und 8,16 % Wasser aufweist,
findet sich in Form schöner Kristalle, sowie
blättriger, faseriger, dichter und erdiger Mas-
sen an den meisten Kupfererzlagerstätten,
besonders in Thüringen, Kärnten, Cornwall,
Ungarn und im Ural. Alle Vorkommnisse
sind gute, leicht zu verhüttende Kupfererze,
doch werden die besonders schön gefärbten,
faserigen Stücke, welche infolge ihrer Zu-
sammensetzung aus feinen Kristallnadeln sei-
denartigen Glanz zeigen, meist zu Gebrauchs-
gegenständen und Schmucksachen verarbeitet.
Die hierzu geeignete Masse wird in Form
rundlicher Klumpen gefunden, welche auf
Schnittflächen oft ein gebändertes Aussehen
durch das Aufeinanderfolgen von verschieden
grün gefärbten Schichten zeigen. Der Ma-
lachit besitzt eine geringe Härte, zeichnet
sich aber durch seine schöne Färbung, seinen
Glanz und seine Politurfähigkeit aus. Die
größten und schönsten Stücke finden sich
im Ural, besonders in den fürstlich Demidoff-
schen Besitzungen und werden zur Herstel-
lung von Tischplatten, Säulen, Vasen, Leuch-
tern und Bauornamenten benutzt. Kleinere
Stücke, die zu Dosen, Ringsteinen und Bro-
schen verarbeitet werden können, kommen
auch in Tirol, u. a. O. vor. Man sortiert
die Ware nach der Nuance in foncöe, ordi-
naire, claire und pale und schätzt die dunk-
lere am geringsten. — Zoll: S. Edelsteine.

Malachitgrün, ein seit 1878 bekannter
Teerfarbstoff, kommt in vielen verschie-
denen Varietäten von bläulichgrün bis gelb-
lichgrün in den Handel, je nachdem die in
dem Farbstoff enthaltene Base als Oxalat, als
Pikrat oder als Eisenchlorid- oder Zinkchlorid-
doppelsalz vorhanden ist. Die verschiedenen
Handelsbezeichnungen:	Bittermandelöl-

grün, Viktoriagrün, Neugrün, Solid-
grün, Echtgrün, Benzalgrün, Benzoyl-
grün, Vert Diamant, beziehen sich zum
Teil auf dieselbe Substanz. Der Farbstoff wird
dargestellt durch Einwirkung von Benzal-
dehvd auf Dimethylanilin, und Oxydation
des hierbei entstehenden Tetramethyldiamido-
triphenylmethans mit Bleisuperoxyd in salz-
saurer Lösung. Das Oxalat erhält man in
Form grüner, metallisch glänzender Blätt-
chen, das Chlorzinksalz in messinggelben pris-
matischen Kristallen. Alle diese Farben sind,
mit Ausnahme des Pikrats, in Wasser löslich,
das Pikrat oder pikrinsaure Tetramethyldia-
midotriphenylmethan ist aber in Alkohol lös-
lich und wird unter dem besonderen Namen
M. spritlöslich verkauft. Das M. wird in
der Färberei viel verwendet und färbt Seide,
Wolle, Jute und Leder direkt grün, Baum-
wolle nach vorhergegangenem Beizen mit
Tannin und Brechweinstein. Die Farben sind
ziemlich echt gegen Seifen und Säuren. Auch
zum Färben von Affichenpapier und zur Her-
stellung von Buntpapieren kann M. benutzt
werden. — Zollfrei.

Malaga, ein zu den eigentlichen Süßweinen
mit mehr als 18% Zucker gehörender Dessert-