﻿327	Natriumthiosulfat

___ Natriumperborat

Jodide) wird wie die entsprechende Kalium-
verbindung hergestellt und verhält sich dieser
ganz analog. Es ist in Wasser noch leichter
löslich als das Kaliumjodid, löst sich auch
leicht in Alkohol und zerfließt an der Luft.
N. findet medizinische Anwendung wie das
Kaliumjodid, zeigt aber nicht die unange-
nehme Herzwirkung des letzteren. — Zollfrei.

Natriumperborat (Natriumhyperborat,
Überb orsaures Natrium, Perborax, lat.
Natrium perboricum, frz. Perborate de soude,
engl. Perborate of soda) entsteht beim Ein-
trägen eines Gemisches von 248 g Borsäure
und 78 g Natriumsuperoxyd in 2 kg kaltes
Wasser in Form farbloser Kristalle, welche
bei 50° getrocknet werden können. Das N.
kristallisiert mit 10 Molekülen Kristallwasser
und enthält 62,29% Borsäure. Wird die Lö-
sung des Perborates oder das Gemisch von
Borsäure und Natriumsuperoxyd mit soviel
Schwefelsäure oder Salzsäure versetzt, wie
der Hälfte des vorhandenen Natriumsuper-
oxyds entspricht, so kristallisiert eine Ver-
bindung aus, welche 4 Moleküle Wasser und
40,25 % Borsäure enthält, das Natrium-
rnetaperborat. Das N. spaltet in wäß-
riger Lösung sowohl bei gewöhnlicher Tem-
peratur wie auch beim Erhitzen, besonders
aber auf Zusatz von Säuren aktiven Sauer-
stoff ab und verhält sich dann wie Wasser-
stoffsuperoxyd. Es wird wegen seiner anti-
septischen Eigenschaften bei der Wundbe-
handlung und neuerdings auch zur Herstellung
bleichender Waschmittel (Peroborin, Per-
sil) benutzt. — Zollfrei.

Natriumphosphat (Phosphorsaures Na-
trium, Perlsalz, lat. Natrium phosphori-
cum, frz. Phosphate de soude, engl. Phosphate
of soda). Von den verschiedenen Verbin-
dungen der Phosphorsäure mit Natrium,
welche den entsprechenden Kaliumsalzen
ganz analog sind, hat nur das sekundäre,
auch gewöhnliche genannte N. eine prak-
tische Bedeutung. Es entsteht beim Ein-
trägen von Natriumkarbonat in erwärmte
Phosphorsäure bis zur schwach alkalischen
Reaktion, oder durch Umsetzung von Kalzium-
Phosphat mit Natriumsulfat und nachfolgen-
den Zusatz von Natriumkarbonat. Fabrik-
mäßig wird es durch Behandlung von
Knochenasche mit Schwefelsäure und Um-
wandlung des Kalziumphosphates mit Soda
hergestellt, oder indem man Phosphorite mit
Salzsäure löst, die Phosphate mit Kalk fällt
und dann mit Natronlauge kocht. N. bildet
große farblose, klare, aber leicht verwitternde
Kristalle von kühlend salzigem Geschmack
und alkalischer Reaktion. In Wasser ist das
Salz leicht löslich. Es wird teils medizinisch,
teils technisch als Beize in der Zeugdruckerei
und Färberei, ferner zur Herstellung von Gla-
suren und als Lötmittel benutzt. Für ersteren
Zweck muß es chemisch rein sein und na-
mentlich auf Verunreinigungen durch Arsen,
Schwefelsäure und Chlor geprüft werden. —
Zollfrei.

Natriumsulfit (Schwefligsaures Na-
trium, lat. Natrium sulfurosum, frz. Sulfite

de soude, engl. Sulfite of soda). Wie mit
Kalk, bildet die schweflige Säure auch mit
Natron, zwei Verbindungen. Das neutrale
oder einfach saure N. entsteht, wenn man
eine Sodalösung mit schwefliger Säure
sättigt und darauf die gleiche Menge Soda-
lösung hinzugibt, oder wenn man schweflige
Säure über angefeuchtete Kristallsoda leitet
und das entstehende saure Salz mit Soda
neutralisiert. Nach einem neueren Verfahren
wird es auch technisch durch Behandlung
gerösteter Zinkerze mit schwefliger Säure und
folgende Umsetzung mit Kochsalz dargestellt.
Das Salz kristallisiert mit 7 Molekülen Was-
ser, verwittert aber leicht und ist in Wasser
mit alkalischer Reaktion löslich. Es dient
in der Technik als Antichlor, in der Photo-
graphie als Desinfektions- und Konser-
vierungsmittel, ist aber zum Konservieren
von Fleisch verboten. ■— Das saure N. (Na-
triumbisulfit, lat. Natrium bisulfurosum,
frz. Bisulfite de soude, engl. Bisulfite of soda)
wird beim Sättigen von Sodalösung oder von
Kristallsoda mit Schwefligsäuregas erhalten
in Form undurchsichtiger Kristalle, welche
stark nach schwefliger Säure riechen und
in Wasser und 90proz. Alkohol löslich sind.
Es wird medizinisch gegen Diphtherie und
Hautkrankheiten angewandt. Die Technik
benutzt es, besonders auch in wäßriger Lö-
sung (Leukogen, Sulfitlauge), als Anti-
septikum, als Konservierungs- und Bleich-
mittel, sowie zu photographischen Zwecken.
— Zollfrei.

Natr iumsuperoxy d (Natriumperoxyd,
lat. Natrium superoxydatum, frz. Peroxide
de soude, engl. Peroxide of soda). Dieses
außerordentlich wichtige neue Präparat wird
durch Erhitzen von metallischem Natrium in
einem Strome trockener Luft oder durch
Glühen von Magnesiumoxyd mit Natrium-
nitrat als ein feines hellgelbes Pulver her-
gestellt. Es gibt mit Wasser eine alkalisch
reagierende Lösung, welche sich wie freies
Wasserstoffsuperoxyd verhält und stark
bleichend wirkt. Das N. ist ein außerordent-
lich energisch wirkendes Aufschließungs-
mittel für organische und anorganische Körper
und findet daher in der Analyse vielfache
Anwendung, muß aber wegen der bisweilen
auftretenden Explosionen mit Vorsicht be-
nutzt werden. Wegen seiner stark bleichen-
den Eigenschaften dient es neuerdings zur
Herstellung verschiedener Waschmittel (Ding
an sich, Mach’s allein), deren Anwendung
bei unvorsichtigem Gebrauch zu Beschädi-
gungen der Wäsche führen kann. •— Zollfrei.

Natriumthiosulfat (Unterschweflig-
saures Natrium, Natriumhyposulfit,
Natriumdithionat, lat. Natrium thiosulfu-
ricum, hyposulfurosum, subsulfurosum, frz.
Hyposulfite de soude, engl. Hyposulfite of
soda) entsteht beim Einleiten von schwefliger
Säure in ein Gemisch von Sodalösung und
Schwefelblumen oder in eine siedende Auf-
lösung von Schwefel in Natronlauge. Die
fabrikmäßige Darstellung beruht auf der Ver-
arbeitung der Rückstände der Sodafabrikation,