﻿Mastix

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Mate

ter Mittelschicht. Außen ist die Rinde rissig,
nach innen deutlich gestreift, auf dem Quer-
schnitt sehr blaß. Der Bruch ist kurzkörnig,
nicht splitterig, der Geruch dem der ersten
Sorte ähnlich, der Geschmack etwas bitter
und stechend. — Zollfrei.

Mastix (lat. Resina seu Gummi mastiche,
frz. und engl. Mastic) ist das aromatische
Harz der Mastixpistazie (Pistacia Len-
tiscus), eines zu den Terebinthaceen ge-
hörigen immergrünen Bäumchens, das im
Orient und auf der nordafrikanischen Küste
heimisch ist, als nutzbare Kulturpflanze aber
namentlich auf der Insel Chios (Chio,
Skio) in einer besonderen, breitblätterigen
Varietät (Pistacia Lentiscus var. y Chia)
verkommt. Zur Gewinnung des Plarzes macht
man im Mai Einschnitte in die Rinde,
aus welchen allmählich der M. als zähflüssige
Masse austritt und an der Luft tropfenartig
erhärtet. Im August wird das Harz abge-
nommen, und das schon abgefallene auf-
gelesen. Durch Auslesen werden drei Sor-
ten hergestellt, deren feinste als Haremharz
nur an den türkischen Hof geliefert wird
und nicht in den Handel gelangt. Der
M. besteht aus rundlichen Körnern, von
der Form kleinerer und größerer Erbsen,
welche gelblichweiß bis hellgelb und weißlich
bestäubt erscheinen. Auf dem Bruch sind
sie glasglänzend und ziemlich hart, bilden
aber beim Kauen eine weiße, wachsartige
Masse. Geruch und Geschmack sind eigen-
tümlich balsamisch, und beim Verbrennen
stößt die Masse ein starkes Aroma aus. Die
hellsten und reinsten Körnchen, Tränen ge-
nannt, bilden ausgelesen den eligierten M.,
die geringere Sorte den M. in sortis, dessen
Körner dunkler und, weil meist vom Boden
aufgelesen, durch Erde und Sand verunrei-
nigt, oft auch zusammengeflossen sind. M.löst
sich völlig in Äther, fetten Ölen und heißem
Alkohol, während in kaltem Alkohol Vio un-
gelöst bleibt. Sein spez. Gew. beträgt 1,070
bis 1,074. M. wird bei ca. 100° weich und
schmilzt bei 105—120°. Er dient als aro-
matisches Mittel zum Kauen, um den Atem
Wohlriechend zu machen und das Zahn-
fleisch zu stärken, ferner zur Bereitung
beliebter Konfitüren und als Zusatz bei
der Darstellung des Raki, eines Brannt-
weins aus Getreide, der den Muselmännern
den verbotenen Wein ersetzen muß. — In
der Technik wird der M. vorzugsweise zur
Herstellung von Firnissen und Kitten, öfter
auch im Gemisch mit anderen Harzen, wie
Schellack, benutzt, die dadurch glänzender
werden und rascher trocknen. Für sich gibt
es farblose, harte, rasch trocknende Überzüge,
die besonders als Bilderlack und Negativlack
für Photographien dienen. Eine Mischung von
Hausenblase und M. gibt einen trefflichen
Kitt für Glas, Porzellan und zur Fassung
von Edelsteinen. Sonst dient das Harz als
Zusatz zu Räucherpulvem, Pflastern und als
Ausfüllmittel für hohle Zähne. Zu letzterem
Zwecke benutzt man sowohl eine zusammen-
geschmolzene Komposition aus M. und Wachs,

das sog. Zahnwachs, als auch einen flüs-
sigen Zahnkitt, eine dickliche Lösung von M.
und Sandarak in starkem Weingeist, mit wel-
cher ein Kügelchen von Baumwolle getränkt
und rasch in die Zahnhöhlung gedrückt wird.
— Die geringeren Sorten des M. dienen zu
dunkleren Firnissen und zu feinem Siegellack.
Eine andere Ware, welche neuerdings aus
Ostindien kommt, der Bombay- oder der
ostindischeM., bildet verschieden große, rot-
bräunliche oder gelbbräunliche Stücke, welche
zahlreiche hellere Körner einschließen. Zu-
weilen besteht die Ware auch ganz aus
größeren, dunkelgelben oder bräunlichen
Körnern und Tränen, die mehr dem Weih-
rauch gleichen. Dieses Produkt kommt von
Pistazienarten, die nicht in Ostindien, sondern
in Afghanistan und Beludschistan wachsen
(Pistacia Khinjuk und P. cabulica), von
wo das Harz über Bombay nach London
gelangt. -— Für den orientalischen M.
sind die Hauptmärkte Konstantinopel und
Smyrna, von wo die Ware ihren Weg über
Triest und Marseille nimmt. Der Sanda-
rak, der dem M. am ähnlichsten ist,
unterscheidet sich von ihm durch die
mehr längliche Form seiner Stückchen, so-
wie dadurch, daß er beim Kauen keine
weiße, zähe Masse bildet, sondern sandig
zerbröckelt. Der M. gibt bei der Destil-
lation mit Wasserdampf etwa 2% eines sauer-
stofffreien ätherischen Öls, das Mastixöl,
von kräftigem, angenehmem Geruch, wel-
ches bei 155° zu sieden beginnt und bei
160° vollständig überdestilliert. Das Öl hat das
spez. Gew. 0,860, die spez. Drehung -|- 22 bis
-j- 28 und besteht aus Pinen. — Im Englischen
und Französischen bezeichnet der Name M.
nicht nur das Harz, sondern überhaupt Kitt
oder Zement. Daher findet man auch im Deut-
schen Ausdrücke wie Mastixdächer und
Mastixzement, bei welchen an das Harz
nicht zu denken ist. Vielmehr besteht der
letztere aus einem Gemisch von Sand, Kalk-
steinpulver und etwas Bleiglätte, das mit
altem Leinöl aufgekocht und heiß verbraucht
wird. •— Zoll: Mastix ist zollfrei. Waren aus
Mastix: Kitt, Lack usw. s. bei den betreffen-
den Artikeln.

Masut nennt man die bei der Petroleum-
destillation zurückbleibenden Mineralöle,
welche neuerdings in großen Massen zum
Heizen von Dampfkesseln, besonders bei
Schiffsmaschinen benutzt werden. — Zoll:
S. Tarif Nr. 239.

MatS (Paraguay-Tee) ist eine kaffe'in-
haltige Droge, welche in Form des wäßrigen
Aufgusses von den Südamerikanern als an-
regendes Mittel genossen wird. Er besteht
aus den Blättern mehrerer in Brasilien, Ar-
gentinien, Paraguay und Uruguay heimischer
und angebauter Ilexarten, besonders Ilex
paraguayensis, welche meist 8—10 cm,
selten unter 5 oder über 15 cm lang sind,
am Rande kerbig gesägt und eiförmig er-
scheinen und eine kräftige Mittelrippe, aber
schwache Behaarung besitzen. Die abge-
hauenen Zweige werden schnell durch eine