﻿Nicke)

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Nickelverbindungen

Von anderen Erzen sind zu erwähnen der
Nickelglanz oder Arsennickelglanz
(Nickel, Arsen, Schwefel), Nickelspieß-
glanz (Nickel, Antimon, Schwefel), Nickel-
kies, Nickelblende (Schwefel-N.) und vor
allem der Garnierit, ein völlig schwefel-
und arsenfreies Nickel-Magnesiumsilikat, wel-
ches neuerdings in großen Massen von Neu-
kaledonien nach Frankreich eingeführt wird.
Die Gewinnung des N. geht vielfach Hand
in Hand mit der Kobaltblaufabrikation, und
insbesondere in Sachsen bedient man sich
der beim Smaltebrennen abfallenden Kobalt-
oder Nickelspeise, eines früher als un-
brauchbar weggeworfenen Nebenproduktes,
welches etwa 50°/o N. enthält. Diese Halden
oder sonstige Arsen-Nickelerze werden ge-
röstet und mit Zuschlägen geschmolzen, wobei
das Eisen in die Schlacke geht. Die zurück-
bleibende Nickel-Kobaltspeise wird zur Ent-
fernung des Kobalts mit Sand geglüht, darauf
mit Soda und Salpeter totgeröstet, und das
Nickeloxydul mit Kohle reduziert. Wesentlich
einfacher ist die Verarbeitung des Garni'erits,
welcher arsen- und schwefelfrei ist und direkt
mit Kohle und Zuschlag geschmolzen werden
kann. Die meist umständlicheren Verfahren
auf nassem Wege beruhen auf der Aus-
laugung der totgerösteten Erze mit Salz- oder
Schwefelsäure, Fällung des Arsens durch Ein-
leiten von Schwefelwasserstoff und des Eisens
durch Kalzium- oder Natriumkarbonat. Eine
große Zukunft scheint endlich das Verfahren
von Mond zu haben, nach welchem die
gerösteten Erze mit Kohlenoxyd auf 80° er-
hitzt werden. Dabei geht das N. in Form
einer Verbindung mit Kohlenoxyd (Nickel-
karbonyl) gasförmig über, welches sich beim
Abkühlen in Vorlagen abscheidet. Das N. ist
in reinem Zustande fast silberweiß, läßt sich
leichter als Eisen schmelzen und hat ge-
gossen ein spez. Gew. von 8,300, gehämmert
ein solches von 8,900. Es ist bei Rotglut
hämmer- und streckbar, läßt sich schweißen,
in dünne Bleche walzen und zu dünnen
Drähten ausziehen und zeigt poliert einen
schönen, dauerhaften Glanz. Im Handel er-
scheint das N. meist in Form kleiner Würfel
von 1 cm Seitenlänge (Würfelnickel),
welche vielfach noch Kupfer und Eisen ent-
halten, oder als gepreßter Nickelschwamm,
als granuliertes N., in gerissenen Scheiben wie
Kupfer und in Form von Barren oder Mulden.
Das reine Nickel dient zur galvanischen Ver-
nicklung von Eisen und Stahl, Messing und
Zink, oder zum Plattieren oder zur Her-
stellung von ganz aus Nickel bestehenden
Geräten. Die letzteren sind ebenso wie die
vernickelten außerordentlich haltbar, da sie
nicht nur gegen Luft und Wasser, sondern
auch gegen Schwefelwasserstoff und ver-
dünnte Säuren große Widerstandsfähigkeit
zeigen. Die größte Bedeutung hat das N. in
Form seiner Legierungen: Neusilber, Ar-
gentan, Alpaka, Alfenide und Packfong,
welche aus Kupfer, Nickel und Zink be-
stehen und in versilbertem Zustande als China-
silber oder Christofle bezeichnet werden.

Legierungen von Kupfer und N. allein finden
als Scheidemünzen in vielen Staaten An-
wendung. Die deutschen 5 und 10 Pfennig-
stücke enthalten 75°/o Kupfer und 25 °/o Nickel;
ebenso die belgischen und amerikanischen
Münzen. Der mit Hilfe von etwas N. her-
gestellte Nickelstahl dient wegen seiner
außerordentlichen Härte und Zähigkeit zur
Herstellung von Panzerplatten und Kugel-
lagern. Die Salze des N. sind giftig, s.
Nickelverbindungen. — Zoll: N., Nickelerze
und Legierungen s. Tarif Nr. 864—868. S.
auch Unterabschnitt 17 H. Nickelmünzen
Nr. 864.

Nickelverbindungen. Von Nickelver-
bindungen kommen hauptsächlich folgende
in Betracht: 1. Nickelammoniumsulfat
(schwefelsaures Nickeloxydulammoniak, lat.
Niccolum sulfuricum ammoniatum, frz. Sulfate
d’ammoniaque de nickel, engl. Sulfate of am-
monia of nickel) wird dargestellt durch Auf-
lösung von N ickelkarbonat in verdünnter Schwe-
felsäure und Vermischen mit einer verdünnten
Lösung von Ammoniumsulfat. Das ausfallende
grüne Kristallsalz ist in kaltem Wasser schwer,
dagegen leicht in heißem Wasser löslich und
dient, wie das Nickelsulfat, zu galvanischen
Vernickelungen. 2. Nickelazetat (essig-
saures Nickel, lat. Niccolum aceticum, frz.
Acetate de nickel, engl. Acetate of nickel)
wird hergestellt durch Auflösen von Nickel-
oxydul in Essigsäure. Es bildet apfelgrüne,
an der Luft verwitternde Kristalle, welche
in kaltem Wasser löslich, dagegen unlöslich
in Alkohol sind. 3. Nickelbromür (lat.
Niccolum bromatum, frz. Bromure de nickel,
engl. Bromure of nickel) wird durch Auf-
lösen anderer Nickelsalze in verdünnter Brom-
wasserstoffsäure gewonnen. Es bildet grüne
hygroskopische Kristalle, welche bei Zutritt
von warmer Luft in ein gelbes Salzpulver
übergehen. Nickelbromür wird medizinisch
verwendet gegen Epilepsie und als Beruhi-
gungsmittel. 4. Nickelchlorür (Chlornickel,
Nickelchlorid, lat. Niccolum chloratum, frz.
Chlorure de nickel, engl. Chloride of nickel)
wird dargestellt durch Auflösen von Nickel
in Königswasser. Es sublimiert in gelbgrün-
lichen Kristallschuppen bzw„ wenn stark kon-
zentriert, in sechsseitigen Säulen. Das Salz
ist leicht löslich in Wasser und Weingeist
und wird in der Chemie verwendet. 5. N ickel-
karbonat (Kohlensaures Nickeloxydul, lat.
Niccolum carbonicum, frz.Carbonate de nickel,
engl. Carbonate of nickel) wird gewonnen
durch Auflösen reinen Nickelmetalls in reiner
Salpetersäure. Die Lösung dampft man bis
zur Trockne ein, löst den Rückstand, nach1
vorheriger Erhitzung in destilliertem Wasser
auf und fällt mit reiner Natriumkarbonat-
lösung. Kohlensaures Nickel stellt ein apfel-
grünes Pulver dar, welches in verdünnten
Säuren unter Aufbrausen löslich ist. Es wird
zur Darstellung anderer Nickelsalze verwendet.
6. Nickeloxydul (lat. Niccolum oxydulatum,
frz. Oxyde de nickel, engl. Oxide of nickel).
Das Nickeloxydul kommt in der Natur vor
als Bunsenit in grünen, durchsichtigen Ok-