﻿Niederselters

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Nikotin

taedem. Künstlich wird es durch starkes
Glühen des kohlensauren oder salpetersauren
Nickels dargestellt. Es stellt ein apfelgrünes
Pulver dar, welches unlöslich in Wasser, leicht
löslich in Säuren ist. Verwendet wird es in
der Chemie und zur Darstellung anderer
Nickelsalze. 7. Nickelsulfat (schwefelsaures
Nickel, Nickelvitriol, lat. Niccolum sulfuricum,
frz. Sulfate de nickel, engl. Sulfate of nickel)
Vird dargestellt durch Auflösen von Nickel
,n Schwefelsäure unter Zusatz von etwas Sal-
petersäure, meist aber durch Auflösen von
Nickeloxydul oder -karbonat in verdünnter
Schwefelsäure. Nickelsulfat kristallisiert in
harten smaragdgrünen Kristallen, die leicht
verwittern, bei Erwärmung eine blaugrüne
Färbung annehmen und leicht löslich in
Wasser, dagegen unlöslich in Alkohol sind.

N.	ist das wichtigste Nickelsalz, welches
hauptsächlich zur galvanischen Vernickelung
verwendet wird. — Sämtliche Nickelsalze
sind zollfrei.

Niederselters. Dieser muriatische Säuer-
ling, das gewöhnliche Selterswasser des
Handels, besitzt nach R. Fresenius (1863)
folgende Zusammensetzung: 1000 Gewichts-
teile enthalten: Bikarbonate des Natriums
1,2366 g, Lithiums 0,0050 g, Ammoniums

O,	0068 g, Kalziums 0,4438 g, Baryums 0,0002 g,
Strontiums 0,0028 g, Magnesiums 0,3081 g,
Eisenoxyduls 0,0042 g, Manganoxyduls 0,0007 g,
Chloride des Kaliums 0,0176 g, Natriums
2,3346 g, Bromnatrium 0,0009 g, Jodnatrium
Spur, schwefelsaures Kalium 0,0463 g, Alu-
miniumphosphat 0,0004 g, Natriumphosphat
0,0002 g, Natriumborat Spur, Natriumnitrat
0,0061 g, Kieselsäure 0,0212 g und 2,2354 g
freie Kohlensäure.

Nieswurzel. Diesen Namen führen im
Drogenhandel verschiedene Wurzeln, die
man als schwarze, weiße und grüne
Nieswurz zu unterscheiden pflegt. Von
diesen ist in das Deutsche Arzneibuch
nur noch die weiße aufgenommen, während
die früher offizinell gewesene schwarze und
grüne gestrichen sind. Die schwarze N.
(lat. Radix hellebori nigri, frz. Elldbore noir,
engl. Christmass root) stammt von einer zu
den Ranunculaceen gehörigen krautartigen
Pflanze, Helleborus niger, die auf den
Apenninen, Pyrenäen und einem Teil der
Alpen wächst. Die außen schwarzbraune,
innen weiße Wurzel ist rundum mit stroh-
halmdicken, helleren Wurzelästen besetzt. Das
Pulver der Wurzel erregt heftiges Niesen
und wirkt giftig. — Die grüne Nieswurz
(lat. Radix hellebori viridis, frz. Ellebore vert,
engl. Green hellebore root), von Helleborus
viridis, mit grünlichen Blüten, ist der
schwarzen ähnlich, aber noch dunkler gefärbt
und schärfer. Sie ist geringelt, bis 2,5 cm
dick und mehrere Zentimeter lang, und zeigt
auf dem Querschnitte einen kreuzförmigen
Holzkörper. Man sammelt beide Wurzeln
zur Verhütung von Verwechslungen mit den
grundständigen Blättern. — Die weiße N.
(lat. Rhizoma veratri s. Radix hellebori albi,
frz. Racine d’ellöbore blanc, engl. White hel-

lebore root) ist der Wurzelstock von Ve-
ratrum album, einer zu den Colchica-
ceen gehörenden 9—12 dm hohen Pflanze mit
grünlich weißen oder grünen Blüten, welche
im Volksmunde weißer Germer genannt
wird und auf hohen Gebirgen, Riesengebirge,
Karpathen, Alpen wächst. Der Wurzelstock
ist konisch geformt, 7—10 cm lang, oben
bis 31/g cm im Durchmesser, öfter mehr-
köpfig, außen aschgrau, im Durchschnitt weiß-
lich und zeigt eine braune geschlängelte Linie
zwischen Kern und Rinde. Er treibt eine
Menge dünner Fasern aus, die man vor dem
Trocknen abschneidet, und zeigt daher helle
Schnittnarben. Der Geschmack der Wurzel
ist brennend scharf und bitter, ihr Staub
erregt heftiges, anhaltendes Niesen, und das
Pulvern muß unter besonderen Vorsichtsmaß-
regeln geschehen. Innerlich wirkt N. brechen-
erregend und stark giftig. Das Pulver wird
besonders in der Tierheilkunde äußerlich
gegen Räude und andere Hautübel verwendet
und bildet einen Bestandteil des Schnee-
berger Schnupftabaks und ähnlicher Nies-
pulver. Als wirksame Bestandteile enthält
die weiße N. zwei Alkaloide, das Veratrin
(s. d.) und das Jervin, von denen das erstere
auch medizinische Verwendung findet, die
schwarze N., ein scharfes Glukosid, das
Helleborein, und die grüne außer diesem
auch noch ein anderes Glukosid, das Helle-
borin. — Zoll: N., auch gepulvert, zollfrei.

Niggeröl. Unter diesem Namen versteht
man meist das Baumwollensamenöl (s. d.),
doch kommt neuerdings auch ein anderes
Öl aus Ostindien unter dieser Bezeichnung
in den Handel. Es stammt von den Samen
der Ginzatia abyssinica Cass., die dort
vielfach angebaut wird. Die Samen geben
ca. 40—50°/o Öl, welches von gelber Farbe
ist, ähnlich dem Nußöl schmeckt und zu
Speise- und Beleuchtungszwecken dient, auch
in der Seifenfabrikation Verwendung findet.
—■ Zoll: S. Tarif Nr. 166/7. Niggersamen s.
Tarif Nr. 14.

Nijmoholz (Njimoholz), ein Produkt aus
den Hinterländern von Kamerun, erhält man
teils in Form spärlich mit Rinde bedeckter
Scheiben, teils in gleichmäßig berindeten
Wurzelabschnitten. Beide besitzen innen eine
schöne gelbe Farbe und sind stellenweise
rötlich gefleckt. Der gelbe alkoholische Aus-
zug fluoresziert lebhaft in Grün. Das Holz
besitzt einen eigentümlichen Moschusgeruch
und stammt wahrscheinlich von demselben
Baume, welcher die Donndackerinde liefert.
— Zoll: S. Tarif Nr. 72.

Nikotin (lat. Nicotinum, frz. und engl.
Nicotine), das in dem Tabak enthaltene, sehr
giftige Alkaloid, ist frisch bereitet eine farb-
lose, ölige Flüssigkeit vom spez. Gew. 1,012,
wird aber durch Einwirkung von Luft und
Licht sehr bald gelblich und schließlich braun.
Es besitzt einen unangenehmen, betäubenden
Tabaksgeruch, der heftige Kopfschmerzen
verursacht. Ein Tropfen genügt, um eine
Taube, zwei Tropfen, um einen Hund zu
töten. Das N. ist sowohl in Wasser, als