﻿Manganazetat

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Manilahanf

zu Blech auswalzen und zu Draht ziehen,
lassen- Manganin ist eine zu elektrischen
Widerständen benutzte Legierung von 84 T.
Kupfer, 12 T. Mangan und 4 T. Nickel. —■
Zoll: Manganlegierungen s. Tarif Nr. 777ff.;
siehe auch Unterabschnitte 17 H.

Manganazetat (Essigsaures Mangan-
oxydul, lat. Manganum aceticum, frz. Ace-
tate de manganese, engl. Acetate of man-
ganese) entsteht beim Auflösen von Mangan-
oxydul oder Mangankarbonat in Essigsäure
oder durch Fällung von Manganosulfat mit
Kalziumazetat oder Bleizucker als ein röt-
liches, in Wasser und Alkohol lösliches
Kristallpulver. Man benutzt es in der Färberei
und Druckerei zur Herstellung brauner
Farben, indem man die damit getränkten
oder bedruckten Zeuge durch eine Lösung
von Chlorkalk zieht, wobei sich Mangan-
oxydhydrat auf der Faser niederschlägt. —
Zollfrei.

Manganborat (Borsaures Manganoxy-
dul, lat. Manganum boracicum, frz. Borate
de manganese, engl. Borate of manganese)
wird durch Einwirkung von Boraxlösung auf
Manganoxydulsalze dargestellt und liefert
ebenso wie das harzsaure, ölsaure und
oxalsaure M. vortreffliche Sikkative. —
Zollfrei.

Manganbraun (Manganbister) nenntman
eine'Farbe, welche durch Erhitzen von Man-
gankarbonatlösung oder durch Fällung von
Manganchlorürlösung mit Natronlauge dar-
gestellt wird. Der zuerst ausfallende weiße
Niederschlag nimmt an der Luft durch Sauer-
stoffaufnahme bald eine braune Farbe an. —
Zollfrei.

Mangankarbonat (Kohlensaures Man-
ganoxydul, lat. Manganum carbonicum,
frz. Carbonate de manganese, engl. Carbonate
of manganese) findet sich fertig gebildet in
der Natur meist in isomorpher Mischung mit
Eisen- oder Magnesiumkarbonat als Mang an-
spat und kann außerdem als Nebenprodukt
bei der Gasfabrikation erhalten werden, wenn
man das Gaswasser mit den Abfallaugen der
Chlorkalkdarstellung vermischt. In reinstem
Zustande entsteht es durch Fällung von
Mangansulfatlösung mit Soda und Trocknen
des Niederschlages bei gelinder Wärme als
ein hellfleischfarbenes, in Wasser unlösliches
Pulver. M. findet in der Medizin gegen
Bleichsucht und Blutarmut, sowie zur Her-
stellung anderer Manganpräparate Anwendung.
Die wichtigsten derselben sind zitronen-
saures, milchsaures und salizylsaures
M., sowie Verbindungen mit Eiweiß, Pepton,
Zucker u. dergl. —■ Zollfrei.

Manganchlorür (lat. Manganum chloratum,
frz. Chlorure de manganese, engl. Chloride
of manganese) entsteht bei der Behandlung
von Braunstein mit Salzsäure und findet sich
demnach in den Mutterlaugen der Chlor-
kalkfabrikation. Es ist ein hellrötliches Kri-
stallpulver, welches als Beize in der Färberei,
ferner als Ausgangsmaterial für die übrigen
Manganverbindungen und in der Medizin

gegen Bleichsucht, Ausschlag, als Mund- und
Gurgelwasser benutzt wird. — Zollfrei.

Mangansulfat (Schwefelsaures Man-
ganoxydul, M.-Vitriol, lat. Manganum sul-
furicum, frz. Sulfate de manganöse, engl. Sulfate,
of manganese) wird dargestellt durch Auflösen
von M.-Karbonat mit verd. Schwefelsäure
und durch Erhitzen von Braunstein mit konz.
Schwefelsäure oder Eisenvitriol. Seine Ver-
wendung ist derjenigen des Chlorürs analog,
— Zollfrei.

Mangostanen (Mangofrüchte, Mango-
pflaumen) sind die Früchte eines in Hinter-
indien und auf den Inseln des indischen
Archipels heimischen und dort vielfach kulti-
vierten Baumes, Garcinia Mangostana s.
Mangifera indica. Sie haben die Größe
eines Gänseeis, eine orangegelbe Farbe und
einen aromatischen Geruch und Geschmack
und bilden eine wertvolle Obstart der Tropen,
in denen sie vielfach angebaut werden, haben
aber bei uns wegen ihres schwachen Terpentin-
geschmacks bis jetzt nur wenig Anklang ge-
funden. Die Früchte der zahlreichen Spiel-
arten des Baumes werden im Ursprungslande
zur Herstellung von Alkohol und von einem
weinartigen Getränk benutzt. Die Samen und
die Fruchtschale müssen hierzu entfernt wer-
den, weil sie infolge eines Gehaltes an
Mangostin (s. d.) bitter schmecken. Die
Rinde läßt freiwillig ein gelbes Harz, das
Mangostanharz, austreten und wird in
Indien als Heilmittel gegen Dysenterie be-
nutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 51.

Mangostin, der Bitterstoff der Man-
gostanen, wird durch Extraktion der zer-
kleinerten Fruchtschalen mit heißem Alkohol
gewonnen und bildet gelbe, bei 173° schmel-
zende Kristallblättchen. — Zollfrei.

Manilahanf (Abaca, frz. Chanvre de ma-
nille, engl. Siam hemp) besteht aus den Fasern
der scheidenartigen Blattstiele mehrerer Arten
Pisang oder Banane (Musa), besonders des
sog. Affenpisang, der deshalb auch in der
botanischen Nomenklatur als Musa textilis
(Gewebepisang) aufgeführt ist. Die Pflanze
ist auf mehreren indischen Inseln, namentlich
auf den Philippinen und Molukken heimisch
und wird auf Luzon und einigen anderen
Inseln der ersteren Gruppe im großen kulti-
viert. Die abgehauenen Stämme werden nach
Entfernung der Blätter frisch geschabt, bis
die Fasern Zurückbleiben. Man scheidet die
letzteren gleich in zwei Sorten, stärkere von
den äußeren Partien des Stammes, die zu
Tauwerk dienen, und feinere aus den inneren
Schichten, die zu feineren Arbeiten bestimmt
sind. Aus letzteren fertigen die Eingeborenen
Kleiderstoffe. Die Faser hat den Vorzug,
außerordentlicher Zähigkeit, Dauer und Leich-
tigkeit, der zufolge Seilwerk daraus besser ist
als hänfenes. Manilataue und -seile kom-
men daher im Seewesen immer mehr in
Aufnahme, und die Ausfuhr von Manilahanf
in Form von Seilerwaren ist im beständigen
Wachsen begriffen. Die Fasern sind etwa
2 m lang, teils weiß, teils bräunlichgelb, öfter
noch zu schmalen Baststreifen vereinigt und