﻿Malz

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Mandeln

stellen. Mit Alkalien, wird die Farbe grün.
Die weinrote Abkochung der Blüten findet
zum Färben von Wein, Likören und Essig
ausgedehnte Anwendung. Die Blüten der
Malven mit Kelchen dienen offizineil, ihres
Gerbstoffgehalts halber, als schleimiges und
zusammenziehendes Mittel zu Gurgelwasser,
erweichenden Umschlägen, unter Brusttee u.
dgl. — Zollfrei.

Malz (lat. Maltum, frz. Malte oder Germee,
engl. Malt) nennt man das bis zu einer ge-
wissen Entwicklung gekeimte Getreide, be-
sonders Gerste. Zu seiner Darstellung wird
die gereinigte Gerste zunächst im Quell-
stock mit Wasser von 10—12° eingeweicht,
wobei sie ca. 50°/o Wasser aufnimmt, nach
mehrmaliger Erneuerung des Wassers schließ-
lich auf der Malztenne 30—50 cm hoch
aufgeschichtet und zur Begünstigung des Luft-
zutritts von Zeit zu Zeit umgeschaufelt. Die
Körner beginnen zu keimen, und unter dem
Einfluß der entstehenden Diastase geht die
Stärke in Dextrin und Maltose über. Sobald
der Blattkeim 2/3—3/k der Kornlänge erreicht
hat, wird der Prozeß unterbrochen und das
Grünmalz, das ca. 40—50% Wasser ent-
hält, auf dem Schwelkboden bei mittlerer
Temperatur getrocknet. Das entstehende
Luftmalz enthält noch 12% Wasser, wäh-
rend bei allmählicher Temperatursteigerung
auf 100° das Darrmalz entsteht. Noch
höheres Erhitzen auf 170—200° in Röst-
trommeln liefert das Karamel enthaltende
Farbmalz. Gutes Malz, das früher von den
Brauereien selbst hergestellt wurde, jetzt aber
in besonderen Fabriken erzeugt wird, soll aus
ganzen, vollen, runden und glatten Körnern
bestehen, eine dünne Schale und angenehmen
aromatischen Geruch und Geschmack besitzen,
leicht zerreiblich sein und keine glasigen
Körner enthalten. Malz bildet das Ausgangs-
material der Bierbrauerei und dient außerdem
zur Herstellung von Kaffeesurrogaten und
diätetischen Präparaten. — Zoll: S. Tarif
Nr. 9. Malz gebrannt, als Kaffeesurrogat,
Nr. 62.

Malzextrakt wird aus wäßrigen Malzaus-
zügen durch Eindampfen im Vakuum als
dunkelbrauner Sirup, oder neuerdings auch
in fester Form, als Pulver, hergestellt und für
sich allein oder in Verbindung mit medika-
mentösen Zusätzen als Nähr- und Kräftigungs-
mittel verordnet. — Zoll: S. Tarif Nr. 186.

Mammeyäpfel, die Früchte eines in West-
indien heimischen, aber auch in anderen
Tropengegenden kultivierten Baumes aus der
Familie der Clusiaceen, der Mammea
americana, haben eine gelbe Farbe und
einen Durchmesser bis zu 20 cm und besitzen
ein süßes, gewürzhaft schmeckendes Fleisch.
Man genießt sie sowohl roh, als auch in Zucker
eingemacht. Durch Gärung wird aus ihnen
ein weinartiges Getränk (Mammeywein) und
durch Destillation der wohlriechenden Blüten
mit Weingeist ein beliebter Likör, das Kreo-
lenwasser (Eau de cröoles) gewonnen. —
Zoll: Frische M. zollfrei; M.-Wein und Kreo-
lenwasser s. Tarif Nr. 178/9.

Manchester (frz. Manchester, Velours color,
engl. Furtion), samtartige Zeuge aus Baum-
wollgarn, welche als Nachahmungen des
eigentlichen seidenen Samts (s. d.) wie dieser
glatt und als Köper gewebt und weiter be-
handelt sind, haben ihren Namen von der
englischen Stadt Manchester, wo sie zuerst
hergestellt wurden, und wo noch jetzt, in
Stadt und Umgegend, der Hauptsitz der Fabri-
kation ist. In England heißen derartige Stoffe
auch Velvets, Velverets und Velve-
teens, Namen, die auch bei uns üblich ge-
worden sind und die alte Benennung etwas
verdrängt haben. Samtmanchester heißen
die schwersten und feinsten Stoffe, welche
den echten Samt am besten nachahmen. Die
gangbarste Farbe ist schwarz, doch gibt es
auch anders gefärbte und bedruckte Sorten.
Ungerissene Gewebe dieser Art, bei denen
die Schlingen des Polfadens nicht aufgeschnit-
ten sind, und die also keine haarige Ober-
fläche haben, bilden eine andere Gattung und
heißen Satin, Satinet usw. Die unechten
Samte werden jetzt in Frankreich und
Deutschland ebenfalls fabriziert. — Zoll: S.
Tarif Nr. 446—448.

Mandarinen, die Früchte von Citrus
myrtifolia und C. chinensis, sind kleine
Pomeranzen, die einen sehr lieblichen, süßen
Geschmack haben. Der Baum wächst in
Sizilien, Kalabrien, Malta, Algier und China.
Mandarinöl ist das aus den Fruchtschalen
jener Früchte gewonnene ätherische öl. Es
riecht dem Zitronenöl ähnlich. — Zoll: M. s.
Tarif Nr. 51; Öl Nr. 353.

Mandelkleie (lat. Farina s. Furfur s. Pla-
centa amygdalarum amararum, frz. Son
d’amandes, engl. Bran of almonds). Unter
diesen Namen versteht man die nach dem
Auspressen des fetten Öles bzw. bei der
Destillation des bitteren Mandelöls und
bitteren Mandelwass ers verbleibenden
Rückstände. Man verwendet die Mandelkleie
als kosmetisches Mittel, zum Waschen gegen
Hautunreinlichkeiten, zuweilen, unter Zusatz
von Sand, als Sandmandelkleie. Einige
im Handel befindliche Sorten sind außerdem
noch mit zerkleinerter Seife vermischt. —
Zoll: Mandelkleie s. Tarif Nr. 193; mit zer-
kleinerter Seife vermengt Nr. 256.

Mandeln (lat. Amygdalae, frz. Amandes,
engl. Almonds). Der Mandelbaum, Amyg-
dalus communis, welcher 5—10 m hoch
wird und im Freien nur bei Weinklima und
geschützt gegen rauhe Nord- und Ostwinde
gezogen werden kann, findet sich in Asien,
in den Mittelmeerländern, in Deutschland süd-
lich des Mains, besonders aber im Rheintal,
an der Bergstraße und in der Pfalz. Die schön
rötlichen Blüten erscheinen im ersten Früh-
ling, die Reifezeit ist im August und Sep-
tember. Die Zwerg- oder Strauchmandel,
Amygdalus nana, ist eine Zierpflanze, die
noch bis Livland gedeiht. Ihre Früchte sind
ungenießbar, werden jedoch in Rußland an
Stelle der bitteren Mandeln benutzt. — Die
Mandel ist eine Steinfrucht und enthält in