﻿Mixed Pickles

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Mohn

ist wie das analog zusammengesetzte Schwein-
furter Grün arsenik- und kupferhaltig und
daher stark giftig. — Zollfrei.

Mixed Pickles (auch bloß Pickles) nennt
man eine pikante Zuspeise, ein Gemenge aus
verschiedenen Früchten und Gemüseteilen,
die mit spanischem Pfeffer und anderem
beißenden Gewürz in scharfen Essig ein-
gelegt sind. Als Zutaten werden besonders
kleine Gurken und Zwiebeln, grüne Bohnen,
junge Maiskolben, Blumenkohl u. dgl. be-
nutzt. Zur Erlangung einer intensiv grünen
Farbe werden sie meist mit Kupfersalzen
gefärbt, welche nach dem Farbengesetz vom
5. Juli 1887 zwar verboten sind, in geringer
Menge aber geduldet werden. — Zoll: S.
Tarif. Nr. 216. 219.

Möhren (Mohrrüben), die Wurzeln von
Daucus carota, einer zu den Dolden-
gewächsen gehörenden Pflanze, werden in
folgende Sorten unterschieden: Gemeine M.
oder Karotte (Esels-, Garten-, Gelbmöhre,
gelbe Rübe, Mörle, Maure, Müre, Mürten,
Vogelnest, frz. Carotte commune, engl. Com-
mon carrot); weiße, grünköpfige, bis 4kg
schwere Riesenmöhren; blaßgelbe, bes.
flandrische M.; lange rote M.; rote
lange grünköpfige (Altringham, Saal-
felder, Frankfurter, Braunschweiger) M.; und
französische (holländische, Hornsche, Du-
wicker) Treibkarotte. 1 Zentner Saatgut
von der Riesenmöhre kostet 50 M., von der
roten 100 M., von der Saalfelder und Er-
furter gelben M. 120 M., von Treibkarotten
bis 160 M. und von gewöhnlichen Karotten
bis 115 M. Die Zahl der Früchte beträgt
pro kg 264000 Stück. Die Aussaat erfolgt
frühzeitig in gutes Ackerfeld, in Gartenland
und in Treibbeete, und zwar rechnet man pro
ha 5—7 kg Saatgut. Hauptsaatzuchtgut wird
in Erfurt, Quedlinburg, Braunschweig, Wolfen-
büttel, Prag und Frankreich mit einem Er-
trage von 1 kg Samen aus 100 kg Samen-
wurzeln erzeugt. Als frisches Gemüse be-
nutzt man die jungen, dünnen und zarten
M., zur Überwinterung gut ausgewachsene,
dicke und lange Wurzeln, die im Keller in
Spitzhaufen aufgeschichtet oder in Sand ge-
bettet werden. Die M. dienen außer zur
menschlichen Ernährung noch zur Fütterung
(besonders für Pferde), zur Bereitung von
Möhrensaft, Möhrenessig und Möhrenbrannt-
wein, als Kaffeesurrogat (Möhrenkaffee),
zum Färben der Butter, zu Bonbons und
Kuchen. Sie enthalten bis 2% Zucker, ferner
Karotin und Cholesterin. — Zoll: M.
s. Tarif Nr. 24; geröstete als Kaffeesurrogat
s. Tarif Nr. 62; Möhrensamen Nr. 21.

Möhrenöl. Sowohl die Samen als auch die
Wurzeln der Möhre liefern bei der Wasser-
dampfdestillation ein ätherisches Öl, das
Möhrensamenöl, richtiger Möhren-
früchteöl von rein gelber Farbe und saurer
Reaktion. Das spez. Gew. beträgt 0,883 bei
20°. Das M. ist linksdrehend und besteht aus
einem sauerstoffreien und einem sauerstoff-
haltigen Anteil. Das ätherische Öl der Wurzel
hat den angenehmen charakteristischen Ge-

ruch der letzteren und das spez. Gew. 0,886.
Die Ausbeute beträgt nur ca. 0,012%. Ver-
wendet wird M. als Speisezusatz und in der
Likörfabrikation. — Zoll: 30 M.

Mönchsrhabarber (Pseudorhabarber,
lat. Radix rhei monachorum, frz. Racine de
patience, engl. Rumex root), die getrocknete
Wurzel des Alpenampfers, Rumex al-
pinus, ist außen dunkelbraun, meist der
Länge nach halbiert, riecht widerlich und
schmeckt süßlich herbe und bitter. Der M.
wurde früher in Gebirgsgegenden für den
Handel angebaut und in der Tierheilkunde
verwendet, ist aber jetzt ganz außer Ge-
brauch gekommen. — Zollfrei.

Mogdadkaffee, die Samen einer akazien-
artigen Pflanze, Cassia occidentalis, wir-
ken roh abführend, werden aber im gerösteten
Zustande von den Eingebornen mancher Ge-
genden als Kaffeesurrogat benutzt. Sie sind
klein, oval, sehr hart und grünlichgrau. Die
Pflanze wächst wild auf Hawai (Sandwich-
inseln), Tahiti, den Samoainseln und in dem
südlichen Teil der Vereinigten Staaten und
wird auf Tongataba kultiviert. Die kaffein-
freien Samen heißen in Indien Kasondi,
in Bombay speziell Kibal, in Martinique
Negrokaffee, am Senegal Benta Marö,
in Angola Fedegoza, in Brasilien Ga ja
Marioba, in Birma Kalan. — Zollfrei; ge-
röstete s. Tarif Nr. 62.

Mohair ist die englische Bezeichnung für
Angorawolle. Die daraus gewebten Stoffe,
wie auch solche, in denen die Ziegenwolle
nur einen Bestandteil neben anderen bildet,
führen jetzt ebenfalls häufig den Namen
Mohairs, obschon ein wesentlicher Unter-
schied zwischen ihnen und den Kamelotts
nicht besteht. Das Mohairgarn wird auch
sehr häufig als Schußgarn verwebt und gibt
in Verbindung mit Kammgarn, Baumwolle,
Alpaka und Seide eine große Zahl von ver-
schiedenen Stoffen. Am stärksten wird die
Fabrikation derselben in England (Bradford,
Manchester) betrieben, in Frankreich beson-
ders in Roubaix und Lille, in Deutschland in
Chemnitz und Umgegend, Schlesien, Berlin,
Gera und Weida, in Österreich im Reichen-
berger Bezirk. — Mohairspitzen sind
schwarze Wollspitzen. — Verzollung: Mohair-
wolle s. Tarif Nr. 418/19.

Mohn (Mohnsame, Mohnsaat, lat. Se-
men papaveris, frz. Semence de pavot, engl.
Poppy seeds) sind die kleinen Samen der
Mohnpflanze, Papaver somniferum, die
in verschiedenen, hauptsächlich nach Farbe
der Blüten und Samen unterschiedenen Sor-
ten gebaut werden. Man hat Schließ-,
Kopf- oder Dreschmohn, dessen Kapseln
geschlossen bleiben, und Schüttei- oder
Schüttmohn, bei welchem zur Reifezeit die
Löcher unter der Kapsel sich öffnen und
den Samen ausfallen lassen. 1 hl Mohn wiegt
58 kg. Der Saatbedarf beträgt 4—8kg pro
1 ha, die Anbaufläche in Deutschland nur
etwa 6500 ha, der Ertrag 13—20, meist aber
nicht viel über 16 hl, nebst 20—28 Ztr. Stroh,
welches sich nur zum Verbrennen eignet und