﻿Maraschino

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Margarine

nicht verkauft werden. Die gesetzliche Schon-
zeit reicht vom 15. Oktober bis 14. Dezember.
M. kommen auch gesalzen und geräuchert in
den Handel. — Die kleine M. (Coregonus
albula), ein außerordentlich schmackhafter
Fisch, lebt wie die große M. nur in den
Tiefen der Seen, namentlich in denen
Mecklenburgs, Pommerns, Ostpreußens und
Polens und soll nicht unter 15 cm Länge
verkauft werden. Schonzeit wie bei der
großen. Andere weniger bekannte Arten sind:
die Bodenrenke (Stündling, Kröpfling,
Coregonus Frea), der Kilch (Kirch-
fisch, Coregonus hiemalis) und die
Rheinanke (Schnäpel, Coregonus oxy-
rhynchus). — Zoll: S. Tarif Nr. 115. 117.

Maraschino heißt ein feiner, meist aus Dal-
matien kommender und in viele Länder ver-
sandter Likör, dessen vollständiger Name
eigentlich Rosoglio Maraschino (Ma-
raskenbranntwein) ist. Die Marasken
sind eine besondere Art saurer Kirschen,
die an verschiedenen Punkten Dalmatiens kul-
tiviert werden. Sie werden in einem genau
einzuhaltenden Stadium der Halbreife ge-
pflückt, durch schnellsegelnde Boote nach
Zara, dem Hauptsitz der Fabrikation, ge-
bracht und sofort entkernt, da für den eigent-
lichen M. nur das Fruchtfleisch benutzt
wird. Unter Mitbenutzung der Kerne erhält
man eine andere, weniger häufie fabrizierte
Sorte, den Rosoglio di ossa di Marasche.
Das Fruchtfleisch wird einer mehrtägigen Gä-
rung in Bottichen überlassen, die erhaltene
Flüssigkeit mit einer gewissen Menge zer-
stampfter, sauberer Blätter vom Marasken-
baume gemischt, welche zur Aromatisierung
des Getränks nötig sein sollen, dann mit 10%
Traubenwein versetzt, und der Rosoglio ab-
destilliert. Das Destillat wird mit feinem
Zucker gesüßt, durch Baumwolle filtriert und
in die mit Schilfgeflecht umgebenen Fläsch-
chen gefüllt, in denen es im Handel erscheint.
Alle Einzelheiten der Darstellung werden als
Geschäftsgeheimnisse sorgfältig von den Fa-
brikanten gehütet. Die berühmteste Fabrik
ist die von Drioli, jedoch werden auch die
Produkte von Galigarich und Luxardo, sowie
einige österreichische als vortreffliche aner-
kannt. — Zoll: S. Tarif Nr. 178/79.

Marderfelle. Die Felle dieser kleinen
Raubtiere gehören gleich denen ihres
nahen Verwandten, des Zobels, dem edleren
Pelzwerk an. Die beiden bekanntesten Arten,
die auf dem ganzen europäischen Kontinent
wie in Asien leben, sind der Stein- oder
Hausmarder (Mustela foina) und der
Baum- oder Edelmarder (M. martes).
Während der erste seinen Aufenthalt mehr in
der Nähe menschlicher Wohnungen oder viel-
mehr Geflügelhöfe, in Gemäuern, Holz- und
Steinhaufen nimmt, wohnt der letztere nur
in Wäldern und schlägt sein Quartier gern in
hohlen Bäumen auf. Wie alle Pelztiere zeigt
auch der Marder seinen den Jahreszeiten ent-
sprechenden Haarwechsel, und sein Fell hat
nur mitten im Winter den vollen Wert. Die
Farbe des Edelmarders ist heller oder dunkler

braun, und die Felle nehmen mit der Dunkel-
heit der Farbe an Wert zu, weil sie dann dem
Zobel ähnlicher werden. Die Kehle ist dotter-
gelb, Beine und Schwanz sind schwärzlich,
die Länge ohne den 24 cm langen Schwanz
beträgt 43 cm. Die schönsten Edelmarder
liefert Norwegen, die nächstbesten Schott-
land, dann kommen Italien, Schweden, Nord-
deutschland, die Schweiz und die bayrische
Hochebene, die Tatarei, Rußland, die Türkei
und Ungarn. Die Baummarderfelle gehen
häufig als Zobel, und was nicht von Natur
hierzu dunkel genug aussieht, wird nach-
gefärbt. Steinmarder sind viel häufiger
und kommen in großer Menge, gewöhnlich
in Bündeln von 40 Stück zu Markte. Die
Färbung ist ein helleres, rötliches Braun, mit
aschgrauem Flaumhaar, Kehle weiß, Kopf
kastanienbraun, der übrige Körper graubraun.
Die Länge von Körper und Schwanz ist etwas
geringer als beim vorigen, das Haar auch
gröber. Die schönsten und größten Stein-
marder kommen aus Ungarn und der Türkei,
weiter bringen Rußland, Polen und Deutsch-
land bedeutende Quantitäten in den Handel.
Öfter werden die Felle ohne die langhaarigen
Schwänze, auch wohl ohne die Beine ver-
kauft, und diese Abfallstücke besonders ver-
wendet. Auch mit Steinmardern wird häufig
Zobelfärberei getrieben. Die Marderfelle bil-
den ein leichtes, warmes und angenehmes
Pelzwerk, das seine Liebhaber in verschie-
denen Ländern findet, und namentlich von
den Russen geschätzt wird. Die Nordamerika-
ner haben ein verwandtes Pelztier, Mustela
canadensis, dessen Fell gewöhnlich als
amerikanischer Zobel (s. d.) bezeichnet
wird. Eine andere fremde Art ist der tata-
rische M. (Mustela sibirica), dessen Felle
unter dem Namen Kalinken, Kalinsky, Ku-
lonki in den Handel kommen und eine gelb-
rötliche, unterhalb hellere Farbe zeigen. —
Zoll: S. Tarif Nr. 155. 563 ff.

Margarine ist das bekannteste Butterersatz-
mittel, welches auf Anregung Napoleons III.
von Möge-Mourifes erfunden wurde, um
für die französische Marine ein haltbares, nicht
ranzig werdendes Speisefett zu schaffen. Es
wurde ursprünglich in der Weise hergestellt,
daß man durch Auspressen von den schwerer
schmelzbaren Anteilen befreiten Rindertalg,
sog. Oleomargarin, mit Milch und Wasser
zu einer milchähnlichen Emulsion vermischte
und letztere dann genau wie bei der Butter-
bereitung weiter verarbeitete. In neuerer Zeit
wird an Stelle des reinen Oleomargarins meist
ein Gemisch des letzteren mit den verschie-
densten anderen Fetten: Schweineschmalz,
Kokosfett, Baumwollsamenöl, Erdnußöl und
Sesamöl in wechselnden Mengenverhältnissen
als Ausgangsmaterial benutzt und, wie die
meiste Butter auch, künstlich gelb gefärbt.
Um ihren Erzeugnissen die übrigen Eigen-
schaften der Naturbutter zu verleihen, welche
sich bekanntlich beim Erhitzen bräunt und
nicht spritzt, haben die Fabrikanten mannig-
fache Zusätze, wie Zucker, Eigelb oder Lezi-
thin, versucht, über deren Wirksamkeit ein