﻿Mandeln

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Mangan

einer hartfleischigen, aufspringenden Frucht-
schale, die von der Steinschale umhüllten
Samen. Eine Abart mit besonders leicht zer-
brechlicher Schale wird als Krach- oder
Knackmandel, A. fragilis, bezeichnet.
Die Mandeln kommen sowohl mit süßen als
mit bitteren Samen vor, ohne daß man diesen
Unterschied an dem Aussehen der Bäume oder
der Früchte zu erkennen vermöchte. — Die
süßen M, (A. dulces) enthalten ca. 45—55°/o
fettes öl, 20—25% Stickstoffsubstanz (Con-
glutin und Emulsin), 13% stickstofffreie Ex-
traktstoffe (Zucker und Gummi) und 3—5%
Mineralstoffe. Sie besitzen einen süßen, schlei-
migen und angenehm öligen Geschmack, der
am feinsten nach der Entfernung der gelb-
braunen, sehr gerbstoffreichen Haut hervor-
tritt. — Die bitteren M. (A. amarae)
unterscheiden sich von den süßen M. bei sonst
analoger Zusammensetzung durch ihren Gehalt
an Amygdalin (2,5—4%), einem Glukoside,
das beim Zerreiben mit Wasser unter der
Einwirkung des ebenfalls in den Mandeln ent-
haltenen Enzyms (Emulsin) in Blausäure,
Bittermandelöl und Zucker zerfällt. Wegen
der entstehenden Blausäure sind bittere Man-
deln, in größeren Mengen genossen, gesund-
heitsschädlich und für kleinere Tiere, z. B, Pa-
pageien, sogar tödlich. — Als Verfälschung
der M. sind Zusätze der Kerne von Amyg-
dalus nana, sowie von Pfirsichen und Apri-
kosen beobachtet worden. Die süßen Mandeln
werden als Dessertfrucht, zu Backwerk und
Konditoreiwaren, zur Herstellung von Marzi-
pan, Mandelöl (s. d.), und Mandelmilch ver-
wendet. Die bitteren M. dienen ebenfalls zur
Gewinnung des fetten Öles, ferner des Bitter-
mandelöls, des Bittermandelwassers und des
Amygdalins. Der nach dem Auspressen des
fetten Öles, bzw. dem Abdestillieren des
ätherischen bitteren Mandelöles und Wassers
verbleibende Rückstand gibt die Mandelkleie
(s. d.). — Die besten Handelssorten der
Mandeln kommen aus Malaga, danach aus
Majorka, Alicante und Valencia in Spanien.
Krachmandeln stammen aus Malaga. Frank-
reich liefert süße und bittere ProvencerM. von
kürzerer, dickerer Form und mittlerer Quali-
tät (Ambrosiamandeln, Abalan); ferner
Comtatsche M. in eirunden Körben, M.
von Languedoc, Molarissen und Mollisse oder
Sottole (frz. amandes aux dames, a. en
coques, a. en coquilles, a. ä craquum). Italien
exportiert über Lari, Palermo und Messina
die 3 Sorten: Bischellia (Prima), Andrea (Se-
kunda) und Bari, ferner von Sizilien: Avola
(fa), Masculi (Ila), Palma et Girgenti (die ge-
ringsten). Die berberischen Barbanisse wer-
den wenig geschätzt. Neuerdings kommen
auch aus Mogador M. in den Handel. Gute
M. sollen rein, unversehrt, nicht angefressen
und mit hellgelber glatter Haut ohne Runzeln
bedeckt sein. Sie dürfen keine zerbrochenen
oder geborstenen Stücke enthalten und keinen
ranzigen Geschmack besitzen. Fehlerhaft sind
weiße oder schwärzliche Haut, geborstene,
zähe oder durch Erhitzung verdorbene M. —
Zoll: Grüne, noch in der Schale, s. Tarif

Nr. 51; trockne und Krachmandeln Nr. 54;
kandierte Nr. 202.

Mandelöl, fettes (lat. Oleum amygdalarum
dulcium expressum, frz. Huile d’amandes,
engl. Almonds oil), das fette Öl der süßen
Mandeln wird in der Weise gewonnen, daß
man die zerriebenen, süßen M. bei mittlerer,
nicht über 30° steigender Temperatur aus-
preßt und nach mehrtägigem Stehen in
trockene braune Flaschen abfüllt. In geringe-
rem Maße werden auch die bitteren Mandeln
zur Darstellung des Mandelöls mitverwendet,
und zwar geschieht dies meist bei der
Destillation des Bittermandelwassers. Man
gewinnt aus bitteren Mandeln bis zu 36%, aus
süßen bis 50% Öl. Das M. ist völlig klar,
blaßgelblich, dünnflüssig und von mildem,
reinem Geschmack. Es trocknet nicht an
der Luft, besitzt das spez. Gew. 0,917—0,920,
die Verseifungszahl 196 und die Jodzahl 85
bis 96 und ist in 60 T. absolutem Alkohol
löslich. Bei —16° wird es weiß getrübt und
erstarrt bei —20°. Zum Nachweis der zahl-
reichen Verfälschungen mit Aprikosen-
kern-, Pfirsichkern- und anderem fetten Öl
kann u. a. die Elaldinprobe (s. Öle) heran-
gezogen werden, welche bei reinem M. nach
10—12 Stunden eine völlig weiße und feste
Schicht, bei den meisten anderen Ölen hin-
gegen rötliche bis bräunliche Färbungen lie-
fert. M. wird in der Medizin zur Herstellung
von Emulsionen, Salben und Einreibungen,
sowie zur Fabrikation kosmetischer Präparate
benutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/167.

Mangan (Manganesium), ein Metall der
Eisengruppe vom Atomgewicht 55, kommt
nur in einigen Meteoreisen in freiem Zustande
vor, ist aber in Form seiner Verbindungen
außerordentlich verbreitet. Es findet sich
vor allem im Braunstein und anderen Mangan-
erzen und bildet einen normalen Bestandteil
des pflanzlichen und tierischen Organismus.
Zur Darstellung des M. wird entweder Braun-
stein mit Kohle, oder Fluormangan mit Na-
trium reduziert, oder man zerlegt Mangan-
chlorürlösung durch Elektrolyse. Das wich-
tigste Verfahren dürfte zurzeit die Reduktion
von Manganoxydul mit Aluminiumpulver nach
der Goldschmidtschen Aluminothermie
sein. Das Metall besitzt einen weißgrauen,
ins rötliche spielenden Glanz, ist politurfähig,
sehr spröde und so hart, daß es Glas und
Stahl ritzt. Sein spez. Gew. liegt zwischen
7,2 und 8, sein Schmelzpunkt bei ca. 1300°.
Beim Erhitzen an der Luft läuft es mit ähn-
lichen Farben wie der Stahl an, hält sich aber
bei gewöhnlicher Temperatur ziemlich lange
blank. An feuchter Luft oxydiert es sich und
wird durch Säuren gelöst. Im Gegensatz zum
Eisen wird es vom Magneten nicht angezogen.
In Form seiner Legierungen besitzt das
M. große technische Bedeutung. Im größten
Maßstabe wird besonders ein sehr mangan-
reiches Roheisen (Ferromangan) mit 70%'
M. hergestellt, das zur Fabrikation harter
Stahlsorten, Manganstahl, benutzt wird.
Mit Kupfer und Zink bildet M. eine ganze
Reihe von Manganbronzen, welche sich